Berlinale ’11 — Fazit

20. Februar 2011 | 1 Kommentar

Ich gestehe faul gewesen zu sein. Besonders aus dem Wettbewerbsprogramm habe ich deutlich weniger Filme gesehen als in den letzten Jahren (neben Schlafkrankheit lediglich Werner Herzogs schöne und witzige Höhlen-3D-Doku Cave of Forgotten Dreams, die leider außer Konkurrenz lief, und den etwas lahmen, sehr durchschaubaren, aber auch nicht wirklich schlechten koreanischen Beitrag Come Rain, Come …


Berlinale ’11 Auftakt

11. Februar 2011 | 3 Kommentare

Zugegeben: fühlt sich schon ein wenig blöd an, wenn in Ägypten gerade Großes passiert («friedliche Revolution»!), und man selbst von nichts anderem zu berichten hat als von dritt– oder viertklassigen Filmchen, aus denen man nach 20 Minuten frustriert fluchtartig rausläuft. Meine Berlinale begann ein bisschen verspätet heute um 12.30 mit der Abholung meiner (dritt– oder …


Fotografischer Adventskalender 13 (Thormann, 1929)

13. Dezember 2010 | Kommentieren

Ernst Thormann ist einer der wichtigsten Vertreter der Sozialen (oder «sozialdokumentarischen») Fotografie der 1920er Jahre in Deutschland. Anders als bei der Kunstfotografie geht es hier nicht um ästhetische Gestaltungskriterien oder die Exploration expressiver Ausdrucksmittel, sondern um das Potenzial der Fotografie, soziale Realität aufzudecken und von ihr Zeugnis abzulegen. Der Titel des Bildes «Nach dem Markt. …


Der Räuber

20. März 2010 | 2 Kommentare

Gestern abend habe ich nun endlich auch Der Räuber (Benjamin Heisenberg, D 2010) gesehen, der im Berlinale-Wettbewerb lief und den ich dort verpasst hatte. Er ist ganz großartig. Nicht makellos — er hat Schwächen, wo die meisten Berliner-Schule-Filme Schwächen haben: bei den Dialogen — aber doch großartig. Die Kameraarbeit von Reinhold Vorschneider scheint mir hier noch brillanter …


Berlinale: Por tu culpa

18. Februar 2010 | 4 Kommentare

Einer der besten Filme dieser Berlinale läuft überraschenderweise in der Panorama-Sektion. Die Rede ist von Por tu culpa (It’s your fault, ARG/F 2010) von der argentinischen Regisseurin Anahí Berneri. Gleich zu Beginn des Films musste ich an Lars von Triers Credo denken, ein Film müsse sein wie ein Stein im Schuh. Die erste Sequenz spielt in der Wohnung einer …


Berlinale: Rumänischer Wettbewerbsbeitrag

15. Februar 2010 | Kommentieren

Eigentlich ist es in jedem Jahr das gleiche. Erst stürze ich mich wie ein Doofer in jede angebotene Pressevorführung, stelle dann fest, dass da viel Mist läuft, bekomme schlechte Laune und einen gehörigen Hass auf die Veranstalter der Berlinale: Wie kann man dem Publikum so einen Schrott vorsetzen? Nach einem Tag Retrospektiven-Katharsis wird meine Wahl …


Berlinale: Beste

14. Februar 2010 | 2 Kommentare

Eine praktische Übung in self fulfilling prophecy: Erst schreiben, dass die besten Filme der Berlinale die alten sind, die in den verschiedenen Retrospektiven laufen, dann nur diese Filme gucken, dann feststellen, dass dies die besten sind, die man gesehen hat. Ganz einfach. Also, die bisher besten Filme: 1. Bill Douglas Trilogy: drei Filme von 1972, 1973 und …


Berlinale zum 60.

11. Februar 2010 | 1 Kommentar

Eben wurde mit dem Film Tuan Yuan die Berlinale eröffnet, die heuer ihren 60. Geburtstag feiert. Das ist kein Grund für Jubelgeschrei. Denn im Grunde handelt es sich um eine recht triste Veranstaltung. Sehr viele ziemlich schlechte oder gerade noch mittelmäßige Filme laufen hier und man hat nicht das Gefühl, dass das mit den Jahren besser, …


Deutschland nullnein

26. März 2009 | 2 Kommentare

Wenn sich schon die SZ, bürgerlichste der deutschen Tageszeitungen, zweimal heftig echauffiert (erst der Kniebe während der Berlinale, heute im Feuilleton der Göttler-Fritz), dann bräuchten wir eigentlich nichts mehr zu sagen. Deutschland 09, der Omnibusfilm zur Lage der Nation, ist ein überflüssiger, großteils ausgesprochen dummer Mistquatsch. Eine ungewollte Offenbarung fehlenden Talents und fehlenden Intellekts. Und …


The last Band of Sheeps

28. Februar 2009 | Kommentieren

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„Jedes Schaf hat seinen großen Tag und ein gutes vielleicht auch zwei.“ (frei nach Johnny Copeland, gefunden in Thomas Pynchons Vineland) In §531 von Ludwig Wittgensteins Philosophischen Untersuchungen findet sich eine bemerkenswerte, für mich entscheidende Unterscheidung. „Wir reden vom Verstehen eines Satzes in dem Sinne, in welchem er durch einen andern ersetzt werden kann, der das Gleiche …


Berlinale