Lyrischer Adventskalender 17 — Falkner

17. Dezember 2009 | 1 Kommentar

limbus

er trat hinaus in die schäumende kühle des morgens
hinter ihm sein haus verharrte noch in den tiefen

atemzügen, das gras was knusprig vom frost
sein haus stand funkelnd und erstarrt am rand

des tages, geläutert wie eine weintraube, die sorge
der freitag, das echo — waren verhallt. er sah sie

am fenster bei einer ihrer betäubenden bewegungen
niemand, nicht einmal der april, macht zartere schritte

doch er drehte sich weg, das haus sank in den schnee.
er hörte sie tanzen

(Gerhard Falkner, 1989, wemut, Luchterhand)


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