Exportierte deutsche Verlogenheit

Die Rebellion der ägyptischen Bevölkerung gegen das Regime unter Präsident Mubarak hält an. Nach einer kurzen Anlaufphase, sind mittlerweile alle großen Nachrichtensender vor Ort und berichten. Unterdessen weiß auch der letzte Pauschaltourist, dass es mit dem Pyramiden-Gucken erst mal nichts wird. Und mit dem medialen Fokus auf die Geschehnisse in Nordafrika und die arabischen Staaten, sucht Berlin gemeinsam mit den anderen westlichen Finanziers seine Zuarbeit für die autoritären Eliten von Ägypten über Libyen bis nach Tunesien vergessen zu machen und mahnt jetzt, da es offensichtlich opportun ist, zaghaft demokratische Rechte an.

FDP-Chef Westerwelle beweist wieder einmal ausreichend Schamlosigkeit, indem er erst am 27. Januar verlangt, in Ägypten müsse „der Respekt vor den Bürgerrechten“ gewahrt werden und nach einem Telefonat mit Oppositionsführer El Baradei am 2. Februar sogar die Sicherheitsbehörden in Ägypten auffordert „keine Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden“. Gleichzeitig erwecken er und die Bundesregierung den Eindruck, Deutschland habe mit den bedrängten Regimes nichts zu schaffen. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Berlin arbeitet seit Jahren mit den nordafrikanischen Diktaturen eng zusammen. ((via)) Weiterlesen