Ahnenforschung

Mein Vatter in einem Leserbrief an das Ärzteblatt über die Vorgänge um das Gutachterverfahren (GV) in der Psychotherapie-Szene. Wer Ironie findet, darf sie behalten.

Epochaler Niedergang

Ist es nicht bemerkenswert, welch immensen Einfluss eine verschwindend kleine Glaubenskongregation auf das Psychotherapie-System (selbst auf Psychotherapeuten-Kammern) hat? Merke: Viele Gutachter sind Mehrfach-Würdenträger in der bunten Sektenlandschaft! Man darf schließlich nicht verkennen, dass der murrende Angriff auf das GV in einem Entwicklungskontext wächst, in dem immer mehr elitär-komfortable Selbstverständlichkeiten aus der Hoheitsdomäne der nun seit 100 Jahren dominanten Psychotherapie-Aristokratie (die Olympier der ärztlichen Psychoanalyse) aus primitivem Ressourcen-Neid in Frage gestellt werden: Beginnend mit den desaströsen Eroberungen der kulturlosen Verhaltenstherapie, fortgesetzt durch die perniziöse Invasion der halbgebildeten Psychologen, böse Zweifel an der psychoanalytischen Mythologie, lästige und alberne Forderungen nach Zerschlagung des Schulen-Feudalismus, jüngst die würdelose Anerkennung der seichten Gesrprächstherapie; jetzt werden auch noch die (durch welchen produktiven Gegenwert gedeckten?) Privilegien und (leider leerlaufenden) Kontrollautomatismen des ehrwürdigen GV skandalisiert…
Sogar die niedere Kaste der Sozialarbeiter (sic!) lässt sich nicht einmal mehr von den aufdringlichsten Reviermarkierungen abschrecken und droht dreist, die ehedem weihevolle Idylle schamlos zu besudeln: Götterdämmerung!
So markieren die Turbulenzen um das GV eine weitere Station des epochalen Niedergangs einer medizinischen Hochkultur. O heiliger Sigismund, wo soll das enden?

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