Große laute Demo in Berlin

40.000 Leute auf der Karl-Marx-Allee gegen den Mietenwahnsinn in der Hauptstadt – das war eine schöne, große, bunte, laute Demo. Danke an alle, die dabei waren!

Raus zum 6.4.! Mieten-Demo!

Am nächsten Samstag gehen wir zur Demo gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung!
In Berlin ist die Situation dramatisch: Der Anstieg der Durchschnittsgrundmiete ist der höchste der Welt und die Fluktuation hat einen Tiefpunkt erreicht (Stichwort „Locked-in-Syndrom“): Menschen, die eine größere Wohnung dringend benötigen würden, finden keine mehr, die sie sich leisten könnten, während Personen, denen eine kleinere Wohnung ausreichen würde, nicht umziehen, weil sie dann eine viel höhere Miete zu zahlen hätten.
Inzwischen bestehen jedoch reale Chancen zu progressiver Verbesserung: Die SPD (!) scheint eine unserer letztjährigen Forderungen – nach einer Höchstmiete, sie nennt das „Mietendeckel“ – umsetzen zu wollen, zumindest hat das der Landesparteitag einstimmig (!) beschlossen. Bei der Frage der Enteignung von großen Immobiliengesellschaften ist die Partei gespalten; Forderungen der Jusos gehen allerdings zum Teil noch über die des Volksbegehrens hinaus (!). Der Druck der Bevölkerung scheint zu wirken.
Die aktuelle Dynamik gilt es zu nutzen: Kommt alle zur Demo am Samstag – wir haben wirklich etwas zu gewinnen!

Bilanz 2018

Politisch betrachtet war 2018 erneut ein ziemlich schlimmes Jahr. Gut, Friedrich Merz ist uns gerade noch erspart geblieben und es gab auch ein paar andere positive Ereignisse – dazu später mehr. Zunächst einmal der Horror: Die Tendenz zur großen Renaissance des Nationalismus hält an. In Italien und Österreich sind Rechtsextreme mit an die Macht gekommen; in Russland und China herrschen autoritäre und nationalistische Regime, Indien wird von einem Hindunationalisten regiert und in den USA setzt Trump Teile seiner nationalistischen Agenda um (wird von den Institutionen allerdings einigermaßen im Zaum gehalten und die von mir anfangs geäußerte Befürchtung, er wolle einen echten Faschismus etablieren, erweist sich rückblickend ohnehin als maßlos übertrieben).

Den Tiefpunkt in dieser Hinsicht bildete aber die Wahl in Brasilien. Während die Situation in den genannten Ländern sicherlich für manche Menschen sehr unangenehm ist (to say the least) und immer die Gefahr weiterer Verschlimmerung besteht, handelt es sich doch bei keinem davon um ein wirklich faschistisches Regime. In Brasilien droht genau ein solches nun aber tatsächlich. Des Historiker Antoine Acker beantwortet in einer durchaus abwägenden, mit dem Begriff vorsichtig umgehenden Analyse die Frage, ob der gewählte Präsident Jair Bolsonaro ein Faschist sei, letztlich klar mit Ja:

„Seit Ende der 1980er Jahre hat das Aufkommen des Rechtspopulismus in der europäischen Parteienlandschaft zu einer inflationären Nutzung des Faschismus-Vergleichs in Politik und Medien geführt. Viele Historiker hat dies bewegt, den häufigen Übertreibungen in der politischen Diskussion entgegenzutreten und das Etikett Faschismus nur sehr sparsam für rechtsradikale Bewegungen zu verwenden. Jetzt ist es an der Zeit, es auch für die Gegenwart wieder zu nutzen, denn Bolsonaro ist nicht nur der „Trump der Tropen“. Ihm geht es um einen rechtsextremen Totalitarismus, auch wenn sein Plan einer rechten Diktatur in der digitalen Welt der gegenseitigen Vernetzung weitaus schwerer zu erkennen ist als in Zeiten, in denen diese Politik noch von traditionellen faschistischen Strukturen verkörpert wurde. Den Bolsonarismus als digitalen Faschismus zu erkennen, ist deshalb keine Frage des akademischen Fachjargons. Es ist ein adäquater historischer Vergleich, der uns über die Risiken dessen informiert, was derzeit geschieht.“

Inwieweit es Bolsonaro gelingen wird, sein Projekt auch wirklich zu realisieren, wird maßgeblich vom Widerstand der brasilianischen Bevölkerung sowie von den internationalen Reaktionen abhängen. Wir werden das beobachten.


Ich habe nicht vor, diese Jahresbilanz weiter dem Horror der Welt zu widmen. Tatsächlich kann die permanente Wiederholung derartiger Meldungen und Analysen auch zu einem übertriebenen und letztlich unbegründeten Pessimismus führen. Es gab 2018 auch durchaus gute und ermutigende Entwicklungen. Hier ist eine Liste mit 99 guten Nachrichten („gut“ hier gemeint im Sinne progressiver Veränderungen). Manche sind ein bisschen fragwürdig, aber insgesamt zeigt die Liste, dass nicht alles immer schlimmer geworden ist, sonst manches eben auch wirklich besser. Gute Nachrichten waren für mich auch die über alle Erwartungen gut besuchten Demos für eine bessere Wohnpolitik am 14. April (mit mehr als 15.000 Teilnehmerinnen und vielen wunderbaren selbst gebastelten Plakaten) und vor allem die riesige Unteilbar-Demo am 13. Oktober.


Ansonsten versüße ich mir das Leben, so gut es halt geht; u.a. durch den Konsum der schönen Künste. Wie in den vergangenen Jahren – 2017 (Filme + Platten + Bücher); 2016 (Filme + Platten + Bücher); 2015 (Filme + Platten + Bücher); 2014 (Filme / Platten + Stücke); 2013 (neuere Filme / ältere Filme / Platten / Stücke / Bild); 2012 (Filme); 2011 (Filme/ Platten); 2010 (Filme); 2009 (Filme) – ziehe ich auch hier Bilanz. Mein Best-of-2018 sieht ungefähr so aus:


Filme (im Kino gesehene, neuere)

Ich tue gar nicht mehr so, als würde ich mich für den Mainstream interessieren (ich habe es versucht, aber schaffe es einfach nicht): kein Blockbuster, kein Hollywoodfilm auf der Liste. Ich kann es gut verstehen, wenn man meinem Filmgeschmack misstraut, aber was soll ich machen, ich bin halt verkorkst.
Bemerkenswert in diesem Jahr: Die Renaissance des Schwarz-Weiß. Die vier letzten Filme der Liste sind alle in Schwarz-Weiß gedreht und allesamt ganz wunderschön anzusehen! (In chronologischer Sichtungsreihenfolge meiner Sichtung:)
The Florida Project (Sean Baker, US 2017)
Transit (Christian Petzold, D/F 2018)
Une vie (Stéphane Brizet, F/BE 2016)
Zama (Lucrecia Martel, ARG et al. 2017)
Lazzaro felice (Alice Rohrwacher, I/CH/F/D 2018)
Gundermann (Andreas Dresen, D 2018)
On the Water (Goran Dević, KRO 2018)
Da xiang xi di er zuo (An Elephant Sitting Still, Hu Bo [Qian Hu], CN 2018)
Cold War (Pawel Pawlikowski, PL/F/UK 2018)
De cendres et de braises (Manon Ott, F 2018)
Leto (Kirill Serebrennikov, RUS/F 2018)
Roma (Alfonso Cuáron, MEX/USA 2018)


Stücke (Tracks & Songs)

2018 geht in die deutschsprachige Popmusikgeschichte als das Jahr ein, in dem mit Intro und Spex auf einen Schlag zwei der wichtigsten Magazine verschwanden. Erstaunlich ist, dass der eiskalte Atem des gnadenlosen Marktgesetzes beide auf einmal erwischt hat. Bei ihrer einigermaßen ähnlichen Ausrichtung hätte man doch annehmen können, das Aus des einen hätte dem anderen neue Leserinnen (Käuferinnen, Abonnenten) zuspielen können. Keine Ahnung, was da los war. Ich muss auch zugeben, dass es mich persönlich wenig interessiert; ich habe beide schon seit Jahren kaum noch gelesen und werde sie nicht vermissen (früher war die Spex für mich aber durchaus prägend).

Ich glaube, ich habe 2018 so wenig Musik gehört wie in keinem Jahr seit mindestens 25 Jahren. Das finde ich irritierend bis verstörend und ich hoffe, dass das 2019 wieder besser wird. Diesmal gibt es auch keine Liste vollständiger Alben, sondern nur von einzelnen Stücken (in ungefähr chronologischer Reihenfolge meines Hörens):

Sophia Kennedy – Being Special (2017)
Severija – Zu Asche, Zu Staub (Psycho Nikoros) (2017)
Kendrick Lamar, SZA – All the Stars (2018)
Kamasi Washington – Street Fighter Mas (2018)
Mouse on Mars – Foul Mouth (2018)
Tocotronic – Electric Guitar (2018)
Die Nerven – Niemals (2018)
Jon Hopkins – Emerald Rush (Edit) (2018)
Chilly Gonzales – Be Natural (2018)
Kokoroko – Abusey Junction (2018)
Berliner Solistenchor – Es kommt ein Schiff geladen (2009)
Yves Tumor – Noid (2018)


Bücher

Zunächst hatte ich vor, die Titel wie im letzten Jahr in Fiction / Nonfiction zu unterteilen, aber mir scheint – obwohl ich normalerweise nicht zu den gattungsdekonstruktiven Relativisten gehöre, sondern denke, dass die Unterscheidung pragmatisch durchaus Sinn macht – dass dies hier in einigen Fällen kaum zu bestimmen ist. Während „Spielfilm“ immer „Fiktion“ heißt, scheint das bei „Roman“ nicht der Fall zu sein. Es häufen sich die autobiografischen Romane, deren Autoren beteuern, alles sei authentisch, nichts erfunden. Die bekanntesten Fälle der letzten Jahre sind sicherlich Karl Ove Knausgård und Édouard Louis. Aber bei Gavino Leddas Padre padrone (1975), einem Buch über das Coming of Age eines sardischen Hirtenjungen, das einen tiefen Eindruck auf mich hinterlassen hat, ist das auch schon so (und natürlich gibt es viele noch ältere Beispiele).

Der scheinbare Widerspruch lässt sich nach mindestens drei Seiten auflösen: Erstens könnte man vermuten, dass „Roman“ hier die narrative Form bezeichnet, nicht die (fiktive oder reale) Extension des Erzählten. Zweitens könnte man annehmen, dass sich das Buch schlichtweg besser verkauft, wenn „Roman“ auf dem Cover steht, solange der Autor (die Autorin) nicht bereits berühmt ist. Wer will schon die Autobiografie einer ihm völlig unbekannten Person lesen. Drittens könnte man meinen, der autobiografische Roman unterscheide sich von der Autobiografie durch seine größere künstlerische Freiheit. So will es Wikipedia: „Trotz ihrer explizit subjektiven Perspektive hat die Autobiografie einen größeren Objektivitätsanspruch als der autobiografische Roman.“

Von meiner Liste bildet übrigens George Orwells Down and Out in Paris and London gewissermaßen das Gegenstück von der anderen Seite. Auf dem Cover der Erstausgabe heißt es:

„This is, in our view, an extremely forceful and socially important document. The picture drawn by the author is completely convincing: and though it is quite terrible (as of course, it is meant tob be) it holds the attention far more closely than do 90% of the novels.“

Und doch liest es sich an einigen Stellen viel ausgedachter und konstruierter als alles, was in Leddas Buch vorkommt. So verwundert es nicht, dass der Diogenes-Verlag in einer späteren Ausgabe der deutschen Übersetzung einfach „Roman“ auf den Deckel geschrieben hat (während die Gattungszuordnung in den ersten Auflagen offengeblieben war).

Fragen der Fiktionalität haben mich 2018 auch in meiner filmwissenschaftlichen Arbeit beschäftigt, aber damit will ich hier nun wirklich niemanden mehr langweilen. Hier die Liste (in alphabetischer Reihenfolge):

Bini Adamczak – Beziehungsweise Revolution. 1917, 1968 und kommende (2017)
César Aira – Prinzessin Primavera (2017; argent. span. 2003)
James Baldwin – Beale Street Blues (2018; amerik. engl. 1973)
James Baldwin – Giovanni’s Room (1956)
Antonio Di Benedetto – Und Zama wartet (1967; argent. span. 1956/1967)
Antonio Di Benedetto – Stille (1968; argent. span. 1964)
Ulrike Edschmid – Das Verschwinden des Philip S. (2013)
Jenny Erpenbeck – Gehen, ging, gegangen (2015)
Jenny Erpenbeck – Aller Tage Abend (2012)
Arne Karsten – Geschichte Venedigs (2012)
Daniel Kehlmann – Tyll (2017)
Gavino Ledda – Padre padrone (1978; ital. 1975)
José Moure, Gilles Mouëllic & Vincent Amiel (Hg.) – Le découpage au cinéma (2016)
Vladimir Odoevskij – Der schwarze Handschuh. Erzählungen (2013; russ. 1839)
George Orwell – The Road to Wigan Pier (1937)
George Orwell – Down and Out in Paris and London (1933)
Cesare Pavese – Der Mond und die Feuer (2018; ital. 1950)
Marion Poschmann – Die Kieferninseln (2017)
William T. Vollmann – Arme Leute (2018)

Und nun Prosit Neujahr, auf dass es ein (noch) besseres werde!

Ist der Klimawandel menschengemacht?

Die Frage zu stellen, ob der Klimawandel menschengemacht ist, setzt zunächst einmal voraus, seine Existenz principiell anzuerkennen. Schon das ist nicht selbstverständlich, wie neben anderen Ernesto Araújo, der designierte Außenminister in Jair Bolsonaros neofaschistischer Regierung in Brasilien beweist. Auf seinem Blog ließ er neulich verlauten, der Klimawandel sei nicht real, sondern „ein Komplott von Kulturmarxisten, um das Wirtschaftswachstum des Westens zu drosseln“ (zit. nach einem Artikel im Guardian).

Nun deuten aber alle Untersuchungen auf die Realität des globalen Temperaturanstiegs hin und auf den ersten Blick können auch keine Zweifel daran bestehen, dass der Mensch dessen Ursache ist. An eine „natürliche“ oder „zufällige“ Veränderung kann man kaum glauben, zu offensichtlich sind doch alle bekannten kausalen und statistischen Zusammenhänge von Emissionen und Klimaveränderung. Die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftlerinnen (männliche mitgemeint) ist sich darin einig. Die Wahrscheinlichkeit, dass der in den letzten 60 Jahren gemessene Temperaturanstieg ohne menschliche Emissionen ähnlich hoch ausgefallen wäre, liegt laut einer 2014 veröffentlichten Studie bei etwa 0,001 %. Dass dennoch in einigen Ländern (wie etwa der Schweiz: 44%) nur eine Minderheit von der menschlichen Verursachung überzeugt ist und es auch prominente Zweifler gibt, sagt viel über Verdrängungsmechanismen, Ignoranz und Ideologie und nichts über die realen kausalen Zusammenhänge.

Und dennoch überzeugt mich die These von der Menschengemachtheit des Klimawandels nur halb, zumindest ist sie unglücklich oder unvollständig formuliert. Wir müssen präziser sein. Mein Punkt ist, dass dabei nämlich die Kausalursache falsch attribuiert wird: Es ist ja nicht „der Mensch“ als ahistorisches Abstraktum, der die Erderwärmung verursacht. Tatsächlich sind wahrscheinlich sogar die meisten Menschen, die heute auf der Erde leben, vollkommen unschuldig: Die Emissionen, die sie zusammenaddiert verursachen, würden überhaupt keine Veränderung bewirken.

Der höchste Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen wird in Australien, den USA und Saudi-Arabien gemessen; die niedrigsten Werte sind für die afrikanischen und südamerikanischen Länder zu verzeichnen. Aber auch den Aussies, Amis und Saudis den schwarzen Peter zuzuschieben, würde zu kurz greifen. Auch sie handeln ja nicht im geschichtsleeren Raum, sondern als Elemente größerer Systeme in einem bestimmten Entwicklungsstadium. Eigentlich legen auch die Erwärmungskurven nicht nahe, dass es „der Mensch“ ist, der die Erwärmung verursacht hat, sondern, viel spezifischer, „der Mensch im 19., 20., 21. Jahrhundert, in bestimmten Erdregionen, unter den Bedingungen der kapitalistischen Weltordnung“. Mit anderen Worten: Viel sinnvoller als die Frage „Ist der Klimawandel menschengemacht?“ wäre „Ist der Klimawandel kapitalismusgemacht?“. Und viel eindeutiger müsste die Antwort hier: „Ja!“ ausfallen, viel genauer ließen sich die systemischen Ursachen adressieren und beseitigen.

Auch die Tatsache, dass, obwohl allen die Dringlichkeit der vom Klimawandel verursachten Probleme offenkundig ist, die internationalen Reaktionen auf die Erderwärmung vollkommen unzureichend sind, lässt sich kaum einfach mit menschlicher Trägheit erklären. Wenn das Klohäuschen brennt, kackt man ja auch nicht seelenruhig weiter. Vielmehr liegt die beängstigende und vielleicht suizidale Trägheit an spezifischen Problemen kollektiven Handelns unter kapitalistischen Bedingungen (namentlich privaten Profitinteressen und Konkurrenzwirtschaft).

Einwenden könnte man hier vielleicht, dass die Sowjetunion und die Ostblock-Staaten in Sachen Umweltschutz und Treibhausgasreduktion auch nicht viel besser (in manchen Punkten sogar schlechter) waren als der kapitalistische Westen. Aber erstens war die Klimaveränderung zu Zeiten des „real existierenden Sozialismus“ noch nicht so bekannt und nicht so dringlich wie heute. Zweitens handelte es sich bei dessen Wirtschaftsweise eh auch um eine zu 3/4 kapitalistische: Warentausch, Lohnarbeit, Wachstumsimperativ, Konkurrenz zu weiter entwickelnden kapitalistischen Staaten etc. im globalen Zusammenhang eines kapitalistischen Weltsystems. Um den Kapitalismus als entscheidende Größe kommt man nicht herum.

Ein anderer Einwand könnte besagen, dass der Kapitalismus ja nicht notwendig ein Klimakiller sein müsse (sowenig wie der Mensch). Allerdings wäre der Beweis eines klimaneutralen Kapitalismus erst noch anzutreten. Von heute aus betrachtet ist das ein Wunschkonzert im Wolkenkuckucksheim. Während es immerhin ca. 100.000 Jahre klimaneutrale Menschheitsgeschichte gab, hat es bisher nur einen Kapitalismus gegeben und der ist offenbar tödlich…

Das letzte Wort mag Benjamin Y. Jong haben, der vor einiger Zeit in der New York Times ganz ähnliche Gedanken geäußert hat: „The claim here is not that unintelligent people do not do unintelligent things, but rather that the overwhelming unintelligence involved in keeping the engines of production roaring when they are making the planet increasingly uninhabitable cannot be pinned on specific people. It is the system as a whole that is at issue, and every time we pick out bumbling morons to lament or fresh-faced geniuses to praise is a missed opportunity to see plainly the necessity of structural change.“

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P.S. (30.12.): Gerade lese ich auf der WOZ-Seite, dass Schüler_innen in der Schweiz Mitte Dezember unter dem Motto „Keine Zeit für Schule und Arbeit, wir müssen jetzt handeln“ für eine bessere Klimapolitik gestreikt haben. Ihre Forderung: „System change, not climate change!“