Drehortsbesichtigung Waste Land: Jardim Gramacho

Diese Woche läuft Deutschland die Oscar-nominierte Dokumentation Waste Land von Lucy Walker in den Kinos an. Der Publikumspreis-Gewinner von Sundance und Berlinale-(Panorama) handelt von dem Künstler Vik Muniz, der auf der größten Mülldeponie Lateinamerikas mithilfe der dortigen Catadores (Müllsammler) riesige Kunstwerke aus Müll bastelt, Fotos davon schießt und diese anschließend bei Sothebeys verkauft.

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Der Grundstein für eine lateinamerikanische Dekade

Klaus Schwab © World Economic Forum (CC-BY-SA)

Klaus Schwab @ WEF LA 2011

Zwischen 27. und 29. April findet in Rio de Janeiro das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt – in einer Sonderausgabe mit Fokus auf Lateinamerika. Untertitel: „Laying the Foundation for a Latin American Decade“. Die Ortswahl ist kein Zufall: Öl in Venezuela, Erdgas in Bolivien, chilenisches Kupfer, Kohle aus Kolumbien, Lithium im Dreiländereck Chile, Bolivien, Argentinien für Millionen von Akkus künftiger E-Autos, Agrarprodukte wie Soja und Fleisch aus Brasilien. 200 Jahre nach der Unabhängigkeit wird die Neue Welt noch immer als Rohstofflieferant für den Norden gesehen. Doch davon wird in Rio keine Rede sein. Weiterlesen

Der Präsident protestiert für dieses Wikileaks

Lula, Ricardo Stuckert/PR (CC-BY-SA)Es war zwar nicht alles hundertprozentig transparent in seiner Amtszeit und Korruption ist in Brasilien wahrscheinlich genauso verbreitet und (im kleinen Rahmen) genauso gesellschaftlich akzeptiert wie Fußballspielen oder Sambatanzen oder Drogenhändlerabknallen, trotzdem weiß Brasiliens Präsident Lula manchmal einfach instinktiv, was richtig und was falsch ist, was gut und was schlecht ist, und sagt das dann auch.

So heute im Falle von Wikileaks:

Ich finde es ungewöhnlich, dass ein Junge, der die amerikanische Diplomatie lächerlich gemacht hat… Wie heißt das? Dieses Wikileaks da… Der Junge wurde festgenommen und ich sehe nicht einen Protest gegen die [Einschränkung der] Meinungsfreiheit.

Sagt der Präsident während einer Pressekonferenz (zu einem ganz anderen Thema, PAC 2, tut hier nichts zur Sache) und nutzt – unter dem Applaus der anwesenden Reporter – die Gelegenheit, um weiter auszuteilen. Weiterlesen

Koksbedarf für eine Dekade
oder
Wie Beltrame in Rio de Janeiro einen Berg eroberte und nicht mehr herunterkam

Nachdem BOPE, CORE und all die anderen Polizei-Spezialeinheiten mit sprechenden Akronymen, das Militär, die Marine und wer-weiß-wer-noch den zuvor als uneinnehmbar geltenden Complexo do Alemão ((Der Complexo do Alemão liegt im Norden der Stadt und ist ein 3 km2 großer Verbund von 13 Favelas und ca. 80.000 Einwohnern. Den Namen hat das Gebiet, weil der erste Pächter, ein Nordestino mit polnischen Wurzeln, helle Haut und blonde Haare hatte. Das Gebiet wurde bisher von dem Comando Vermelho kontrolliert.)) und die Penha ((Die Penha ist von dem Alemão nur durch einen Hügel getrennt und umfasst ebenfalls mehrere Favelas, unter anderem die Vila Cruzeiro, in der die Operation der Streitkräfte begannen. Ebenfalls CV-kontrolliert.)) innerhalb von zweieinhalb Tagen besetzt haben, bereitet man sich schon auf die nächste Schlacht vor: Rocinha und Vidigal ((Die Rocinha und der Vidigal befinden sich genau in der Mitte des Korridors zwischen der zu bauenden Olympiastätte in Barra und Maracanã-Stadion im Norden. Jeder Versuch diese beiden Favelas zu „befrieden“ war bisher an „Indiskretion“ gescheitert. Bis auf ein einziges Mal waren die dort den Drogenhandel kontrollierenden „Amigos dos Amigos“ bereits von irgendwelchen korrupten Beamten gewahrt worden.)) in der Zona Sul. ((Dieser Schlacht ging das erste Treffen seit 16 Jahren zwischen ADA und CV voraus. Ob die vermeintliche Kooperation den Ausschlag für die schnelle Einnahme von Alemão und Penha gab oder umgekehrt die bevorstehende Operation entscheidend für die Kooperation war, ist schwer zu sagen.)) Das sagt zumindest Rios omnipräsenter Minister für Sicherheit José Mariano Beltrame. Weiterlesen