lyrik V

Liebeslied

Hui über drei Oktaven
Glis­san­do unsre Lust.
Laß mich noch ein­mal schlafen
An dein­er Brust.

Fern schle­icht der Mor­gen sachte,
Kein Hahn, kein Köter kläfft.
Du brauchst doch erst um achte
Ins Geschäft.

Laß die Matratze knar­ren!
Nach hin­ten schläft der Wirt.
Wie deine Augen star­ren!
Dein Atem gir­rt!

Um deine Stirn der Mor­gen
Flicht einen ble­ichen Kranz.
Du ruhst in ihm gebor­gen
Als eine Heilige und Jungfrau ganz.

Klabund

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