Lyrik XI — Das Frühlingsgedicht

Am let­zten Sam­stag war in Köln der erste Früh­lingstag zu bestaunen: 17° — T-Shirt-Wet­ter, Fris­bee-Wet­ter! Und auch in Berlin scheint die Sonne warm. Aus diesem Anlass hier ein Gedicht von Ger­hard Falkn­er, in dem der Früh­ling und Köln vorkom­men. Wer ein anderes schönes Früh­lings­gedicht ken­nt (es gibt ja noch zwei oder drei), kann uns dies im Kom­men­tar mit­teilen.

 

hun­griges früh­jahr 

wütend und hun­grig kam der früh­ling 
dieses jahr. er ver­schlang das schneelicht
von den park­plätzen und vol­ley­ball­höfen
und zer­brach die starre der drahtzäune.   er 
zer­streute das gesin­del der bek­nack­ten
und der verkrochne­nen, unter dem er auch
uns fand, in seinen ersten, krei­de­blauen mor­gen
und don­nerte mit tausend far­ben gegen die
kaufhäuser.   uns die es wegver­langt und
die wir beina­he zu tode gekom­men wären in 
diesem riesi­gen win­ter riß er den kiesel­busen
auf. kein tal im tessin und keine gasse in
köln, die nichts davon ver­nom­men hät­ten

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