Berlinale ’11 — Entpfehlungen

15. Februar 2011 | 1 Kommentar

Was ist eigentlich das Gegenteil einer Empfehlung? Eine De– oder Entpfehlung? Wie auch immer, dringend abraten würde ich von dem Besuch folgender Filme: Sala samobójców (Suicide Room), einem polnischen Film, dessen Regisseur ich den Gefallen tun möchte, ihn ungenannt zu lassen. Eine fürchterlich Coming-of-Age-Geschichte mit einer stupiden Internetfeindlichkeit und einem suizidalen Second-Life als furchtbarstem Gimmick. Go …


Street Angel (Engel der Straße), 1928

12. Oktober 2010 | 1 Kommentar

Filplakat Street Angel

Das Filmforum im Museum Ludwig zeigte am letzten Donnerstag im Rahmen des langen Donnerstags den Stummfilm Street Angel von Frank Borzage aus dem Jahre 1928. Frank Borzage ist seither etwas in Vergessenheit geraten — im Unterschied zu Murnau, der zu der Zeit ebenso wie Borzage bei Fox beschäftigt war und für seinen Film Sunrise (Murnaus …


Filmgeschichte (I)

22. September 2010 | 1 Kommentar

Nowhere to Go (Seth Holt, GB 1958) Ein später Film Noir, gegen Ende der klassischen Phase dieses Genres gedreht – im gleichen Jahr wie Orson Welles Touch of Evil. Der Film beginnt sehr stark mit einer Ausbruchssequenz, deren Spannung sich aus den Einstellungen ergibt – Point of Views, Totalen von langen Gängen, durch die der Ausbruchshelfer …


Der Räuber

20. März 2010 | 2 Kommentare

Gestern abend habe ich nun endlich auch Der Räuber (Benjamin Heisenberg, D 2010) gesehen, der im Berlinale-Wettbewerb lief und den ich dort verpasst hatte. Er ist ganz großartig. Nicht makellos — er hat Schwächen, wo die meisten Berliner-Schule-Filme Schwächen haben: bei den Dialogen — aber doch großartig. Die Kameraarbeit von Reinhold Vorschneider scheint mir hier noch brillanter …


Berlinale: Por tu culpa

18. Februar 2010 | 4 Kommentare

Einer der besten Filme dieser Berlinale läuft überraschenderweise in der Panorama-Sektion. Die Rede ist von Por tu culpa (It’s your fault, ARG/F 2010) von der argentinischen Regisseurin Anahí Berneri. Gleich zu Beginn des Films musste ich an Lars von Triers Credo denken, ein Film müsse sein wie ein Stein im Schuh. Die erste Sequenz spielt in der Wohnung einer …


Berlinale: Rumänischer Wettbewerbsbeitrag

15. Februar 2010 | Kommentieren

Eigentlich ist es in jedem Jahr das gleiche. Erst stürze ich mich wie ein Doofer in jede angebotene Pressevorführung, stelle dann fest, dass da viel Mist läuft, bekomme schlechte Laune und einen gehörigen Hass auf die Veranstalter der Berlinale: Wie kann man dem Publikum so einen Schrott vorsetzen? Nach einem Tag Retrospektiven-Katharsis wird meine Wahl …


Berlinale zum 60.

11. Februar 2010 | 1 Kommentar

Eben wurde mit dem Film Tuan Yuan die Berlinale eröffnet, die heuer ihren 60. Geburtstag feiert. Das ist kein Grund für Jubelgeschrei. Denn im Grunde handelt es sich um eine recht triste Veranstaltung. Sehr viele ziemlich schlechte oder gerade noch mittelmäßige Filme laufen hier und man hat nicht das Gefühl, dass das mit den Jahren besser, …


25 Filme des Jahres 2009

29. Dezember 2009 | 3 Kommentare

Ich hatte immer Probleme mit diesen Listen des Jahres. Zu unklar bleibt mir da immer: Meint sie, die Listologin, wenn sie „Filme des Jahres“ sagt, die, die sie am besten fand? Oder die, die sie am liebsten gesehen hat, bei denen sie sich am besten amüsiert hat? (Das ist ja nicht immer das gleiche.) Und: …


Lektüre einer drei Wochen alten Zeitung

20. September 2009 | 1 Kommentar

Wenn man nach längerem Unterwegssein nachhause kommt, hat sich dort die abonnierte Zeitung gestapelt, die Süddeutsche in meinem Fall. Man kann also nachvollziehen, was in den vergangenen Wochen passiert ist, oder eher: wie darüber berichtet wurde, was passiert ist. Und was man verpasst hat. Entschleunigung. Ein Neologismus, der ganz so neo nicht mehr ist, aber erst …


Am Anfang war die Sequenz

25. August 2009 | 1 Kommentar

Andrei Tarkowski - Offret

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Das wissen Focus und Bild sehr genau, weshalb diese dazu neigen auch mal den Text ganz wegzulassen, was sehr unbefriedigend sein kann. Auch in Filmen ist es zuweilen so, dass eine einzige Sequenz für den ganzen Film stehen kann. Das wiederum sind meist sehr erhabene Momente. In Andrei Tarkowskis …


Filmkritik