Tous des Européens, putain


Il y a des gens qui parlent beaucoup 
Mais ne disent rien du tout 
Il y a des gens qui crèvent de faim 

Putain putain
C’est vachement bien
Nous sommes quand même
Tous des Européens

Arno, 1983, via Oufipo
Weiterlesen

Ein Schiff wird kommen

Eine Fregatte mit uniformierter Besatzung, die weder Polizei noch Armee ist, trainiert, um Unruhen und Aufstände niederzuschlagen. Nein, wir reden nicht über Syrien oder den Jemen, das spielt sich alles in der wohligen Wärme der Festung Europa ab, genauer gesagt in Griechenland und Spanien. Günstig, dass in den Erläuterungen zu Artikel 2 (Recht auf Leben), Absatz 2 der EMRK folgender Hinweis als explizite Interpretationshilfe des heiligen Europäischen Konvents deutscher Nation gegeben wird:

Eine Tötung wird nicht als Verletzung dieses Artikels betrachtet, wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen.

So kann man ungeniert Gewalt gegen die eigene Bevölkerung ausüben und gleichzeitig mit einer passend geschnitzten Menschenrechtskonvention wedeln. Und mit Geld, denn es gibt etwas zu holen. Zumindest in Griechenland. Der Flughafen in Athen ist wohl zu haben, Fraport bietet schon mit. Die Wasserwerke von Athen stehen zum Verkauf, während in der Schlossallee zwei neue Hotels gebaut werden. Selbst der taz gehen die Privatisierungen nicht schnell genug. Hört sich alles nach einem feuchten Kapitalistentraum an? Es wird noch besser. EZB-Chefökonom Jürgen Stark, Träger des renommierten Detlef-Rohwedder-Preises, schlägt eine Treuhand für Griechenland vor, um die vorhandenen Vermögenswerte „besser zu mobilisieren“. Jean-Claude Juncker, die graue Eminenz des europäischen Geldadels, sekundiert. Weiterlesen

Die EU will einen digitalen Binnenmarkt

Das ist ja principiell eine gute Idee, aber warum müssen in solchen Eckpunktepapieren immer so unnötige und absurde Behauptungen drinstehen.

Copyright is the basis for creativity.

Kann sich denn keiner in der EU-Bürokratie vorstellen, dass Kreativität bedingungslos ist? Dass Menschen musizieren oder Bücher schreiben, ohne im Hinterkopf die verschiedenen Distributionskanäle auf ihr Cash-Flow-Potential hin zu sortieren? Der Mensch malt nachweislich seit 30.000 Jahren, und die Basis dafür ist das Urheberrecht? WTF?
Man kann diese Denke wahrscheinlich nicht ändern, aber liebe EU, ist es nicht dennoch enorm dämlich, auf der einen Seite von einem digitalen Binnenmarkt zu sprechen, und andererseits die Mitglieder aufzufordern, Online-Bezahlsysteme zu überwachen, um das für einen Binnenmarkt notwendige Vertrauen in Online-, bzw. Mikropayment gar nicht erst aufkommen zu lassen?

EU, wie schön ist Lissabon

They've got some neck! (© Informatique)Soeben durfte sich der polnische Präsident Lech Kaczyński noch einmal richtig wichtig fühlen. José Barroso, der frisch-wiedergewählte EU-Kommissionspräsident war da und der amtierende EU-Ratspräsident Fredrik Reinfeldt war angereist, um sich anzuschauen, wie der hübschere der beiden Zwillinge seine Unterschrift in bütten-weißem Papier vergrub. Eine Woche ist es her, dass auch die Iren endlich „Yea“ gesagt haben. Beim ersten „Nay“ hatten sie die Frage anscheinend nicht richtig verstanden. Gnädigerweise wurde daher noch einmal gründlich aufgeklärt und jeder irischen Zeitung ein 16-seitiges PropagandaInfo-Blättchen beigelegt.

Nun wird es nicht mehr lange dauern, bis sich auch Tschiens Präsident Václav Klaus zu einer Unterschrift wird überreden lassen. Den Preis dazu hat er jetzt genannt: Der Präsident möchte eine Zusatzprotokoll, Betreff: Besitzansprüche Vertriebener. Es kann lospokert werden. Und wenn Angela Merkel mit ihrer Partei-Freundin Erika Steinbach zur Zeit keine neuen geschichtsverklitternden Gedenkstätten oder ähnliches plant, bekommt der Klaus allem Anschein nach auch seine Extrawurst, die Iren haben schließlich auch ihr Recht auf Nicht-Abtreibung bekommen. Weiterlesen