Hasenfüßige Osterlektüre


Es ist Ostern. Eine Zeit, die ich traditionellerweise in einem Haushalt mit gutem Essen und einem FAZ-Abonnement verbringe. Es ist ein wenig wie Weihnachten mit Sonne, nur mit Lamm statt Gans. So komme ich einerseits in den Genuss familiärer Hausmannskost, aber andererseits auch in die Verlegenheit, den konservativen Blödsinn der „Zeitung für Deutschland“ zu lesen. „Schutzlos ausgeliefert“ war wieder einmal ein hervorragendes Beispiel für die digitale Unmündigkeit eines Verlags. Der Autor Jan Hegemann, seines Zeichens Prof für Urheber- und Medienrecht an der FU Berlin, plädiert in seiner unter „Staat und Recht“ veröffentlichten Schrift für ein neues Leistungsschutzrecht für Presseverlage.

Nach seiner Meinung ist es für die großen Rechtsabteilungen der Zeitungs-Verlage zur Zeit einfach viel zu schwierig, Privatpersonen oder Internetdienste zu verklagen:

Der Verleger muss im Prozess gegen einen [Urheberrechts-]Verletzer das Bestehen ausschließlicher Nutzungsrechte an dem übernommenen Beitrag beweisen. Das ist aufwendig und scheitert spätestens dann, wenn der Journalist dem Verleger, was jedenfalls im Bereich der Tageszeitungen den gesetzlichen Normalfall darstellt, lediglich einfache Nutzungsrechte eingeräumt hat. Weiterlesen

short rant

Das von mir sehr geschätzte Feuilleton der FAZ erbricht ab und an ein wenig strukturkonservative Galle, in Form nutzloser Interviews mit sogenannten „Netzkritikern“ wie Andrew Keen. Wobei der Interviewer gar nicht mal schlecht ist, sondern lediglich an der strutzdoofen Arroganz seines Gegenübers scheitert, und dazu noch machtlos mit ansehen muss, wie die FAZ, unschuldig neben dem Text plaziert, ihren angeblichen Hintergrund „Macht das Internet dumm?“ feilbietet.

Doch zurück zu Andrew Keen und seinem Buch „Stunde der Stümper“, von der FAZ als „Internetkritik“ beschrieben (was auch immer man sich darunter vorstellen mag). Wenn das, was in diesem Werk steht, kongruent mit seinen Argumenten Worten im Interview ist, sollte man sowohl den amerikanischen, als auch den deutschen Verlag dafür verachten. Weiterlesen