Berlinale ’11 – Entpfehlungen

Was ist eigentlich das Gegenteil einer Empfehlung? Eine De- oder Entpfehlung? Wie auch immer, dringend abraten würde ich von dem Besuch folgender Filme: Sala samobójców (Suicide Room), einem polnischen Film, dessen Regisseur ich den Gefallen tun möchte, ihn ungenannt zu lassen. Eine fürchterlich Coming-of-Age-Geschichte mit einer stupiden Internetfeindlichkeit und einem suizidalen Second-Life als furchtbarstem Gimmick. Go …

Street Angel (Engel der Straße), 1928

Filplakat Street Angel

Das Filmforum im Museum Ludwig zeigte am letzten Donnerstag im Rahmen des langen Donnerstags den Stummfilm Street Angel von Frank Borzage aus dem Jahre 1928. Frank Borzage ist seither etwas in Vergessenheit geraten — im Unterschied zu Murnau, der zu der Zeit ebenso wie Borzage bei Fox beschäftigt war und für seinen Film Sunrise (Murnaus …

Filmgeschichte (I)

Nowhere to Go (Seth Holt, GB 1958) Ein später Film Noir, gegen Ende der klassischen Phase dieses Genres gedreht – im gleichen Jahr wie Orson Welles Touch of Evil. Der Film beginnt sehr stark mit einer Ausbruchssequenz, deren Spannung sich aus den Einstellungen ergibt – Point of Views, Totalen von langen Gängen, durch die der Ausbruchshelfer …

Der Räuber

Gestern abend habe ich nun endlich auch Der Räuber (Benjamin Heisenberg, D 2010) gesehen, der im Berlinale-Wettbewerb lief und den ich dort verpasst hatte. Er ist ganz großartig. Nicht makellos — er hat Schwächen, wo die meisten Berliner-Schule-Filme Schwächen haben: bei den Dialogen — aber doch großartig. Die Kameraarbeit von Reinhold Vorschneider scheint mir hier noch brillanter …

Berlinale: Por tu culpa

Einer der besten Filme dieser Berlinale läuft überraschenderweise in der Panorama-Sektion. Die Rede ist von Por tu culpa (It’s your fault, ARG/F 2010) von der argentinischen Regisseurin Anahí Berneri. Gleich zu Beginn des Films musste ich an Lars von Triers Credo denken, ein Film müsse sein wie ein Stein im Schuh. Die erste Sequenz spielt in der Wohnung einer …