Griechenland in deutschen Medien Der Piller und der Propagandakrieg

Auch an der Kommunikationsfront tobt ein Propagandakrieg, der den medialen Schlachten des vorigen Jahrhunderts gleicht: Dämonisierung und Diskreditierung des Gegners sowie Desinformation. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die deutschen Massenmedien, darunter auch seriöse wie der «Spiegel» und die «Süddeutsche Zeitung». Wer auch immer – wie etwa Finanzminister Yanis Varoufakis – den Mund aufzumachen wagt, wird als «Chaot» und «schräger Vogel» beschimpft. Jede Massnahme der Athener Regierung – und sei sie wie im Fall der Nothilfemassnahmen für Arme und Obdachlose noch so humanitär – wird gegeisselt, nur weil sie nicht den Auflagen der Kreditgeber entspricht.

Am 7. Mai, als dieser lesenswerte Artikel in der WOZ erschien, konnte man vielleicht noch der Meinung sein, “Propagandakrieg” sei ein bisschen dolle in der Wortwahl, aber wenn man dann eine Woche später auf die FAZ-Seite blickte und klickte und las, was Tobias Piller da rausrotzen durfte, musste man Nikos Chilas doch zustimmen. Eigentlich unglaublich, auf was für ein Niveau sich die FAZ mittlerweile herab begibt: Da echauffiert sich der Piller doch tatsächlich darüber, dass die Regierung 400 Putzfrauen wieder einstellt, nachdem ein Gericht deren Entlassung für unrechtmäßig erklärte!

Aber vielleicht hat sich der Piller ja nur geärgert, dass unter den Stichwörtern “Dämonisierung”, “Diskreditierung” und “Desinformation” nur die Konkurrenz vom Spiegel und der SZ genannt wurde. Da musste dringend was geschehen.

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