Lob des Plagiats – Teil 2

Wie nennt man eigentlich eine Person, deren hauptsächliche und/oder erwerbliche Arbeit darin bestünde, zu plagiieren, was das Zeug hält. Plagiant? Plagitator? Plagiker? Der Vorfwurf, der momentan an den Verteidigungsminister gerichtet wird, er hätte gemogelt, wie es etwa Spiegel Online mit der Überschrift „Guttenbergs Schummelpassagen im Überblick“ anbietet, oder die Süddeutsche mit einem „Man kann auch über Fußnoten stolpern“ des Rechthabers Prantl sekundiert, offenbart ein nahezu anachronistisches Verständnis von Urheberschaft und Originalität. Dass diesem Verständnis vor allem in großen Teilen der Konservativen in hohem Maße entgegengebracht wird, ist für Guttenberg das eigentliche Problem. Autoritäts- und Wissenschaftshörig, wie es in solchen Millieus zugeht, wäre eine Aberkennung des Dr. jur. für den Baron der GAU.

Es stört aber an der derzeitigen Berichterstattung mich vor allem, dass hier ein Einzelner medial geprügelt wird, wobei der Anlass, tagtäglich wiederholt, in abertausend anderen Fällen überhaupt niemals diskutiert wird. Die g’schlamperte Diss ist doch mitnichten der Einzelfall, sondern System im deutschen Hochschulwesen. Das mag bei den Naturwissenschaften nochmal anders sein – bei einer kulturwissenschaftlichen Arbeit über Verfassung und Verfassungsvertrag in den USA und der EU wird man doch im Gegenteil erwarten dürfen, dass der Autor die aktuellen Debatten berücksichtigt und einarbeitet. Klar, die muss man nicht als eigene Gedanken ausgeben, aber, Hand aufs Herz, wen scherts? Der Großteil solcher Werke verstaubt ungelesen in den Archiven der Universitätsbibliotheken.

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Pornpiraten

Erinnert sich noch jemand an Napster? Oder an eDonkey? Diese Zeit, als man die freigegebenen Ordner wildfremder Menschen auf der ganzen Welt nach unbekannter Musik durchsuchen konnte? Man könnte fast nostalgisch werden, wenn man an heutige nahezu anonyme Riesentorrents denkt. In den Pirate Bay-Top100 machen aktuelle Alben gerade einmal zehn Prozent aus, und auch global ist der Audiotausch illegaler Natur via P2P-Netzwerke in den letzten Jahren zugunsten der Videonachfrage abgesunken, wenn man der von NBC in Auftrag gegebenen Studie der Firma Envisional glauben darf.
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„Wen glaubst du eigentlich hereinlegen zu können, Ask?“

Beatrice Ask ist die schwedische Justizministerin und die Frage stellte die schwedische Tageszeitung Aftonbladet nachdem Ask behauptet hatte, nicht der Druck der USA habe zur Verschärfung der schwedischen Rechtslage bezüglich Filesharing und Copyright geführt – sondern dies sei aus ganz eigener Initiative geschehen. Anlass des Ganzen: Auf Wikileaks sind Dokumente aufgetaucht, die zeigen, dass die USA massiven Druck auf Schweden ausübten, damit diese unter anderem gegen die Pirate Bay vorgingen. Das Ergebnis ist bekannt und wurde vor kurzem in zweiter Instanz bestätigt (mit nun kürzeren Haft-, dafür höheren Geldstrafen bzw. zu leistenden «Entschädigungszahlungen» für die Pirate Bay-Betreiber).

Bis dato dachten wir, dieses Urteil hätten Richter eines souveränen und demokratischen Nationalstaats gesprochen; überhaupt der ganze Gerichtsprozess sei in Schweden eingeleitet worden. Seit heute wissen wir, dass der Arm der Justiz viel länger ist und weit über den Atlantik reicht:

Im April 2006 hatten die USA Schweden mit Handelssanktionen im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO gedroht, falls nicht die Aktivitäten von „Pirate Bay“ gestoppt würden. Das schwedische Justizministerium forderte daraufhin Polizei und Staatsanwaltschaft auf, aktiv zu werden. Nachdem diese sich unter Hinweis auf die unklare Rechtslage und eine fehlende Gesetzesgrundlage zunächst weigerten, erhielten sie laut SVT-Quellen eine formale Anweisung dazu.

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Alle Atombomben zwischen 1945-1998


„This piece of work is a bird’s eye view of the history by scaling down a month length of time into one second. No letter is used for equal messaging to all viewers without language barrier. The blinking light, sound and the numbers on the world map show when, where and how many experiments each country have conducted. I created this work for the means of an interface to the people who are yet to know of the extremely grave, but present problem of the world.“

1945-1998 von Isao Hashimoto