#JeSuisCharlie Krieg oder Toleranz

Je suis CharlieDie Reak­tio­nen in den franzö­sis­chen Tageszeitun­gen am Tag danach sind so unter­schiedlich wie lei­der auch erwart­bar ver­schieden. Hol­lan­des “beste Waffe ist unsere Ein­heit” ist jet­zt schon stumpf.

Nach dem Anschlag auf Char­lie Heb­do lässt es sich Alex­is Brézet in Le Figaro nicht nehmen und spricht von “Krieg”: “Uns wurde der Krieg erk­lärt: Der Krieg des islamis­chen Fanatismus gegen den West­en, gegen Europa und gegen die Werte der Demokratie. Uns muss klar sein: Wenn heute Frankre­ich im Visi­er der Ver­rück­ten Allahs ste­ht, dann waren es vorher andere Län­der, und mor­gen wer­den es weit­ere Staat­en sein. Wir müssen uns moralisch gegen die niederträchti­gen Ver­brechen dieser Bar­baren wapp­nen, die als Frömm­ler verklei­det sind. Und wir müssen uns poli­tisch und juris­tisch wapp­nen. Zu lange sind wir im Namen eines irregeleit­eten Human­is­mus unseren schlimm­sten Fein­den ent­ge­gengekom­men. Wir müssen gegen diese Fanatik­er hart durch­greifen, die sich offen gegen unser Land und unsere Sicher­heit ver­schwören. Wenn es Krieg gibt, muss man ihn gewin­nen.”

Ein ganz anderes Bild in der Libéra­tion. Lau­rent Jof­frin ruft zu Tol­er­anz auf: “Sie haben Char­lie ange­grif­f­en und damit die Tol­er­anz, die Ablehnung von Fanatismus und Dog­ma­tismus. Sie haben diese offene, reli­gions­freie und fried­fer­tige Linke ange­grif­f­en, die sich sicher­lich über den Zus­tand der Welt empört, sich jedoch lieber darüber lustig macht, als anderen ihren Kat­e­chis­mus aufzuzwin­gen. Die Fanatik­er vertei­di­gen keine Reli­gion, weil Reli­gion tol­er­ant sein kann, und sie vertei­di­gen nicht die Mus­lime, die in ihrer über­wälti­gen­den Mehrheit mit Entset­zen auf diese niederträchti­gen Morde reagiert haben. Die Fanatik­er greifen die Frei­heit an. Alle Repub­likan­er sind vere­int gegen den Geg­n­er. Dieser Geg­n­er ist der Ter­ror­is­mus, nicht der Islam, der Geg­n­er ist der Fanatismus, keine Reli­gion, und der Geg­n­er ist der Extrem­is­mus. Der hat nichts zu tun mit unseren mus­lim­is­chen Mit­bürg­ern.”

Jedem das seine.

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