Lyrischer Adventskalender 11 — Reinig

Robinson

Mach­mal weint er wenn die worte
still in sein­er kehle stehn
doch er lernt an seinem orte
schweigend mit sich umzugehn

und erfind­et alte dinge
halb aus not und halb im spiel
split­tert stein zur messerklinge
schnürt die axt an einen stiel

kratzt mit ein­er muschelka­nte
seinen namen in die wand
und der allzu oft genan­nte
wird ihm langsam unbekan­nt

(Christa Reinig, 1964)

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