Lyrik XIX — Greg Egan

Es ist nicht wahr, dass die Land­karte der Frei­heit voll­ständig sein wird
Wenn die let­zte ungerechte Gren­ze ver­schwun­den ist
Solange uns noch aufge­tra­gen bleibt, die Attrak­toren des Don­ners zu bes­tim­men
Und die Unregelmäßigkeit­en der Dür­rezeit­en zu fix­ieren
Die moleku­laren Dialek­te des Waldes und der Savanne zu entschlüs­seln
Reich wie tausend men­schliche Sprachen
und die tiefe Geschichte unser­er Lei­den­schaften zu ver­ste­hen
die so alt sind, dass sie sich der Reich­weite der Mytholo­gie entziehen.
Also erk­läre ich, dass keine Fir­ma ein Monopol auf Zahlen hält
Kein Patent die Eins und die Null abdeckt
Dass keine Nation die Sou­veränität über Adenin und Guanin beanspruchen darf
Und kein Imperi­um die Quan­ten­wellen beherrscht.
Alle sind zuge­lassen beim Fest des Ver­ste­hens
Denn es gibt eine Wahrheit, die nicht zu kaufen oder verkaufen ist
Die man nicht mit Gewalt durch­set­zen kann, der nie­mand wider­ste­ht
Oder entkommt.

(Greg Egan, zitiert in D. Dath, Maschi­nen­win­ter, S. 128f)

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