Lyrik XXI — Jan Wagner

die grubenpferde wur­den abge­tra­gen
wie warme flöze. jed­er tag nahm schicht­en
von ihnen fort. in stollen, förder­schächt­en
die grubenpferde wur­den abge­tra­gen.

wenn sie die ohren spitzen, hören sie
die rufe: gruben­lam­p­en, die zyk­lopen,
ihr kohlgeruch. Tief in sich selb­st das klopfen,
wenn sie die ohren spitzen, hören sie.

ein zuck­er­wür­fel und ein büschel gras;
ein wind auf schwarz­er wiese, wo ein hund
die bäume scheuen läßt. Die kinder­hand,
ein zuck­er­wür­fel, und ein büschel gras.

(Achtzehn Pasteten. Gedichte. Berlin Ver­lag 2008)

Eine Meinung zu “Lyrik XXI — Jan Wagner

  1. avatar

    Habe ihn bei ein­er Lesung hier in Frank­furt gese­hen. Hat wirk­lich Spaß gemacht (im Gegen­satz zu den anderen Vögeln, die da rumge­hüh­n­ert sind).

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