Alles neu

Heynckes kommt

Heynckes kommt

macht der Mai. Auch die Bayern-Verantwortlichen haben sich an diese vermeintliche Weisheit gehalten und fünf Spieltage vor Schluss einen neuen Trainer engagiert. Der mit besten Referenzen (Frankfurt, Schalke) kommende Jupp Heynckes, ein Fußballexperte mit klaren Vorstellungen (kicker), wird die Bayern auf die Begegnung mit den Gladbachern, die er bei seiner letzten Beschäftigung zielstrebig in die 2. Liga geführt hatte, vorbereiten. Und danach wahrscheinlich noch genau vier mal, wobei auf ihm wohl keinerlei Erwartungen lasten werden, was angesichts seiner Leistungen auch nicht weiter überrascht. Einen besseren Kontrapunkt zum medien-spektakeligen Verhältnis zwischen Klinsmann und den Bayern hätte man fast gar nicht finden können, als würden die Verantwortlichen sagen wollen, dass alles ein großer Irrtum war, und sie von nun an keine Verantwortung mehr tragen könnten. Im Zweifel lässt sich aus der zwingend erforderlichen Trainersuche im Sommer beliebig neues Ablenkungsmaterial generieren. 

Dabei ist der Markt guter Trainer sehr überschaubar, vor allem, wenn neuen Übungsleitern noch nicht einmal ein Jahr eingeräumt wird, um die Mannschaft nach ihren Vorstellungen zu verändern. Die Ubermacht von Kalle und Uli wird ebenfalls nicht zur Attraktivität des Arbeitsplatzes beitragen, d.h man müsste den Kandidaten finanziell locken, dazu kommen mindestens drei gelungene Transfers. Ob die traditionell eher geizigen Bayern sowas auf sich nehmen, ist mehr als fraglich.

Klinsmann geht

Klinsmann geht

Ebenso fraglich ist jedoch die Professionalität der Vereinsführung. Klinsmann nur fünf Spieltage vor Saisonende zu entlassen, zeugt nicht nur von schlechtem Stil, sondern auch von absoluter Ratlosigkeit. Klinsmann wurde geholt, weil er Veränderung versprach, nicht Titel, zumal diese entweder satisfaktionsunfähig (Meisterschaft, Pokal, UEFA-Cup), oder unerreichbar (CL) geworden sind. Nur ist die Veränderung nicht immer nur positiv (obwohl Klinsi das vorher groß angesagt hat), was die Vereinsführung anscheinend nicht verkraften kann, denn der nationale Titel muss trotzdem geholt werden, auch wenn er seine Strahlkraft schon längst verloren hat. Mit einer solchen Einstellung kann man auch Jupp Heynckes beschäftigen, ohne schlaflose Nächte zu fürchten. Aber den ersehnten europäischen Titel holt man damit nicht.

2 Meinungen zu “Alles neu

  1. avatar

    Klug oder nicht, die nächsten Spiele werden es zeigen.
    Bin gespannt, wie es weiter geht im Sommer. Im Team ist derzeit ebenfalls der Wurm drin. Ribery will weg, Rensing, wenn er nicht wieder die Nummer eins wird ebenfalls. Eine Menge Arbeit für den zukünftigen Trainer.
    Zumal dieser unter einem enormen Druck steht! Titel müssen her.

  2. avatar

    Die Entlassung Felix Magaths stellt sich im nach hinein wohl als Fehlentscheidung raus. Der hat ohne Ribery und Toni zweimal das Double geholt. Wenn ich jetzt von Louis van Gaal lese, dazu den Aufruhr den Ribery und Rensing machen, sehe ich für die Bayern eher Stagnation als Entwicklung.

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