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		<title>Die Principien der ständigen Erneuerung</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 19:19:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen: Wir haben ein neues Design! Beim Layout sind wir uns treu geblieben, minimalistisch wie gewohnt, mit einer festen Spalte links, die bei kleineren Bildschirmen, iPad u.ä. nun automagisch nach oben wandert — responsive web design nennt sich das. HTML5/CSS3 greatness ab sofort auch auf Principien, yeah! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class='dropcap' >V</span>ielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen: Wir haben ein neues Design! Beim Layout sind wir uns treu geblieben, minimalistisch wie gewohnt, mit einer festen Spalte links, die bei kleineren Bildschirmen, iPad u.ä. nun automagisch nach oben wandert — <em>responsive web design</em> nennt sich das. HTML5/CSS3 greatness ab sofort auch auf Principien, yeah! Ein paar Gimmicks haben wir auch noch versteckt, der aufmerksame Leser wird sie mit der Zeit entdecken und hoffentlich schätzen lernen. Vom alten Logo verabschieden wir uns ebenfalls, es hat uns über viele Jahre gut gedient.</p>
<p><strong>Tschö 𝒫 und willkommen ℘!<br />
</strong><br />
Wer zum Redesign ein paar Worte zu verlieren hat, verliert die am besten in den Kommentaren. Wir freuen uns immer über Meinung, Lob und Kritik! Vielleicht ändert sich das eine oder andere in den kommenden Wochen noch — apropos ständige Erneuerung…</p>
<p><em>Und wenn mir jetzt noch jemand sagen könnte, wie ich dieses Dropdown-Menü auf der Startseite eingeklappt bekomme… Aaargh, WordPress!</em></p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gedanken zur schönen neuen Welt Entkapitalisierung</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 21:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href="http://principien.de/schoene-neue-welt-entkapitalisierung/"><img align="left" hspace="5" width="120" src="http://images01.linx.de/old_product/12/27/30/full.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="Bücherwand" /></a>Vielleicht büßt auch die bildungsbürgerliche Bücherwand mit der Durchsetzung des Ebooks ihre Funktion als objektiviertes kulturelles Kapital ein. Vielleicht sieht sie bald nicht mehr nach Belesenheit, sondern nach Antiquiertheit, seine Besitzerin nicht mehr klug aus, nur noch alt.   ℘]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="Bücherwand" src="http://images01.linx.de/old_product/12/27/30/full.jpg" alt="" width="456" height="420" /></p>
<p>Vielleicht büßt auch die bildungsbürgerliche Bücherwand mit der Durchsetzung des Ebooks ihre Funktion als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturelles_Kapital">objektiviertes kulturelles Kapital</a> ein. Vielleicht sieht sie bald nicht mehr nach Belesenheit, sondern nach Antiquiertheit, seine Besitzerin nicht mehr klug aus, nur noch alt.</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wer braucht schon Wälder?</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 11:57:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Waldgesetzgebung]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://principien.de/wer-braucht-schon-waelder/"><img align="left" hspace="5" width="120" src="http://avaaz_images.s3.amazonaws.com/1359_Deforestation-Amazon-1024x667_1_460x230.png" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Abgeholzter Amazonas" title="Amazonas" /></a>Brasiliens Parlament hat ein neues Waldgesetz verabschiedet. Die Agrarlobby siegt. Kritiker befürchten, dass die Abholzung des Regenwaldes legalisiert wird. Brasiliens Agrarindustrie hat sich wieder einmal durchgesetzt und ihre Macht dabei nicht nur der Präsidentin Dilma Rousseff unmissverständlich vor Augen geführt. Umweltorganisationen und kleinbäuerliche Landwirtschaftsverbände, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, einfache Abgeordnete und sogar zwei ehemalige Umweltminister hatten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Brasiliens Parlament hat ein neues Waldgesetz verabschiedet. Die Agrarlobby siegt. Kritiker befürchten, dass die Abholzung des Regenwaldes legalisiert wird.</strong></p>
<p>Brasiliens Agrarindustrie hat sich wieder einmal durchgesetzt und ihre Macht dabei nicht nur der Präsidentin Dilma Rousseff unmissverständlich vor Augen geführt. Umweltorganisationen und kleinbäuerliche Landwirtschaftsverbände, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, einfache Abgeordnete und sogar zwei ehemalige Umweltminister hatten über Jahre hinweg gegen die Reform des Waldgesetzes gekämpft. Unter dem Namen Observatório do Clima hatten sich sonst konkurrierende NGO zusammengeschlossen und die Kampagne »SOS Floresta« (»SOS Wald«) ins Leben gerufen. Schließlich konnten sie sogar vier Fünftel der brasilianischen Bevölkerung von ihrem Ziel überzeugen. Genutzt hat es wenig. Am Mittwoch vergangener Woche nahm das neue Waldgesetz, der Código Florestal, seine letzte parlamentarische Hürde. Sollte Rousseff nicht noch ihr Veto einlegen, sind de facto bis zu 85 Millionen Hektar Wald zur Rodung frei gegeben.</p>
<p><img class="aligncenter" title="Amazonas" src="http://avaaz_images.s3.amazonaws.com/1359_Deforestation-Amazon-1024x667_1_460x230.png" alt="Abgeholzter Amazonas" width="480" /></p>
<p><strong><span id="more-6382"></span>Bislang gilt ein sehr rigides Waldgesetz in Brasilien.</strong> Das erste wurde 1934 von Getúlio Vargas per Dekret erlassen. Ziel war damals nicht der Erhalt der heimischen Flora und Fauna, sondern die Sicherstellung der Versorgung der Stadtbevölkerung mit Brennholz. Gleichwohl wurden Landbesitzerinnen und –besitzer verpflichtet, abgeholzte Gebiete wieder mit heimischer Vegetation aufzuforsten und ein Viertel ihres Landes mit der ursprünglichen Vegetation zu erhalten, die sogenannte Reserva Legal entstand. Das für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Gesetz ist mit wenigen Änderungen noch heute gültig.</p>
<p>1965 wurde die Größe der Schutzzone auf 50 Prozent des Landbesitzes verdoppelt. Auch hier stand noch nicht der Umweltschutzgedanke im Vordergrund, vielmehr erhoffte man sich dadurch, dass die Großgrundbesitzerinnen und –besitzer mehr Land erwerben würden, um die Größe ihrer Nutzfläche zu erhalten. Die damals noch quer durch den Regenwald verlaufende Staatsgrenze sollte durch den privaten Grundbesitz gefestigt werden. Zum ersten Mal wurden aber auch »permanente Schutzgebiete« (APP) ausgewiesen, in denen keine Landwirtschaft erlaubt war: Flussränder, Bergspitzen oder Hänge mit starkem Gefälle.</p>
<p>Der Umweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro machte Naturschutz zu einer Priorität brasilianischer Politik. 1996 erhöhte die Regierung von Fernando Henrique Cardoso die Quote der Reserva Legal auf 80 Prozent und berief eine Kommission ein, die die Umsetzung des Gesetzes diskutieren und Vorschläge zur Anpassung ausarbeiten sollte.</p>
<p>Die Kommission scheiterte 2000 an allzu radikalen Forderungen der Landbesitzerinnen und –besitzer, die versucht hatten, die Umweltgesetzgebung bis zur Unkenntlichkeit aufzuweichen. Cardoso musste sich schließlich der ablehnenden öffentlichen Meinung beugen. Das Projekt wurde auf Eis gelegt.</p>
<p><strong>Anders als 2000 wurde dieses Mal der gesamte Gesetzgebungsprozess minutiös vorbereitet.</strong> Der alte Entwurf wurde wiederverwendet und Ende 2009 berief der Präsident des Abgeordnetenhauses, Michel Temer von der liberalen Partei PMDB, eine neue Kommission ein. Sie wurde fast nur mit Personen besetzt, die aus dem parteiübergreifenden »Block der Landbesitzer« stammten. Temer wurde ein Jahr später unter Rousseff Vizepräsident. Den Gesetzesvorschlag einbringen sollte der ehemalige Präsident des Abgeordnetenhauses, Aldo Rebelo, von der Kommunistischen Partei PCdoB. Eine Analyse des an das Landwirtschaftsministerium angegliederten Forschungsinstituts Embrapa begleitete den Gesetzgebungsprozess wissenschaftlich. Die sehr tendenziöse Darstellung seiner Forschungsergebnisse mit dem Titel »Der räumliche Geltungsbereich des Umwelt– und Indigenenrechts« wurde über befreundete Medien im ganzen Land verbreitet: Sollte nichts geschehen, würden Millionen Kleinbäuerinnen und –bauern kriminalisiert und die Nahrungsversorgung der Bevölkerung wäre gefährdet, so der Tenor. Einem Bericht der Zeitung Folha de São Paulo zufolge erhielten Ende 2010 mindestens 50 Abgeordnete zudem üppige Wahlkampfspenden von Firmen, die von einer Reform des Gesetzes profitieren würden.</p>
<p>Anfang 2011 legte Rebelo den ausgearbeiteten Gesetzesvorschlag im Kongress vor. Zur Notwendigkeit einer Reform der Waldgesetzgebung befragt, antwortete er noch 2010: »Die meisten Landbesitzer halten sich ja sowieso nicht dran.« Tatsächlich wird das geltende Waldgesetz, wie viele andere Gesetze in Brasilien auch, nur unzureichend durchgesetzt. Allerdings hatte gerade der Umweltschutz in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht, beispielsweise konnte die Regenwaldabholzung von über 27 000 Quadratkilometern im Jahr 2004 auf unter 7 000 im Jahr 2010 reduziert werden. Im selben Zeitraum wurden 66 000 illegale Urkunden über Grundbesitz eingezogen und die Kontrollen im Amazonasgebiet intensiviert.</p>
<div class="pullright"><p><div class="alert-message block-message info"><p><strong>Crossposting</strong></p>
<p>Dieser Artikel erscheint auch in der <a href="http://jungle-world.com/artikel/2012/18/45374.html">Jungle World 18/12</a>.</p></div></p></div>
<p>Der Biologe João Paulo Ribeiro Capobianco, Vorstandsmitglied des Instituts für Demokratie und Nachhaltigkeit (IDS), war von 2003 bis 2008 Staatssekretär im Umweltministerium. Er sieht die Reform als direkte Konsequenz aus den Fortschritten im Umweltbereich. Schuld sei die »Wahrnehmung der Produzenten, dass sie es angesichts der neuen Kontrollmechanismen von Tag zu Tag schwerer haben, mit ihrer jahrzehntelang eingeübten, aber irregulären Praxis fortzufahren«, schrieb er in Le Monde diplomatique Brasil. Die nun beschlossenen Regeln dürften die Agrarindustrie beruhigen: Alle vor dem 22. Juli 2008 begangenen illegalen Rodungen werden unter Amnestie gestellt. Unerlaubt in den Schutzgebieten bewirtschaftetes Land wird als »konsolidiertes Land« deklariert und muss als solches nicht wieder aufgeforstet werden. Die Schutzzone von Flüssen bis zu zehn Meter Breite wird von 30 auf 15 Meter verringert, außerdem wird nicht mehr bei Hoch-, sondern bei Niedrigwasser gemessen. Allein das führt im Feuchtgebiet Pantanal zu drastischen Verlusten, da dort 90 Prozent des Landes jahreszeitlich schwankenden Überflutungen ausgesetzt sind. Für größere Flüsse entfällt jede Sonderregelung. Grundsätzlich müssen nur noch 20 Prozent des Grundbesitzes als Reserva Legal geschützt werden, nur im Amazonasgebiet bleibt es bei 80 Prozent, in der Savanne Cerrado bei 35 Prozent. Bei der Berechnung des Gebiets dürfen bestehende APP mit einberechnet werden. Generell von jeder Schutzquote ausgenommen sind fortan kleine Landwirtschaftsbetriebe unter einer Größe von 440 Hektar. Großgrundbesitzerinnen und –besitzer dürfen zur Berechnung ihrer Reserva Legal ihren gesamten Besitz in ganz Brasilien heranziehen und die Schutzflächen beliebig verteilen, bis zu 440 Hektar dürfen auch sie abziehen. Die Ausweisung von Schutzzonen fällt in die Kompetenz der Bundesstaaten, APPs in Stadtgebieten werden komplett gestrichen.</p>
<p><strong>Kein Wunder, dass sich die Agrarindustrie</strong> am Abend nach der Abstimmung zufrieden zeigte. Kátia Abreu vom Farmerverband CNA und Trägerin des von Greenpeace vergebenen Negativ-Preises »Goldene Kettensäge« jubelte: »Wir haben die Diktatur der NGO beendet!«</p>
<p>Noch geben sich diese aber nicht geschlagen. Im Wahlkampf um die Präsidentschaft hatte Rousseff versprochen, kein neues Waldgesetz zu unterschreiben, das »irgendeine Form von Amnestie« enthalte. An dieses Versprechen wollen die Umweltaktivistinnen und –aktivisten sie erinnern. Der im Juni stattfindende Umweltgipfel Rio+20 wird dazu ausreichend Gelegenheit bieten. Spätestens dort wird sich Rousseff auch fragen lassen müssen, wie sie mit dem neuen Waldgesetz die in Kopenhagen zugesagte Reduzierung der Abholzung um 80 Prozent bis 2020 noch schaffen will.</p>
<div class="alert-message success"><a class="close" href="#">×</a><p>Zu dem Thema findet eine Avaaz-Aktion statt. Wer möchte, kann dort eine <a href="http://www.avaaz.org/de/save_the_amazon_a/">Petition an die Präsidentin unterzeichnen</a>.</p></div>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gegenentwurf Auch wir sind Urheber/innen!</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 12:09:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Gruppe von Autor/innen und Künstler/innen macht sich derzeit gemeinsam mit den Rechteverwertern und mit Unterstützung von Teilen der Presse unter der Überschrift „Wir sind die Urheber“ zum Sprachrohr aller Urheber/innen. Ziel ihrer Kampagne ist es, die Möglichkeiten und Freiheiten des Internets durch technische Maßnahmen und Gesetze zu beschneiden, um das Quasi-Monopol einiger weniger auf die Veröffentlichung von und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Gruppe von Autor/innen und Künstler/innen <a href="http://www.wir-sind-die-urheber.de/">macht sich derzeit</a> gemeinsam mit den Rechteverwertern und mit Unterstützung von Teilen der Presse unter der Überschrift <a href="http://www.wir-sind-die-urheber.de/">„Wir sind die Urheber“</a> zum Sprachrohr aller Urheber/innen. Ziel ihrer Kampagne ist es, die Möglichkeiten und Freiheiten des Internets durch technische Maßnahmen und Gesetze zu beschneiden, um das Quasi-Monopol einiger weniger auf die Veröffentlichung von und den Zugang zu immateriellen Gütern aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen.</p>
<p>Auch wir sind Urheber/innen von Texten, Musik, Bildern, Software und anderen Kulturgütern, doch diese Gruppe repräsentiert uns nicht und wir distanzieren uns von ihrem Anliegen.</p>
<p>Während die traditionellen Medien – vom Buch bis zur Tageszeitung, vom Theater bis zum Kinofilm, von der Schallplatte bis zur DVD – immer der Kontrolle kleiner Gruppen unterlagen, ist mit dem Internet zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein allgemein zugängliches Medium für das (individuelle oder gemeinschaftliche) Schaffen, Teilen und Verteilen von Kulturgütern entstanden. Damit verwischen zunehmend auch die Grenzen zwischen Produzent/innen und Konsument/innen dieser Güter.</p>
<p>(<a href="http://wir-sind-urheber.de/">zum weiterlesen und unterzeichnen</a>)</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Appell, korrigierte FassungWir sind die Dummen!</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 12:11:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Diebstahl]]></category>
		<category><![CDATA[Geistiges Eigentum]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir sind immer die Urheber! Dummen! Gegen den Diebstahl das Kopieren geistigen Eigentums kultureller Produkte Mit Sorge und Unverständnis verfolgen wir als AutorenInnen und KünstlerInnen die öffentlichen Angriffe gegen das Urheberrecht Verteidigungen des freien Austauschs von Kulturgütern und Kochrezepten. Das Urheberrecht ist eine historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit der kapitalistischen Gesellschaft gegen die Freiheit der Kultur feudale Abhängigkeit für die Abhängigkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="u70-6">
<h1><a href="http://www.wir-sind-die-urheber.de/">Wir</a> sind immer die<del> Urheber!</del> Dummen!</h1>
<h3>Gegen <del>den Diebstahl</del> <strong>das Kopieren</strong> <del>geistigen Eigentums</del> <strong>kultureller Produkte</strong></h3>
<p>Mit Sorge und Unverständnis verfolgen wir als Autoren<strong>Innen</strong> und Künstler<strong>Innen</strong> die öffentlichen <del>Angriffe gegen das Urheberrecht</del> <strong>Verteidigungen des freien Austauschs von Kulturgütern und Kochrezepten</strong>. Das Urheberrecht ist eine historische Errungenschaft <del>bürgerlicher Freiheit</del> <strong>der kapitalistischen Gesellschaft</strong> <del>gegen <strong><del>d</del>ie Freiheit der Kultur</strong> feudale Abhängigkeit</del> <strong>für die Abhängigkeit vom Markt und vom Massengeschmack</strong>, und es garantiert <strong>leider keineswegs</strong> die materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen.</p>
</div>
<div id="pu201-4">
<div id="u203-135">
<p id="u203-5">Der in diesem Zusammenhang behauptete Interessengegensatz zwischen Urheber<strong>Inne</strong>n und „Verwerter<strong>Inne</strong>n“ entwirft ein <del>abwegiges</del> <strong>nicht ganz falsches</strong> Bild unserer Arbeitsrealität. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft geben Künstler<strong>Innen</strong> die Vermarktung ihrer Werke in die Hände von Verlagen, Galerien, Produzent<strong>Inn</strong>en oder Verwertungsgesellschaften, <del>wenn diese ihre Interessen bestmöglich vertreten und verteidigen</del> <strong>weil ihnen (unter gegebenen Bedingungen oft) keine andere Wahl bleibt</strong>. Die neuen Realitäten der Digitalisierung und des Internets sind kein Grund, <del>den profanen Diebstahl geistigen Eigentums</del> <strong>das freie Kopieren von Kulturgütern</strong> zu rechtfertigen oder gar seine Legalisierung zu fordern. Im Gegenteil: Es gilt, <del>den Schutz des Urheberrechts</del> <strong>die Repression, die Abmahnpraxis, den Verwertungszwang</strong> zu stärken und den heutigen Bedingungen des schnellen und massenhaften Zugangs zu den Produkten geistiger Arbeit anzupassen.<span id="more-6337"></span></p>
<p id="u203-6">Das Urheberrecht <strong>verhindert den freien Austausch und</strong> ermöglicht, dass <del>wir</del> <strong>einige wenige</strong> Künstler<strong>Innen</strong> und Autoren<strong>Innen</strong> von <del>unserer</del> Arbeit leben können und schützt <strong>ein paar von</strong> uns <del>alle</del>, <del>auch</del> vor global agierenden Internetkonzernen, deren Geschäftsmodell die Entrechtung von Künstler<strong>Inne</strong>n und Autor<strong>Inn</strong>en in Kauf nimmt, <strong>und vor Teenagern, die sich Musik und Ebooks runterladen statt dafür malochen zu gehen, wie es sich gehört</strong>. Die alltägliche Präsenz und der Nutzen des Internets in unserem Leben kann <strong>kein Kopieren</strong> <del>keinen Diebstahl</del> rechtfertigen und ist keine Entschuldigung für <strong>Spaß und Vergnügen</strong> <del>Gier oder Geiz</del>.</p>
</div>
</div>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>They did it again Gähn!</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 11:39:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute mal wieder ein großer Appell von «Urheberinnen» gegen den «Diebstahl» von «geistigem Eigentum». Es wird langsam langweilig so was zu kommentieren, da auch keine neuen Argumente zu erblicken sind. Wiedermal (und dreimal wiederholt) der Diebstahlvorwurf, der doch schon hundert mal argumentativ entkräftet wurde. Also noch mal, liebe Charlotte Roche, liebe Karen Duve, lieber Feridun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute mal wieder ein großer <a href="http://www.wir-sind-die-urheber.de/">Appell</a> von «Urheberinnen» gegen den «Diebstahl» von «geistigem Eigentum». Es wird langsam langweilig so was zu kommentieren, da auch keine neuen Argumente zu erblicken sind. Wiedermal (und dreimal wiederholt) der Diebstahlvorwurf, der doch schon hundert mal argumentativ entkräftet wurde. Also noch mal, liebe Charlotte Roche, liebe Karen Duve, lieber Feridun Zaimoglu und wie ihr alle heißt, eine Datei im Netz zu kopieren ist <a href="http://principien.de/kein-diebstahl/">kein Diebstahl</a>, da dadurch <a href="http://principien.de/copying-is-not-theft-but-copying-is-not-sharing-or-bartering-either/">nix weniger wird</a>. Es ist einfach kopieren, aus 1 mach 2. Wenn ihr das Gegenteil sagt, lügt ihr, oder habt nicht nachgedacht. Das aber solltet ihr doch besser tun, bevor ihr etwas unterschreibt, sonst glaubt euch niemand. Und überdies verliert ihr jeden Respekt.</p>
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		<title>Konzerthinweis</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 23:05:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Rahmen des ACHT BRÜCKEN–Festivals in Köln, dessen Schwerpunkt dieses Jahr auf dem Werk des Amerikaners John Cage liegt, gibt es am Samstag in der Kölner Philharmonie einen Ensembletag. Gespielt werden u.a. Werke von Cage, Varese, Reich, Zappa und Feldman. Beginn ist um 16:00 Uhr, gespielt wird bis ca. 24:00. Eintrittspreis für den gesamten Ensembletag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen des <a href="http://www.achtbruecken.de/">ACHT BRÜCKEN</a>–Festivals in Köln, dessen Schwerpunkt dieses Jahr auf dem Werk des Amerikaners John Cage liegt, gibt es am Samstag in der Kölner Philharmonie einen <a href="http://www.achtbruecken.de/programm/108863/">Ensembletag</a>. Gespielt werden u.a. Werke von Cage, Varese, Reich, Zappa und Feldman. Beginn ist um 16:00 Uhr, gespielt wird bis ca. 24:00. Eintrittspreis für den gesamten Ensembletag ist €25,-. Hingehen lohnt sich!</p>
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		<title>Neuer Trentemøller-Track</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 08:29:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<title>Literaturkritik: Christian Kracht &quot;Imperium&quot; Die Ein-Satz-Kritik</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 14:46:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosa]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Kracht]]></category>
		<category><![CDATA[Imperium]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil im Moment so viel über Christian Krachts „Imperium“ zu lesen ist und keiner gezwungen sein sollte, sich durch diesen feuilletonistischen Firlefanz durchzulesen, geschweige denn sich das Original zu holen, hier die wohl treffendste Kritik kondensiert in einem Satz: In Zeiten, in denen das mittlere Management zu zwei Dritteln aus Skinheads in Panzerautos besteht, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil im Moment so viel über Christian Krachts „Imperium“ zu lesen ist und keiner gezwungen sein sollte, sich durch diesen feuilletonistischen Firlefanz durchzulesen, geschweige denn sich das Original zu holen, hier die wohl treffendste Kritik kondensiert in einem Satz:</p>
<blockquote><p>In Zeiten, in denen das mittlere Management zu zwei Dritteln aus Skinheads in Panzerautos besteht, die im Chor mit der Politik wirtschaftsfaschistische Parolen blöken, die zentrale Botschaft der Popmusik nicht mehr Emanzipation, sondern Unterwerfung ist, die Meinung, man müsse den gesellschaftlichen Reichtum gerechter verteilen, direkt ins regierungsamtliche Aussteigerprogramm für Linksextremisten führt und der Krieg aller gegen alle das ideologische Fundament der Vorschulpädagogik liefert, ist solche Poserei einfach nur lächerlich.</p></blockquote>
<p><em>Michael Sailer (Konkret 4/12)</em></p>
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		<title>Trailer Ted</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 12:13:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Lustig]]></category>
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		<description><![CDATA[So, nach Rassismus, Selbstmord und Burnout jetzt mal wieder was Lustiges. Der Trailer zum ersten Spielfilm von Family Guy-Erfinder Seth MacFarlane: Es gibt auch eine alternative, nicht jugendfreie Version: Zusammengenommen dürften das dann wohl die besten Gags gewesen sein. Den Kinobesuch kann man sich also sparen.     ℘]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, nach Rassismus, Selbstmord und Burnout jetzt mal wieder was Lustiges. Der Trailer zum ersten Spielfilm von Family Guy-Erfinder Seth MacFarlane:</p>
<p><span id="more-6291"></span></p>
<p>Es gibt auch eine alternative, nicht jugendfreie Version:</p>
<p><iframe width="480" height="270" src="http://www.youtube.com/embed/aGW5gpMU9yo?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Zusammengenommen dürften das dann wohl die besten Gags gewesen sein. Den Kinobesuch kann man sich also sparen.</p>
<p> </p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kapitalismus macht krank Burnout-Syndrom</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Apr 2012 15:39:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Ergebnisse aus der Wissenschaft sind eindeutig und lassen sich nicht mehr verleugnen: Die Stressbelastung hat in vielen Arbeitsbereichen in den letzten Jahren enorm zugenommen. Dadurch werden auch immer mehr Menschen krank und im Extremfall sogar arbeitsunfähig. Aus einer sehr hörenswerten Sendung, die eben auf Deutschlandfunk lief.   ℘]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Ergebnisse aus der Wissenschaft sind eindeutig und lassen sich nicht mehr verleugnen: Die Stressbelastung hat in vielen Arbeitsbereichen in den letzten Jahren enorm zugenommen. Dadurch werden auch immer mehr Menschen krank und im Extremfall sogar arbeitsunfähig.</p></blockquote>
<p>Aus einer sehr hörenswerten <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1719318/">Sendung</a>, die eben auf Deutschlandfunk lief.</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Krise und die Folgen II Öffentlicher Selbstmord</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 09:44:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute vormittag hat sich ein griechischer Rentner auf dem zentralen Syntagma-Platz erschossen, nur einige hundert Meter vom Parlamentseingang entfernt. Hauptgrund scheint die Verzweifelung über seine Verschuldung gewesen zu sein. Augenzeugen berichten, der Mann habe, bevor er abdrückte, gerufen: «So hinterlasse ich meinen Kindern keine Schulden». Es habe sich offenbar um einen symbolisch motivierten Akt gehandelt, mutmaßte einer der Zeugen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute vormittag hat sich ein griechischer Rentner auf dem zentralen Syntagma-Platz erschossen, nur einige hundert Meter vom Parlamentseingang entfernt. Hauptgrund scheint die Verzweifelung über seine Verschuldung gewesen zu sein.</p>
<p>Augenzeugen berichten, der Mann habe, bevor er abdrückte, gerufen: «So hinterlasse ich meinen Kindern keine Schulden». Es habe sich offenbar um einen symbolisch motivierten Akt gehandelt, mutmaßte einer der Zeugen, da die gleiche Tat an einem anderen Ort kaum die gleiche Aufmerksamkeit bekommen hätte.</p>
<p>Griechenland ist im fünften Jahr einer heftigen ökonomischen Krise, deren Folgen durch die von den europäischen Geldgebern geforderten Austeritätsmaßnahmen noch verschlimmert wurden. Diese Maßnahmen haben zu großen Kürzungen geführt, etwa um bis zu 25% bei den Rentenzahlungen.</p>
<p>Die sozialen Auswirkungen der Krise werden auf den Straßen Athens und anderer Großstädte immer deutlicher sichtbar. Die Selbstmordraten sind gestiegen. In einem bekannten Fall hat sich im letzten September ein mit seinen Schulden kämpfender Mann vor einer Bankfiliale in Thessaloniki selbst angezündet.</p>
<p>(<a href="http://english.capital.gr/News.asp?id=1460380">Quelle</a>)</p>
<p><strong>Update</strong> (05.04., 10.00): Inzwischen wurde bei Dimitris Christoulas (so hieß der Mann) ein Abschiedsbrief gefunden. In ihm steht:</p>
<blockquote><p>Die Regierung von Tsolakoglou hat mich aller Überlebensmöglichkeiten beraubt; sie basierten auf einer würdigen Rente, für die ich allein während 35 Jahren bezahlt habe, ohne Hilfe vom Staat. Da mir mein vorangeschrittenes Alter eine dynamischere Reaktion nicht erlaubt (obwohl: wenn einer meiner griechischen Landsmänner zu einer Kalashnikov greifen würde, würde ich mich hinter ihn stellen), sehe ich keine andere Lösung als mein Leben in Würde zu beenden. So werde ich nicht eines Tages in den Mülleimern nach Lebensmitteln suchen müssen. Ich glaube, dass Menschen ohne Zukunft eines Tages zu den Waffen greifen werden und die Verräter unseres Landes auf dem Syntagmaplatz hängen werden, so wie es die Italiener 1945 mit Mussolini taten.<cite>(<a href="http://www.athensnews.gr/portal/1/54580">Quelle</a>)</cite></p></blockquote>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die Krise und die Folgen Rassismus in Griechenland</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 11:11:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Mir macht die Krise Angst: Wenn man Ratten in einen Käfig sperrt und dann das Bodengitter mit Krisenspannung elektrisiert, fangen sie an, einander totzubeißen. (D. Dath) Als wollten sie Dath bestätigen: Keine guten Nachrichten aus Griechenland: In Griechenland und speziell in Athen breiten sich die Fälle rassistischer Gewalt gegenüber Immigranten auch auf Bezirke außerhalb des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Mir macht die Krise Angst: Wenn man Ratten in einen Käfig sperrt und dann das Bodengitter mit Krisenspannung elektrisiert, fangen sie an, einander totzubeißen. (<a href="http://principien.de/zitat-des-monats-3/">D. Dath</a>)</p></blockquote>
<p>Als wollten sie Dath bestätigen: Keine guten Nachrichten aus Griechenland:</p>
<p><strong>In Griechenland und speziell in Athen breiten sich die Fälle rassistischer Gewalt gegenüber Immigranten auch auf Bezirke außerhalb des Zentrums aus.</strong></p>
<p>Die Ausbreitung der Fälle rassistischer Gewalt auf neue Bezirke Athens, wie beispielsweise Kallithea, und die organisierten Angriffe gegen Immigranten, die an Bushaltestellen warten, sind einige der Strömungen, welche das Netzwerk zur Erfassung von Fällen rassistischer Gewalt ausmacht. Laut einer Untersuchung, deren Ergebnisse am vergangenen Mittwoch (21 März 2012) präsentiert wurden, agierten in der überwältigenden Mehrzahl der im letzten Quartal 2011 verzeichneten Fälle die Täter als Gruppe, was die Ansicht bezüglich organisierter rassistischer Verbrechen bekräftigt.</p>
<p>Sich auf die <a title="Definition: Chrysi Avgi" href="http://www.griechenland-blog.gr/definitionen/chrysi-avgi/">Chrysi Avgi</a> beziehend warnte das Netzwerk, “<em>dass sich die eine politische Vertretung beanspruchenden Gewaltgruppen darüber bewusst zu sein haben, dass es immer mehr auf sie gerichtete Mikroskope geben wird</em>“. Weiter wird die Beunruhigung darüber ausgedrückt, dass “<em>die Bevölkerung in den urbanen Zentren eine zunehmende Toleranz für rassistische Gewalt zeigt</em>“.</p>
<p><a href="http://www.griechenland-blog.gr/2012/rassistische-gewalt-in-griechenland-breitet-sich-aus/7226/">Weiterlesen</a></p>
<p> </p>
<p> </p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Tatort-Autoren vs. CCC</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 23:40:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine interessante Debatte entspannt sich zwischen 51 Drehbuchautoren der ARD-Krimiserie „Tatort“ und 51 Hackern des Chaos Computer Clubs. Die Autoren haben gestern Mittag vorgelegt, und zwar einen saftigen Rundumschlag an Linke, Grüne, Piraten und sowieso die gesamte sogenannte Netzgemeinde. Wie überhaupt der ganze Diskurs über das Netz und seine User einen hohen Ton anschlägt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine interessante Debatte entspannt sich zwischen 51 Drehbuchautoren der ARD-Krimiserie „Tatort“ und 51 Hackern des Chaos Computer Clubs. Die <a href="http://www.drehbuchautoren.de/nachrichten/2012/03/offener-brief-von-51-tatort-autoren-0">Autoren</a> haben gestern Mittag vorgelegt, und zwar einen saftigen Rundumschlag an Linke, Grüne, Piraten und sowieso die gesamte sogenannte Netzgemeinde.</p>
<blockquote><p>Wie überhaupt der ganze Diskurs über das Netz und seine User einen hohen Ton anschlägt und damit die Banalität von Rechtsverstößen kaschiert oder gar zum Freiheitsakt hochjazzt. Die Grundrechte der Urheber bzw. der von ihnen beauftragten Rechteinhaber aber werden dagegen marginalisiert: Zum Beispiel das Grundrecht auf geistiges Eigentum.</p></blockquote>
<p>Der CCC <a href="http://ccc.de/updates/2012/drehbuchautoren">kontert</a> gekonnt:</p>
<blockquote><p>Sir Arthur Conan Doyle schrieb dazu: »Wenn jeder Autor, der ein Honorar für eine Geschichte erhält, die ihre Entstehung Poe verdankt, den Zehnten für ein Monument des Meisters abgeben müßte, dann ergäbe das eine Pyramide so hoch wie die von Cheops.«</p>
<p>Das von Euch als gottgegeben hingestellte sogenannte „geistige Eigentum“ ist bei näherem Hinsehen eine Chimäre jüngeren Datums, gerne als unsachlicher Kampfbegriff angeführt, um gewisse grundsätzliche Diskussionen zu vermeiden. In den letzten Jahren sind dazu viele – auch sehr ausgewogene – Kommentare verfaßt worden.</p></blockquote>
<p>Wir sind gespannt, wie das weitergeht.</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title> Ad ACTA IV Anmerkungen zu Herrn Regener</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 14:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[ACTA]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Element of Crime]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Sven Regener]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href="http://principien.de/ad-acta-iv-anmerkungen-zu-herrn-regener/"><img align="left" hspace="5" width="120" src="http://www.tip-berlin.de/files/mediafiles/31/Regner_testprint.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="Sven Regener" /></a>Sven Regener, Sänger von Element of Crime und Autor u.a. des (m.E. ziemlich unerträglichen) Romans Herr Lehmann, hat sich vor ein paar Tagen im BR über illegale Downloader echauffiert. Das Video (oder der Audio-Clip) machen im Netz die Runde und insbesondere Musikerinnen scheinen hier ein Sprachrohr gefunden zu haben. (Bei uns z.B. wurde im Kommentar zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright" title="Sven Regener" src="http://www.tip-berlin.de/files/mediafiles/31/Regner_testprint.jpg" alt="" width="192" height="228" />Sven Regener, Sänger von <em>Element of Crime</em> und Autor u.a. des (m.E. ziemlich unerträglichen) Romans <em>Herr Lehmann</em>, hat sich vor ein paar Tagen im BR über illegale Downloader echauffiert. Das Video (oder der Audio-Clip) machen im Netz die Runde und insbesondere Musikerinnen scheinen hier ein Sprachrohr gefunden zu haben. (Bei uns z.B. wurde <a href="http://principien.de/ad-acta-freie-kuenstler/#comment-27036">im Kommentar zu einem anderen Text das Video</a> gepostet.) John Weitzmann hat bei Netzpolitik bereits eine gute <a href="http://netzpolitik.org/2012/der-aufregener-kim-schmitz-singt-statt-youtube-oder-frei-geht-immer-nur-gegen-die-kunstler/">Replik</a> geschrieben. Im Folgenden auch von mir ein paar Anmerkungen.</p>
<blockquote><p>Wir machen mit Plattenfirmen Verträge nicht weil wir doof sind, oder aus Schierschangdudel, oder weil wir was zu verschenken haben, sondern weil wir sonst unsere Musik nicht machen können.</p></blockquote>
<p>Das ist einfach falsch, eine unwahre Aussage. Es gibt hunderttausend Musikerinnen, die Musik machen, ohne eine Plattenfirma zu haben, und sowohl bekannte Bands (wie Radiohead) als auch unbekannte Bands bieten ihre Stücke zum freien Download an. Welche unsichtbare Macht hindert <em>Element of Crime</em> daran?</p>
<blockquote><p>Mein Problem ist: Man wird uncool, wenn man sagt «Urheberrecht» […]. Und das Rumgetrampel darauf, dass wir irgendwie uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde genommen nichts anderes als dass man uns ins Gesicht pinkelt…</p></blockquote>
<p>Uncool ist man, wenn man Urheberrecht sagt und sich nicht über die Konsequenzen klar ist, die das mit sich bringt. Nämlich Überwachung, Repression, Exempel statuieren usf. Regener kann sich nur so aufregen<del>ern</del>, weil er vollkommen einseitig allein sein partikulares Interesse im Blick hat. <span id="more-6243"></span>Die meisten Menschen wollen Musik und Filme und Programme und Kochrezepte und überhaupt alles, was frei kopierbar ist, miteinander austauschen, im großen, weltweiten Maßstab. Sie erfreuen sich am riesigen kulturellen Reichtum, den das Netz für sie bedeutet.</p>
<blockquote><p>…und sagt: «euer Kram ist eigentlich nichts wert!»…</p></blockquote>
<p>Hier gehen dem Herrn Regener zwei Wertbegriffe durcheinander. Logischerweise haben Dinge, die man kopiert und sich damit ohne Äquivalententausch aneignet, keinen Tauschwert. Klar. Aber ideellen (Gebrauchs-)Wert haben die Dinge für die Downloader schon - sonst würden sie ja nicht heruntergeladen werden. Je größer die Downloadzahlen, desto höher die <em>Wert</em>schätzung des Produkts. Wenn es ihm um diese geht, sollte Regener sich also freuen, wenn <em>Element of Crime</em>–Platten massenweise heruntergeladen werden. Aber darum geht’s ihm natürlich nicht. Sondern um die Kohle:</p>
<blockquote><p>Das einzig Wahre am Rock n’Roll ist, dass wir jede Mark, die wir bekommen, selber verdient haben. Die bekommen wir von Leuten, die sagen: «Ja, das ist mir das wert. Ich gebe 99 cent aus für das Stück.»</p></blockquote>
<p>Das einzig Wahre am Rock n’Roll ist die Ware. Danke, dass wir das mal in dieser Deutlichkeit gehört haben. Aber: Wenn es genug Leute gibt, die freiwillig 99 cent zahlen für das Stück, dann ist doch alles wunderbar. Was soll also die Aufregung?</p>
<blockquote><p>Alles andere ist Straßenmusik. Aber ich möchte kein Straßenmusiker sein. Und das ist eine Frage des Respekts und des Anstands.</p></blockquote>
<p>Ich finde es ist eine Frage des Respekts und des Anstands nicht so despektierlich auf Straßenmusikerinnen herunterzublicken. Gibt ja ziemlich großartige. Übrigens auch welche, die damit ganz gutes Geld verdienen. Einfach weil die Leute sagen: «Ja, das ist es mir das wert. Ich zahle einen Euro, oder zwei, für das Stück.» Freiwillig. Ohne dass ich per Copyright und Staatsmacht oder von Herrn Regener dazu gezwungen würde.</p>
<blockquote><p>Zu glauben, wir könnten auf die Plattenfirmen verzichtet und würden dann noch die gleiche Musiklandschaft vorfinden, wie wir sie jetzt haben und vor 10 Jahren hatten, das ist ein großer Irrtum.</p></blockquote>
<p>Ja. Aber so what. Wer sagt denn, dass die Musiklandschaft so aussehen müsste wie vor 10 Jahren? Die Musiklandschaft wandelt sich immer schon, seit Jahrhunderten. (Unter anderem infolge sich ihrerseits wandelnder technischer, politischer, kulturklimatischer und ökonomischer Bedingen.) Das ist momentan auch so und wird weiter so sein. Also noch mal: so what?</p>
<blockquote><p>Und was wir zum Beispiel im Augenblick haben, diese Sache mit YouTube, ja, da muss man mal ganz klar irgendwie die Fronten klar machen. YouTube gehört Google. Das ist ‘n milliardenschwerer Konzern, die aber nicht bereit sind, pro Klick zu bezahlen. Nun hat aber weder YouTube noch Google uns <em>irgendwas</em> zu bieten – außer, was andere Leute geschaffen haben und da reingestellt wird. Und da sind wir gerade an dem Punkt, wo die Musiker sagen und die GEMA sagt – und die GEMA sind wir, das sind die Komponisten und Textdichter – und wir sagen: Nein, für dieses Geld kriegt ihr unseren Kram nicht! Und wir sehen nicht ein, dass Milliardengeschäfte gemacht werden, auch mit Werbung in diesem Bereich, ja, und wir kriegen davon nichts ab. Wir sind sozusagen die Penner in der letzten Reihe. Das ist ‘ne Unverschämtheit. Da sollte sich jeder auch junge Mensch überlegen, ob er sich wirklich zum Lobbyisten von so’nem milliardenschweren Konzern wie Google machen möchte. Und das sind große Lobby-Verbände, diese Internetfirmen, ja, und viel stärkere als die Plattenindustrie. Und bringen dann als Hilfstruppen die ganzen Deppen ans Spiel, die sagen “Warum kann ich denn das Video nicht auf YouTube gucken?”. Ja dann gucks halt woanders! Ja? Unsere Videos kann man alle bei Element-of-Crime.de gucken, da muss man nicht zu YouTube gehen. Tut mir leid, gibt’s halt nicht bei YouTube – bis die nicht bereit sind, dafür <em>auch was zu bezahlen</em>.</p></blockquote>
<p>Also ich kenne niemanden, der YouTube geil findet, weil es YouTube heißt und Google gehört. Besser wärs natürlich, es wäre völlig frei und könnte auf Werbung verzichten. (Wobei bei YouTube ohnehin nur Werbung geschaltet ist, wenn die Produzenten des Videos damit einverstanden sind.) Das aber ginge nur, wenn endlich das Copyright abgeschafft werden würden. Denn, ja, genau das ist es, was wir eigentlich wollen: Alles für alle und das umsonst.</p>
<blockquote><p>Denn ein Geschäftsmodell, was darauf beruht, dass diejenigen, die den Inhalt liefern, nichts bekommen, das ist kein Geschäftsmodell, das ist Scheiße.</p></blockquote>
<p>Es ist nicht Scheiße, es ist nur eben kein Geschäftsmodell. Aber gute Kunst braucht kein Geschäft. Sie entsteht, weil Leute Bock haben, Musik zu machen, die es vorher nicht gab. Weil sie ihnen gefällt und weil sie glauben, dass sie anderen auch gefallen könnte. Erfolgreich ist gute Musik, wenn sie viele Hörerinnen findet. Sie kann aber auch gut sein, wenn sie wenigen gefällt. Wenn es wirklich nur ums Geschäftsmodell ginge, würden alle Musikerinnen versuchen, den größten gemeinsamen Nenner zu bedienen und nur noch dudelige Mainstreamradiomusik aufnehmen.</p>
<p>Natürlich müssen Künstlerinnen/Musikerinnen leben können. Der Kapitalismus hat die Welt leider so eingerichtet, dass ‹leben können› für fast alle Menschen direkt oder indirekt von Lohnarbeit abhängt. Wenn Sven Regener freie Musik für freie Menschen machen will, soll er mithelfen, dieses System zu beseitigen. Anstatt durch sein kulturkonservatives Lamento dazu beizutragen, dass alles bleibt wie es ist oder — das wäre ihm wohl am liebsten — wieder schlechter wird. (Dann wäre er vielleicht auch nicht mehr so wahnsinnig uncool.)</p>
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		<title>Aufruf Demokratie statt Fiskalpakt</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Mar 2012 11:58:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Euro]]></category>
		<category><![CDATA[Fiskalpakt]]></category>

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		<description><![CDATA[Frühjahr 2012. Merkel und Sarkozy eilen von Gipfel zu Gipfel, um den Euro zu retten. Der Boulevard hetzt gegen die Menschen in Griechenland. Der Kampf um die Krisenlösung spitzt sich dramatisch zu: Bis Anfang 2013 will ein autoritär-neoliberales Bündnis aus Kapitalverbänden, Finanzindustrie, EU-Kommission, deutscher Regierung und weiteren Exportländern den jüngst in Brüssel beschlossenen ‚Fiskalpakt’ im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frühjahr 2012. Merkel und Sarkozy eilen von Gipfel zu Gipfel, um den Euro zu retten. Der Boulevard hetzt gegen die Menschen in Griechenland. Der Kampf um die Krisenlösung spitzt sich dramatisch zu: Bis Anfang 2013 will ein autoritär-neoliberales Bündnis aus Kapitalverbänden, Finanzindustrie, EU-Kommission, deutscher Regierung und weiteren Exportländern den jüngst in Brüssel beschlossenen ‚Fiskalpakt’ im Schnellverfahren durch die Parlamente bringen. Der Fiskalpakt verordnet eine sozialfeindliche Sparpolitik und umfasst Strafen gegen Länder, die sich dieser Politik widersetzen. Der Fiskalpakt schränkt damit demokratische Selbstbestimmung weiter ein. Er ist vorläufiger Höhepunkt einer autoritären Entwicklung in Europa.</p>
<p>Wir sind diese unsoziale und anti-demokratische Politik ebenso leid wie die rassistischen Attacken auf die griechische Bevölkerung. Reden wir stattdessen von den menschenverachtenden Folgen dieser Politik. Reden wir über die autoritäre Wende Europas und deutsche Niedriglöhne als Krisenursache. Reden wir vom unangetasteten Vermögen der Wenigen und dem Leid der Vielen. Reden wir von unserer Bewunderung für den Widerstand und die Solidarität in der griechischen Bevölkerung. Fordern wir das Selbstverständliche: Echte Demokratie und ein gutes Leben in Würde für alle – in Europa und anderswo.</p>
<p><a href="http://www.demokratie-statt-fiskalpakt.org/">Weiterlesen</a></p>
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		</item>
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		<title>Ad ACTA III Was die Marxistinnen sagen</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 15:10:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netz]]></category>
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		<category><![CDATA[ACTA]]></category>
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		<description><![CDATA[In der Diskussion um ACTA und das Urheberrecht haben die Progressiven einen argumentativen Sieg gegen die Konservativen errungen. Er hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack. Ja, er fühlt sich fast an wie eine Niederlage. Der Fortschritt soll die Künstlerinnen überflüssig machen? Ist das die Pointe? Sollten wir dann nicht doch besser beim konservativen Modell bleiben? Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der <a href="http://principien.de/ad-acta-ii-die-diskussion/">Diskussion</a> um ACTA und das Urheberrecht haben die Progressiven einen argumentativen Sieg gegen die Konservativen errungen. Er hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack. Ja, er fühlt sich fast an wie eine Niederlage. Der Fortschritt soll die Künstlerinnen überflüssig machen? Ist das die Pointe? Sollten wir dann nicht doch besser beim konservativen Modell bleiben?</p>
<p>Eine dritte Gruppe hat der Diskussion bislang schweigend, an manchen Stellen kopfschüttelnd zugehört: die Marxistinnen. Nun spucken sie aus und pfeifen durch die Zähne, «ppfff». (Marxistinnen wirken oft ein bisschen arrogant, weil sie meinen, immer alles besser zu verstehen. Das haben sie von ihrem großen Guru gelernt, der ein Meister im Besserwissen war – in beiden Bedeutungen des Wortes.) Sie sagen, was Marxistinnen am liebsten sagen: «Die Diskussion steht doch auf dem Kopf, wir müssen sie auf die Füße stellen». Das geht so:</p>
<p>Es sei doch offensichtlich, dass es um die Künstlerinnen überhaupt nicht gehe. Als hätten sich Staat und Kapital je ernsthaft um den Zustand der Kunst geschert. Kapital wolle akkumulieren und kapitalistische Staaten müssten (sonst hörten sie auf, solche zu sein, was sie nicht könnten, solange es den Kapitalismus gibt bzw. umgekehrt) dafür sorgen, dass entsprechende Bedingungen herrschen. So auch hier: bei HADOPI/SOPA/ACTA und was ihnen noch so alles einfallen möge, gehe es letztlich immer um dasselbe. Es solle mit diesen Gesetzen gewährleistet werden, dass das Kapital im kulturindustriellen Sektor weiter akkumulieren könne. Das sei im Übrigen kein Geheimnis, da die Musik– und Filmbranche selbst fast genau das sagten. Nur in anderen Worten: <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-01/digital-music-report">Arbeitsplätze seien gefährdet</a>.<span id="more-6209"></span></p>
<p>Das ganze Geraune von wegen «die Kunst» wäre bedroht, sei doch nur die <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/urheberrecht-unter-piraten-1768330.html">übliche Leier</a> der integrierten Intellektuellen (nützlichen Idiotinnen) in den bürgerlichen Feuilletons. Sie trage das Merkmal, an dem man Ideologie immer erkenne, nämlich an der eigentümlichen Mischung aus (1.) Schein-Plausibilität, (2.) krassem Widerspruch zu allen bekannten Fakten und (3.) einer Herrschaft stabilisierenden Funktion. Kunst habe es in allen höher entwickelten Kulturen gegeben. Ihre Warenförmigkeit sei die historische Ausnahme, nicht die Regel, auf gar keinen Fall aber ihre <em>conditio sine qua non</em>.</p>
<p>Solange die Künstlerinnen nicht erkennten, dass sie sich von den Strukturen des ihre Arbeitskraft ausbeutenden Kapitalsektors befreien müssten, blieben sie in einer Logik gefangen, die ihren Interessen nur scheinbar entspräche, ihnen in Wirklichkeit jedoch entgegenstünde. Namentlich sei dies die Logik der Managerinnen und Vertriebsfirmen, die von ihrem Produkt den Mehrwert abzweigten und behaupteten, es sei leider nicht anders möglich.</p>
<p>Nun habe sich aber mit der Produktivkraftsteigerung durch das Internet die historisch neuartige Situation ergeben, dass die partikulare Befreiung der Künstlerinnen dem Ende der kapitalistischen Vergesellschaftung nicht mehr logisch nachgeordnet sei. Dies aus folgendem Grund: Durch die Möglichkeit, die in Daten vorliegende Kunst <em>beliebig oft und qualitätsverlustfrei zu kopieren</em> (was nebenbei die Distributionskosten entfallen lasse), sei riesiger gesellschaftlicher Reichtum entstanden, der leichter als je zuvor ohne Tausch anzueignen sei. So werde er massenhaft seiner Warenform entkleidet (verliere seinen Tauschwert), und sei daher nur mit außerökonomischen, gewaltsamen Mitteln zu verknappen.</p>
<p>Diese künstliche Verknappung sei genau Zweck des zum Copyright verschärften Urheberrechts, dessen Geltung der Staatsapparat durchsetzen müsse. (Gern auch mal mit der mittelalterlichen Methode des Exempels. Das ließe schon auf eine gewisse Verzweifelung schließen, auf einen widerwärtigen Zynismus jedenfalls.) Denn wo keine Knappheit und keine Warenform – dort keine Kapitalakkumulation. Digitaler Kommunismus sei aus diesem Grund trotz und innerhalb der dominanten kapitalistischen Produktionsweise möglich, wie P2P und Commons-based Peer Production zeigten.</p>
<p>Der Kampf für ACTA/SOPA/HADOPI sei also im Kern: kein Kampf für die Rechte der Künstlerinnen, mitnichten! Sondern der Überlebenskampf des kulturindustriellen Sektors, der sich nur ideologisch als Kampf für die Künstlerinneninteressen artikuliere. Für sie, die Marxistinnen, hinge nun alles daran – dies sei <em>das politische Gebot der Stunde!</em> – mit den Künstlerinnen eine Allianz zu suchen. Also nicht auf den Schein-Antagonismus hereinzufallen, den die Logik des Kapitals konstruiere. Sondern mit ihnen <em>gemeinsam</em> Maßnahmen zu ergreifen, die den Künstlerinnen in einer Übergangsphase (der Phase des Kampfes gegen die Industrie) den Lebensunterhalt sicherten. Dies sei keine leere Formel, keine Utopie; die bereits erfolgreich praktizierten Freiwilligkeitsmodelle gäben die Richtung an. Und einfache Rechnungen könnten deren beiderseitige Vorteile beweisen.</p>
<p>Dieser Kampf möge reformistisch wirken, da er nicht die Forderung nach sofortiger Revolution beinhalte. Er sei es nicht. Denn die Entkapitalisierung der Kunst, der Kulturindustrie, stelle – im Zusammenspiel mit der nicht mehr verschwindenden allgemeinen Krise – für den Kapitalismus nicht weniger als den Anfang vom Ende dar. Für die Menschen den ersten Schritt in die Freiheit.</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Freie Kunst</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 09:50:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach ACTA bald nicht mehr?   ℘]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach <a href="http://netzpolitik.org/2012/warum-der-europaische-gerichtshof-acta-stoppen-muss/">ACTA</a> bald nicht mehr?</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Copying is not theft, but copying is not sharing or bartering, either.</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 23:56:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Copying (Kopieren) X: A / Y: B  --&#62; X: A &#38; B / Y: A &#38; B Theft (Diebstahl) X: A / Y: B  --&#62; X: 0 / Y: A &#38; B Sharing (Teilen) X: A / Y: B  --&#62; X: 0,5A &#38; 0,5B / Y: 0,5A &#38; 0,5B Bartering (Tauschen) X: A / Y: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Copying (Kopieren)</h4>
<pre>X: A / Y: B  --&gt; X: A &amp; B / Y: A &amp; B</pre>
<h4>Theft (Diebstahl)</h4>
<pre>X: A / Y: B  --&gt; X: 0 / Y: A &amp; B</pre>
<h4>Sharing (Teilen)</h4>
<pre>X: A / Y: B  --&gt; X: 0,5A &amp; 0,5B / Y: 0,5A &amp; 0,5B</pre>
<h4>Bartering (Tauschen)</h4>
<pre>X: A / Y: B  --&gt; X: B / Y: A</pre>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Theoriegeschichte Was alles so kolportiert wird</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 23:20:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://principien.de/theoriegeschichte-was-alles-so-kolportiert-wird/"><img align="left" hspace="5" width="120" src="http://www.freitag.de/datenbank/freitag/2009/32/adorno-archiv-frankfurter-schule-radio-interview/images/2009-a32-08-05-adorno-b.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="Theodor W." /></a>Adorno soll, als er bei seinem Assistenten Hans-Jürgen Krahl ein Wittgenstein-Buch auf dem Schreibtisch liegen sah, gesagt haben, er rechne sich zur Ehre an, das nicht gelesen zu haben. Kann das irgendwer bestätigen? Gibt es zuverlässige Quellen?     ℘]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="border-style: initial; border-color: initial; border-width: 0px;" title="Theodor W." src="http://www.freitag.de/datenbank/freitag/2009/32/adorno-archiv-frankfurter-schule-radio-interview/images/2009-a32-08-05-adorno-b.jpg" alt="" width="264" height="183" /></p>
<p>Adorno soll, als er bei seinem Assistenten Hans-Jürgen Krahl ein Wittgenstein-Buch auf dem Schreibtisch liegen sah, gesagt haben, er rechne sich zur Ehre an, das nicht gelesen zu haben.</p>
<p>Kann das irgendwer bestätigen? Gibt es zuverlässige Quellen?</p>
<p> </p>
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		<title>Dath-Bashing II Was stimmt nicht</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 19:25:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://principien.de/dath-bashing-ii-was-stimmt-nicht/"><img align="left" hspace="5" width="120" src="http://www.wdr3.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Resonanzen/2011/November/KW_47/2311-Hatzius_dietmar-dath_C.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="Dath-Interviews in Buchlänge" /></a>Neulich, in einer Pause zwischen zwei Berlinale-Filmen, habe ich bei Dussmann rumgestöbert und in das Buch Dietmar Dath - Alles fragen nichts fürchten (Interviews von Martin Hatzius mit Dath) reingelesen. Eine Stelle ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Da erzählt Dath ganz begeistert von der tollen Diskussionsatmosphäre in der Feuilleton-Redaktion der FAZ. Auf die Frage, ob es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright" title="Dath-Interviews in Buchlänge" src="http://www.wdr3.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Resonanzen/2011/November/KW_47/2311-Hatzius_dietmar-dath_C.jpg" alt="" width="230" height="380" />Neulich, in einer Pause zwischen zwei Berlinale-Filmen, habe ich bei Dussmann rumgestöbert und in das Buch <em>Dietmar Dath -</em> <em>Alles fragen nichts fürchten</em> (Interviews von Martin Hatzius mit Dath) reingelesen. Eine Stelle ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Da erzählt Dath ganz begeistert von der tollen Diskussionsatmosphäre in der Feuilleton-Redaktion der FAZ. Auf die Frage, ob es nicht erstaunlich sei, dass er als Sozialist so von einer konservativen Tageszeitung schwärme, antwortet er, im Gegenteil, dies habe ihn in seinen Überzeugungen nur bestärkt. Gegenseitige Kritik sei eben sehr wichtig, um die Argumentation der eigenen Texte zu verbessern. Dies decke sich durchaus mit der marxistischen Praxis der Kritik und Selbstkritik. (Ist wohlgemerkt aus der Erinnerung paraphrasiert; er hat es sicher anders nuanciert.)</p>
<p>Mal abgesehen davon, dass ich Dath aufs Wort glaube, dass die Arbeit im FAZ-Feuilleton angenehm und intellektuell bereichernd ist; <span id="more-6188"></span>und dass ich weiter selbstverständlich der Überzeugung bin, dass diese Tatsache keineswegs marxistische Überzeugungen tangieren muss, frage ich mich doch: Woran würde Dath eigentlich den Fall erkennen, dass diese tangiert wären und bezweifelt werden müssten? Mein Eindruck ist nämlich: ALLES bestätigt ihn letztlich in seinem <a href="http://principien.de/auf-ein-wort-genosse-dath/">Marxismus-Leninismus</a>. Da stimmt doch was nicht. Wie verhindert man, dass man selbst so wird?</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ad ACTA II  Die Diskussion</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 14:31:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwas idealtypisch verzerrt kann man sagen, dass in der Diskussion zwei scheinbar gänzlich inkommensurable Weltbilder aufeinander prallen. Das äußert sich zunächst an den die Zustände beschreibenden Termini. So wiederholt die eine Seite — nennen wir sie «die Konservativen» — das Mantra, das Runterladen von copyright-geschütztem Material im Internet sei «Diebstahl». Noch vor einigen Tagen titelte das Berliner Boulevardblatt BZ: «<a href="http://netzpolitik.org/2012/wisst-ihr-acta-demonstranten-das-ihr-fur-diebstagl-auf-die-strase-geht/">Wisst Ihr ACTA-Demonstranten, dass ihr für Diebstahl auf die Straße geht?</a>» Und auch in den Diskussionen im Kommentarbereich der größeren bürgerlichen Zeitungen taucht das immer mal wieder auf. Die Idee, mit der solche Rede sich plausibilisiert, ist folgende: Wenn Menschen für das, was andere produziert haben, nicht bezahlen und es sich einfach nehmen, bei den Produzentinnen also kein Geld ankommt — dann handele es sich um Diebstahl.</p>
<p>Die Gegenseite — «die Progressiven» — sieht die Sache völlig anders. Nicht gestohlen werde hier, sondern geteilt oder getauscht. Daher der Ausdruck «file<em>sharing</em>». Mit Diebstahl habe das überhaupt nichts zu tun. Und zwar weil niemandem etwas weg genommen werde. Diebstahl definiere sich aber doch gerade dadurch: jemandem etwas gegen ihren Willen entwenden. Beim typischen Fall geht ein Mensch in einen Laden, nimmt sich eine CD, und bezahlt nicht. Anschließend hat der Laden eine CD weniger und die Diebin eine mehr. Gerade das geschähe beim filesharing nicht, da nur untereinander geteilt und getauscht werde.</p>
<p>Die Konservativen antworten, dass dabei aber doch etwas entwendet werde, nämlich das Recht der Produzentin auf die Verwertung ihres Produkts. <span id="more-6173"></span>Der Effekt sei eben der gleiche: die Konsumentin (Diebin) habe eine CD mehr und die Produzentin habe kein Geld dafür erhalten. Der Schaden entspreche also genau dem eines Diebstahls.</p>
<p>Worauf die Progressiven einwenden, diese Rechnung ginge schon deswegen nicht auf, weil niemand beweisen könne, dass die Konsumentin Geld für die CD ausgegeben hätte. Vielleicht hätte sie sie nie und nimmer gekauft (weil sie z. B. überhaupt nicht genug Geld dafür habe), sondern sie sich nur angeeignet, weil sie ihr im Netz kostenlos zum Tausch angeboten worden sei. Daher sei der Produzentin eben durchaus überhaupt kein Schaden entstanden, sie habe genauso viel (oder wenig) Geld wie zuvor.</p>
<p>Die Konservativen können an dieser Stelle auf den objektiven Umsatzrückgang bei CD-Verkäufen hinweisen, was die Progressiven damit kontern, dass dieser <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wissenschaftler-Studien-ueber-Tauschboersen-unbrauchbar-1020532.html">überhaupt nichts beweise</a>.</p>
<p>Vielleicht sollten sich die Konservativen und die Progressiven in dieser Patt-Situation auf ein Remis einigen, und auf ein neutraleres Wort, das weder die kriminalisierenden Untertöne des «Diebstahls», noch die nobilitierenden des «Teilens» trägt, und überdies die Sache am genauesten und einfachsten zu beschreiben vermag: Auf das des «Kopierens». <a href="http://www.youtube.com/watch?v=IeTybKL1pM4">Copying is not theft</a> — but copying is not sharing, either.</p>
<p>Damit ist die Diskussion zwischen Konservativen und Progressiven nicht beendet, eigentlich geht sie jetzt erst richtig los. Denn es geht darum, wer was kopieren darf. Hier nun steht die konservative Seite argumentativ erst mal besser da, da sie sich auf bestehendes Recht berufen kann, das das Kopieren von Ideen, Patenten, Kulturgütern etc. verbietet. Die Sache ist so gesehen völlig klar: Das Kopieren von urheberrechtlich geschütztem Material ist illegal, es verstößt gegen geltendes Recht.</p>
<p>Die Progressiven müssen ausweichen. Sie argumentieren, das möge zwar so sein, aber bestehende Gesetze seien nicht in Stein gemeißelt und könnten auch geändert werden. Das Urheberrecht sei «nicht mehr zeitgemäß». Es sei doch historisch entstanden, um zu verhindern, dass sich andere mit den Früchten der eigenen Arbeit bereichern. Z.B. um Raubdrucke von Büchern zu verbieten. (Die Entstehung des Urheberrechts ist tatsächlich eine Konsequenz aus (1.) dem Beginn kapitalistischer Verwertung und (2.) der Erfindung des Buchdrucks im Spätmittelalter.) Wo hingegen keine kommerzielle Nutzung der Kopie stattfinde, da gebe es auch keinen Grund, von einem Bruch des Urheberrechts zu sprechen. (Daher die Legalität der Privatkopie.) Selbst das massenhafte private Kopieren im Netz (z.B. über torrents) bewege sich daher in einer Grauzone des Urheberrechts.</p>
<p>Die Konservativen antworten, von Grauzone könne seit der Verschärfung (so würden es die Konservativen vielleicht nicht nennen) des Urheberrechts zum Copyright, also seit <a title="Digital Millennium Copyright Act" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Millennium_Copyright_Act">Digital Millennium Copyright Act</a> und  <a title="Richtlinie 2001/29/EG zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_2001/29/EG_zur_Harmonisierung_bestimmter_Aspekte_des_Urheberrechts_und_der_verwandten_Schutzrechte_in_der_Informationsgesellschaft">EG-Urheberrechtsrichtlinie</a>, keine Rede mehr sein. Dort sei die Sache klipp und klar geregelt.</p>
<p>Wenn man sich deren Konsequenzen aber angucke, so erwidern wiederum die Progressiven, offenbare sich die ganze Absurdität — und damit der Anachronismus — des Urheberrechts. Zum Beispiel sei das Umgehen von auf CDs, DVDs oder Files angebrachtem Kopierschutz nach deutscher Auslegung strafbar — selbst wenn dies nur für private Zwecke geschähe. Das copyright werde also einseitig geltend gemacht, nur noch für die Produzentinnen, während das Recht auf Privatkopie das Nachsehen habe. Nicht illegal sei aber das analoge  Kopieren (zu privaten Zwecken) von Material auf durch Kopierschutz gesicherten Trägern. So dürfe man den DVD-Film abfilmen, die Musik von CD aufnehmen. Nichts spräche auch dagegen, dieses Material anschließend wieder zu digitalisieren. Mit anderen Worten: kompliziert sei erlaubt, einfach aber verboten, welch Absurdität.</p>
<p>Jetzt wird es für die Konservativen argumentativ eng. Und die Progressiven legen nach. Man könne das auch etwa am Beispiel youtube sehen: die zum Abruf bereit stehenden Videos ließen sich problemlos mitschneiden oder gleich <a href="http://www.video2mp3.net/">in MP3s umwandeln</a>. Wenn aber der gleiche Track via filesharing oder torrent kopiert werde, sei dies illegal und würde strafrechtlich verfolgt. Sei nicht auch das völlig absurd? Die Konservativen murmeln verlegen etwas von «Lücken im System», die es zu schließen gelte.</p>
<p>Den Progressiven wird Angst und Bange. Sie wissen, dass die Konservativen zwar nicht die besseren Argumente, aber dafür das Kapital, die bürgerliche Presse, das Fernsehen und die Staatsapparate auf ihrer Seite haben. «Lücken im System schließen» klingt bedrohlich. Sie fragen die Konservativen, ob ihnen am Ende immer nur Gewalt einfalle, wenn sie diskursiv unterlegen seien. Die Konservativen entrüsten sich, von Gewalt könne gar keine Rede sein — und greifen zur Moralkeule. Es gehe schließlich um den Schutz der Künstler, ja um den der <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/urheberrecht-unter-piraten-1768330.html">Kunst schlechthin</a>.</p>
<p>Da möchten die Progressiven dann aber doch gern erwidern, dass dies schlicht nicht stimme. Kunst werde auch unabhängig von finanzieller Belohnung produziert; dies sei schon immer so gewesen und werde immer so bleiben. Das Copyright könne also einfach abgeschafft werden und das Kunstwerk im Zeitalter seiner digitalen Reproduzierbarkeit frei zirkulieren. Wie sie sich das denn bitte vorstellten, fragen die Konservativen ihre diskursiven Gegnerinnen (die sie, wie so oft, für naive Utopisten halten). Es sei doch klar, dass Künstler von ihrer Kunst leben können müssten.</p>
<p>Dieses scheinbar stärkste Argument erweist sich als das denkbar schwächste. Ein Zug, mit dem sich die Konservativen selbst matt setzen. So geht die Partie für sie sicher verloren. Denn: Dass Künstler von ihrer Kunst leben können müssten, ist entweder eine plumpe Tautologie (falls Künstlerin nur die sich nennt, die von ihrer Kunst lebt). Oder (empirisch und logisch) einfach völlig falsch.</p>
<p>Und aus unwahren Prämissen kann eine wahre Konklusion nicht folgen. Nie und nimmer.</p>
<p> </p>
<p>(<a href="http://principien.de/ad-acta-iii-was-die-marxistinnen-sagen/">Fortsetzung</a><del> folgt, vielleicht</del>)</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ad ACTA  Freie Künstler</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 00:36:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mein Eindruck meiner ausschnittsweisen Lektüre von Kommentaren zur Ablehnung von ACTA: Mehrheitlich herrscht folgende Meinung: Es sei gut, dass das Abkommen in dieser Form nicht unterzeichnet wurde. Aber das geistige Eigentum müsse doch geschützt werden. Schließlich müssten die „Kreativen“ von den Erzeugnissen ihrer Arbeit leben können, wie andere Menschen von der ihren. Diese Annahmen scheinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Eindruck meiner ausschnittsweisen Lektüre von Kommentaren zur Ablehnung von ACTA: Mehrheitlich herrscht folgende Meinung: Es sei gut, dass das Abkommen in dieser Form nicht unterzeichnet wurde. Aber das geistige Eigentum müsse doch geschützt werden. Schließlich müssten die „Kreativen“ von den Erzeugnissen ihrer Arbeit leben können, wie andere Menschen von der ihren.</p>
<p>Diese Annahmen scheinen mir vollkommen unhaltbar zu sein. Nirgendwo steht geschrieben, dass Menschen, die Musik machen, Bücher schreiben, Filme drehen, Bilder malen, davon leben können müssen. Die Wahrheit ist: Die meisten tun das gerade nicht. Und wenn die verschwindend geringe Minderheit, die es bisher konnte, nun auch anderer Lohnarbeit nachgehen müsste — so what? Das scheinbar stärkste Argument der Filesharing-Gegnerinnen, Copyright-Fetischisten und Contentindustrie-Lakaien ist keine müde Mark wert.</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>ARD/ZDF vs. Verleger Kapitulation?</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 18:43:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://principien.de/ardzdf-vs-verleger-kapitulation/"><img align="left" hspace="5" width="120" src="http://principien.de/wp-content/uploads/2012/02/tagesschau-ohne-291x500.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="Screenshot von tagesschau.de nach der Einigung" title="tagesschau.de nach der Einigung" /></a>Wenn sich ARD/ZDF tatsächlich mit den Verlegern auf das hier einigen sollten, Textangebote der Öffentlich-Rechtlichen im Internet und bei Apps [sollen] künftig so gestaltet werden dass sie ‚kein funktionales Äquivalent zu den text-/fotogeprägten Angeboten der Zeitungen darstellen die heutige tagesschau.de-Seite sähe so aus: Ein öffentlich-rechtlicher Kollege fragt sich da zu Recht, „warum sich die meisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn sich ARD/ZDF tatsächlich mit den Verlegern auf <a href="http://taz.de/ffentlich-Rechtliche-im-Netz/!86624/">das hier</a> einigen sollten,</p>
<blockquote><p>Textangebote der Öffentlich-Rechtlichen im Internet und bei Apps [sollen] künftig so gestaltet werden dass sie ‚kein funktionales Äquivalent zu den text-/fotogeprägten Angeboten der Zeitungen darstellen</p></blockquote>
<p>die heutige tagesschau.de-Seite sähe so aus:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://principien.de/wp-content/uploads/2012/02/tagesschau-ohne.jpg"><img class="wp-image-6146 aligncenter" title="tagesschau.de nach der Einigung" src="http://principien.de/wp-content/uploads/2012/02/tagesschau-ohne-291x500.jpg" alt="Screenshot von tagesschau.de nach der Einigung" width="480" /></a></p>
<p>Ein öffentlich-rechtlicher Kollege fragt sich da zu Recht, „warum sich die meisten Online-, Hörfunk– und Fernseh-Kollegen bei ARD und ZDF nicht öffentlich dagegen wehren, dass Ihnen mittelfristig die Erwerbsgrundlage entzogen wird.“</p>
<p>Wollen wir das?</p>
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<p><small><a href="http://principien.de">℘</a></small></p>]]></content:encoded>
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		<title>Notizen zur Berlinale 2012  ALLES</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 10:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filmfestival]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href="http://principien.de/notizen-zur-berlinale-2012-alles/"><img align="left" hspace="5" width="120" src="http://www.berlinale.de/media/filmstills/2012_1/retrospektive_3/okraina_01_IMG_367.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="Okraina" /></a>KANN Kino to ashita no aida (Between Yesterday and Tomorrow, Kawashima Yuzo, J 1954) solides klassisches japanisches Studiokino zu Fragen von Tradition &#38; Neuerung, Loyalität &#38; Innovation, Geld &#38; Liebe Okraina (Outskirts, Boris Barnet, SU 1933) spielt zu Beginn und am Ende des 1. WKs in einem kleinen Provinzort, vor allem rund um eine große [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><strong>KANN</strong></h2>
<p><span class="smallcaps">Kino to ashita no aida (Between Yesterday and Tomorrow</span>, Kawashima Yuzo, J 1954)<br />
solides klassisches japanisches Studiokino zu Fragen von Tradition &amp; Neuerung, Loyalität &amp; Innovation, Geld &amp; Liebe</p>
<p><span class="smallcaps"><img class="alignright" title="Okraina" src="http://www.berlinale.de/media/filmstills/2012_1/retrospektive_3/okraina_01_IMG_367.jpg" alt="" width="231" height="194" />Okraina (Outskirts</span>, Boris Barnet, SU 1933)<br />
spielt zu Beginn und am Ende des 1. WKs in einem kleinen Provinzort, vor allem rund um eine große Schusterei und an der Front im Krieg mit den Deutschen; kreativer Einsatz des technisch noch sehr primitiven Sounddesigns</p>
<p><span class="smallcaps">Zolotoye ozero (Golden Lake</span>, Vladimir Shneiderov, SU 1935)<br />
in jeder Hinsicht wilder Abenteuer– und Expeditionsfilm</p>
<p><span class="smallcaps">Captive</span> (Brillante Ma. Mendoza, GB/PHI/D/F 2012)<br />
auf realen Gegebenheiten basierendes Geiseldrama: auf einer philippinischen Insel wird eine Gruppe Touristen &amp; Entwicklungshelfer von Islamisten entführt; Mendoza filmt das erratisch, was stellenweise zu einer seltsamen, eigenen Bildschönheit gerät (Autofokus, der vorne auf irgendwelche Seile scharf stellt, während hinten die Gruppe leicht unscharf bleibt), dann wieder fast unbeholfen aussieht (als spiele die digitale Technik den Bildern üble Streiche); immer wieder werden die Tiere des Dschungels gefilmt: Fledermäuse, Ameisen, Echsen, Schlangen, die einen Vogel fangen — was das soll, bleibt fraglich; überhaupt wundert man sich, was der Film resp. sein Macher eigentlich will; letztlich ist das ein Realismus der schlechteren Sorte: der nichts durchdringt und nichts eröffnet<span id="more-6131"></span></p>
<p><span class="smallcaps">Was bleibt</span> (Hans Christian Schmid, D 2012)<br />
die nächste kleinere Enttäuschung; erzählt eine Geschichte aus großbürgerlichem Milieu mit großbürgerlichen Problemen — ein junger Schriftsteller lebt in Trennung von seiner Freundin, mit der er ein Kind hat, die Zahnarztpraxis des Bruders will nicht recht in Gang kommen, die Mutter hat eine schwere Depression, der Vater eine Affäre mit einer anderen Frau; Lars Eidinger ist hervorragend, die anderen Schauspieler größtenteils mindestens ok, handwerklich ist der Film absolut solide und die Musik von Notwist stört nur in manchen Momenten ein bisschen</p>
<p> </p>
<h2><strong>NIX</strong></h2>
<p><span class="smallcaps"><img class="alignright" title="Formentera" src="https://www.berlinale.de/media/filmstills/2012_1/forum_7/20124330_1_IMG_x314.jpg" alt="" width="244" height="176" /><span class="smallcaps">Formentera</span> (Ann-Kristin Reyels, D 2012)<br />
</span>Paar ist reif für die Insel, er (der dän. Darsteller Thure Lindhart, der aussieht wie Boris Becker, nur ein bisschen mongoloider) spielt mit dem Gedanken, eine Solarfirma aufzumachen, hat ihr (Sabine Timoteo, sieht wie immer gut aus, ist aber wieder mal im falschen Film) nix davon erzählt, sie streift dann alleine rum und schwimmt im Suff nach Ibiza</p>
<p><span class="smallcaps">Gasi (Choked</span>, Kim Joong-hyun, Korea 2011)<br />
schon handwerklich ziemlich misslungener Film über Verstrickungen durch private Verschuldung; man merkt den Einfluss von Hong Sang-soo auf diese Art von koreanischem Indiekino, merkt auch die Absetzbewegung davon sowie den Versuch, einen Film zu einem aktuellen Thema zu machen: alles furchtbar bemüht und daneben</p>
<p><span class="smallcaps">L'enfant d'en haut</span> (Ursula Meier, CH/F 2012)<br />
ein Film, von dem ich deutlich mehr erwartet habe; bleibt ein Stück überflüssiges, hübsch anzusehendes Arthouse-Kino; belanglos &amp; uninteressant, eigentlich sogar ziemlich ärgerlich</p>
<p> </p>
<h2><strong>MUSS</strong></h2>
<p><span class="smallcaps">Shakhmatnaya goryachka (Chess Fever</span>, Vsevolod Pudovkin, Nikolai Shpikovsky, SU 1925)<br />
wunderbar verspielte Komödie über das Schachfieber, das in der ganzen Bevölkerung während einer Schach-WM ausbricht und fast eine Beziehung ruiniert; erstaunlich unpolitisch</p>
<p><span class="smallcaps">Bestialités</span> (Denis Côté, KAN 2011)<br />
essayistische Doku über einen Safaripark und das Verhältnis der Menschen zu anderen Säugetieren; beginnt mit Menschen, die eine ausgestopfte Gazelle zeichnen; dann Tiere in Käfigen; oft sehr nah, fragmentiert, dekadriert, u.a. geht es um deren Widerständigkeit; der Krach, den die auf viel zu engem Raum eingesperrten Zebras veranstalten, klingt wie Knastrevolte</p>
<p><span class="smallcaps">Aujourd'hui</span> (Alain Gomis, SEN/F 2012)<br />
reichlich enigmatischer Film über einen vom Spoken-Word-Performer Saul Williams gespielten Mann, der sich in seiner Heimatstadt Dakar von seinem Leben verabschiedet; rätselhaft und irgendwie berührend</p>
<p><span class="smallcaps">Dva okeana (Two Oceans</span>, Vladimir Shnejderov, SU 1933)<br />
sehr schöne Doku über eine Nordsee-Expedition</p>
<p><span class="smallcaps"><img class="alignright" title="Suzaki paradise: Akashingo" src="http://www.berlinale.de/media/filmstills/2012_1/forum_7/20127208_2_IMG_700.jpg" alt="" width="269" height="192" />Suzaki paradise: Akashingo (Suzaki Paradise Red Light</span>, Kawashima Yuzo, J 1954)<br />
sehr guter sozialrealistischer Film über ein Paar, das aus Geldmangel Jobs im Rotlichtviertel annimmt; die Meisterschaft, die in Goshos teilweise ähnlichen Filmen zum Ausdruck kommt, auch hier: die kluge Mise en scène, die Genauigkeit im Detail; und selten ist ein Protagonist in diesem Maße zur Handlung eigentlich unfähiger „Antiheld“</p>
<p><span class="smallcaps">Tabu</span> (Miguel Gomes, PT/D/BRA/F 2012)<br />
das erste (und wahrscheinlich einzige) Meisterwerk im diesjährigen Wettbewerb: eine Hommage an den Stummfilm und dokumentarische Amateuraufnahmen aus Afrika; ein Film über Kolonialismus und Postkolonialismus; formalästhetischer Eigensinn (erinnert von Ferne an Raya Martins Filme) und guter Humor; nicht zuletzt ein ergreifender Liebesfilm</p>
<p><span class="smallcaps">Die Lage</span> (Thomas Heise, D 2012)<br />
Beobachtungen der Vorbereitungen des Papstbesuchs in Erfurt im September letzten Jahres; eine Gedicht von Barthold Heinrich Brockes am Anfang legt die Lesart nahe: hier geht es um den Blick eines Atheisten auf ein staatlich organisiertes Religionsspektakel; die Auswahl des Materials wird fast zu einer antikatholischen Polemik, so wenn sich der Spruch aus dem Korintherbrief «Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten» aus dem Kontext genommen als genau das entpuppt, was er ist: eine plumpe Quasitautologie. Bemerkenswert auch der Moment, in dem der Sprecher von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht der Presse vom Gespräch seiner Chefin mit dem Papst berichtet. Ungefähr zehn Minuten hätten die beiden sich unterhalten, und sie habe ihm gesagt, wie toll ihr dessen Rede vor dem Bundestag gefallen habe. Auch ihr sei wichtig, dass der Glaube das Fundament der Politik bilden müsse, weil diesem sonst die ethische Grundlage fehle. Und sie habe ihm ihre Doktorarbeit aus dem Jahr 1982 überreicht, in der sie ihn schon zitiert habe (damals war er noch Kardinal Ratzinger). Bemerkenswert ist das, weil man sich doch fragen muss, was eine katholische Fundamentalistin als Oberhaupt einer mehrheitlich atheistischen Bevölkerung macht. Und dann, ob sie wirklich so beschränkt ist, im Jahr 2011 noch zu glauben, ohne Religion könne es keine Ethik geben. Meine Fresse.</p>
<p><img class="alignright" style="border-style: initial; border-color: initial; float: right; border-width: 0px;" title="Toata" src="http://www.perlentaucher.de/cdata/blog/224_toata1.jpg" alt="" width="258" height="172" /></p>
<p><span class="smallcaps">Toata lumea din familia noastra (Everybody in Our Family</span>, Radu Jude, ROM/NL 2012)<br />
der beste Spielfilm im Forum (ich habe natürlich längst nicht alle gesehen, kann mir nur nicht vorstellen, dass noch einer so gelungen ist); hätte von mir aus gern auch im Wettbewerb laufen können — besser war da eigentlich nur Tabu (und vielleicht Aujourd’hui); es geht um einen Vater, der mit seiner Tochter in Urlaub fahren will, und dann feststellen muss, das seine Exfrau offenbar eine Krankheit der Kleinen fingiert, damit die Reise nicht zustande kommt; nach und nach eskaliert die Situation immer mehr — und das Brillante ist, wie wenig unplausibel diese Eskalation wirkt, ja wie wenig unverständlich einem die Gewalt vorkommt, die der Mann ausübt; der Film ist jeder Hinsicht perfekt: Drehbuch, Dialoge, Kamera und vor allem das vollkommen erstaunliche Schauspiel; das rumänische Kino zeigt einmal mehr, dass nicht nur die Regisseure der ersten Reihe (Puiu, Mungiu, Porumboiu) Meisterwerke hervorbringen, sondern eine ganze (ohne Zweifel sehr begabte) Generation von Filmemachern in ihrer Spielart des filmischen Realismus eine perfekte Ausdrucksform gefunden hat und diese immer weiter entwickelt</p>
<p>——</p>
<p>P.S.: Eben wurden die Bären vergeben. Die große Überraschung ist sicher der goldene für die Tavianis. Damit hat niemand gerechnet; die Kritikerinnen äußerten sich alle eher negativ bis verhalten zu dem Film. Ich habe ihn nicht gesehen. Den silbernen Bären für die beste Regie hat — wohl zurecht — Christian Petzold bekommen, den großen Preis der Jury der ungarische Film <span class="smallcaps">Just The Wind</span> von Bence Fliegauf. Meinem Lieblingsfilm im Wettbewerb, <span class="smallcaps">Tabu</span>, hat die Jury immerhin den Alfred-Bauer-Preis für filmische Innovation zugesprochen, was Regisseur Miguel Gomes witzig mit den Worten kommentierte, er habe doch eigentlich einen altmodischen Film machen wollen.<br />
Ein gutes Fazit des Festivals, dem ich in der Tendenz auf jeden Fall zustimmen würde, liefert Lukas Foerster beim <a href="http://www.perlentaucher.de/berlinale-blog/264_die_logik_des_gemischtwarenladens">Perlentaucher</a>.</p>
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