Ökologie

Mangroven statt Müll

Die größte Mülldeponie Lateinamerikas nahe Rio de Janeiro wurde geschlossen. Sie soll durch ein modernes Abfallverarbeitungszentrum ersetzt werden. Für ehemalige Müllsammler gibt es Sozialpläne.

Wer auf dem 50 Meter hohen Hügel in Jardim Gramacho steht, an der Küste von Duque de Caxias, der Nachbarstadt am nördlichen Rand von Rio de Janeiro, hat einen wunderbaren Blick auf die malerische Guanabara-Bucht. Eingefasst von den Ausläufern der Serra do Mar, lässt sich im Süden, wenn das Wetter es erlaubt, sogar der Zuckerhut erkennen. Sollte jemand trotz der atemberaubenden Landschaft unbedachterweise atmen, wird er oder sie schnell merken, woraus der Hügel besteht. Auf 140 Hektar türmen sich hier 60 Millionen Tonnen Müll, die in 34 Jahren angehäuft wurden. Nur mit einem löchrigen Zaun begrenzt, erstreckt sich das Gelände bis an die Küste. Die giftige Gülle fließt ungeklärt in die Bucht und hinterlässt einen dunklen, kilometerlangen Film im Wasser. Es stinkt zum Himmel.

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