Robinson
Machmal weint er wenn die worte
still in seiner kehle stehn
doch er lernt an seinem orte
schweigend mit sich umzugehn
und erfindet alte dinge
halb aus not und halb im spiel
splittert stein zur messerklinge
schnürt die axt an einen stiel
kratzt mit einer muschelkante
seinen namen in die wand
und der allzu oft genannte
wird ihm langsam unbekannt
(Christa Reinig, 1964)
Hinterlasse einen Kommentar
Weitere Beiträge zum Thema:
- Lyrischer Adventskalender 9 — Lavant Die Bettlerschale Horch! das ist die leere Bettlerschale, halb aus Lehm noch,...
- Lyrischer Adventskalender 1 — Trakl Im Winter Der Acker leuchtet weiß und kalt. Der Himmel ist einsam...
- Lyrischer Adventskalender 3 — Schwitters Rosen blühen wie Gänseblümchen Rosen blühen wie Gänseblümchen auf den Wiesen, den...

