Koksbedarf für eine Dekade
oder
Wie Beltrame in Rio de Janeiro einen Berg eroberte und nicht mehr herunterkam

Nachdem BOPE, CORE und all die anderen Polizei-Spezialeinheiten mit sprechenden Akronymen, das Militär, die Marine und wer-weiß-wer-noch den zuvor als uneinnehmbar geltenden Complexo do Alemão ((Der Complexo do Alemão liegt im Norden der Stadt und ist ein 3 km2 großer Verbund von 13 Favelas und ca. 80.000 Einwohnern. Den Namen hat das Gebiet, weil der erste Pächter, ein Nordestino mit polnischen Wurzeln, helle Haut und blonde Haare hatte. Das Gebiet wurde bisher von dem Comando Vermelho kontrolliert.)) und die Penha ((Die Penha ist von dem Alemão nur durch einen Hügel getrennt und umfasst ebenfalls mehrere Favelas, unter anderem die Vila Cruzeiro, in der die Operation der Streitkräfte begannen. Ebenfalls CV-kontrolliert.)) innerhalb von zweieinhalb Tagen besetzt haben, bereitet man sich schon auf die nächste Schlacht vor: Rocinha und Vidigal ((Die Rocinha und der Vidigal befinden sich genau in der Mitte des Korridors zwischen der zu bauenden Olympiastätte in Barra und Maracanã-Stadion im Norden. Jeder Versuch diese beiden Favelas zu „befrieden“ war bisher an „Indiskretion“ gescheitert. Bis auf ein einziges Mal waren die dort den Drogenhandel kontrollierenden „Amigos dos Amigos“ bereits von irgendwelchen korrupten Beamten gewahrt worden.)) in der Zona Sul. ((Dieser Schlacht ging das erste Treffen seit 16 Jahren zwischen ADA und CV voraus. Ob die vermeintliche Kooperation den Ausschlag für die schnelle Einnahme von Alemão und Penha gab oder umgekehrt die bevorstehende Operation entscheidend für die Kooperation war, ist schwer zu sagen.)) Das sagt zumindest Rios omnipräsenter Minister für Sicherheit José Mariano Beltrame. Weiterlesen