Australian Poetry

22. April 2010 | 2 Kommentare

John Forbes gilt als wichtigster Vertreter der zeitgenössischen Poesie Australiens (falls man das sagen kann von jemand, der seit 12 Jahren tot ist). Hier eins meiner Lieblingsgedichte von ihm. Andere und mehr Informationen gibt’s hier. Ode to Karl Marx Old father of the horrible bride whose wedding cake has finally collapsed, you spoke the truth that doesn’t set us …


Lyrischer Adventskalender 24 — Wenzel

24. Dezember 2009 | 3 Kommentare

IM SCHLAF BEISST DU den tag fest auf die zähne und mahlst die nächte zu je einzelnen sekunden die im ticken des weckers im knacken des kiefers verwittern während du noch kaust ohne zu schlucken und noch nächtens nagst an allerlei gestrigem: an die knochen gehende geschichten von vater von mutter vom rande knacken die kiefern und nehmen den schlaf auseinander das holz von …


Lyrischer Adventskalender 23 — Kehle

23. Dezember 2009 | 2 Kommentare

Nichts weiß ich vom Großvater Scharfschütze sei er im Krieg gewesen Einmal zeigte er auf einen Haubentaucher im Zoo und sagte Peng Hinterlassen hat er ein Spanholzschächtelchen darin einen Fadenzähler und ein winziges Stück Gold eingewickelt in ein Strafmandat (Leipzig 1947) (Matthias Kehle, 2008)


Lyrischer Adventskalender 22 — Cotten

22. Dezember 2009 | 1 Kommentar

Ingeniös, begriffen Ist alles kalt und brüchig. Alles ist längst verstanden. Die Luft besteht aus Kanten, Winter aus seinen Rändern. Wir sitzen in Gewändern, wir sitzen gegenüber, ich spiele mit Streichhölzern, Bierdeckeln und Papieren. Das Spiel mit deinen Augen habe ich fallen lassen. Der Winter wird nur kälter wenn man noch weiß, was warm ist. Wenns kein Vergleichen gibt verendet man im Erträglichen. So geh einher ich in den täglichen und …


Lyrischer Adventskalender 21 — Elze

21. Dezember 2009 | 1 Kommentar

im fallenwald wir fliegen in die netze ja wie vögel von den wänden wie die fliegen fallen wir ja wie die füchse gehen wir ja in die fallen wie die bären wie frau reh herr hirsch (ungeziefer unterirdisch untertage übernimmt uns) wir flattern ja noch zappeln ja noch bellen hier & da brummen blöken da & dort wald & wiesen feldreport es …


Lyrischer Adventskalender 20 — Altmann

20. Dezember 2009 | 1 Kommentar

fabrik gelände der weg verliert seine spuren unter den sträuchern. vielleicht bin ich der einzige, der ihn noch geht. das lockere holz der bäume klopft gegen den wind, der es verstreut. die nahe fabrik ist geräumt. und die mauern beginnen, sich ein geheimnis zu suchen. es wird erzählt, sie haben maschinen im see versenkt. und sein eis hätte im winter rost angesetzt. viele, …


Lyrischer Adventskalender 19 — Lehnert

19. Dezember 2009 | 1 Kommentar

Lichteinfall (I) Wie die Nägel in den Gliedern Gottes, Streben in einem Dach, das westwärts kriecht, wie Bohlen sind Nebel aufgeschichtet. Hier erheben sich Flammen, wehen über die Molen, die aufgewühlte See? … Ein lecker Tanker? Die Explosion von Gras aus vagen Tiefen? Die sich im Auge festhakt wie ein Anker und Kreise zieht, die blendend weiterliefen, bist du die Lohe schautest, Leere, nichts? Du …


Lyrischer Adventskalender 18 — Schinkel

18. Dezember 2009 | 2 Kommentare

Cetacea das zärtliche Mißtraun der Riesen, Verschüchterter in ihren Pockenhäuten, rührt uns, die Götter des Krills, wenn in den Metallbäuchen von Schiffen, hinter den Schildern wir unsere Körper bewahren. und in den Tagen, wenn wir Mäuler nur streicheln, – die metrischen Bögen, an denen die Hände zerbrechen mit der schäumenden Ohnmacht der See, schnaufen die Tiere ein weiteres winziges Mal -: Gesänge in Trauer. (André Schinkel, 1998, Die Spur der Vogelmenschen, Mitteldeutscher Verlag)


Lyrischer Adventskalender 17 — Falkner

17. Dezember 2009 | 2 Kommentare

limbus er trat hinaus in die schäumende kühle des morgens hinter ihm sein haus verharrte noch in den tiefen atemzügen, das gras was knusprig vom frost sein haus stand funkelnd und erstarrt am rand des tages, geläutert wie eine weintraube, die sorge der freitag, das echo — waren verhallt. er sah sie am fenster bei einer ihrer betäubenden bewegungen niemand, nicht einmal der …


Lyrischer Adventskalender 16 — Papenfuß-Gorek

16. Dezember 2009 | 1 Kommentar

gesicht im pflaumenschein der stahlummantelung ent-täuscht verbarrikadiert sich die sonne hinterm asbestplatten barakkendach hetzt sie zum „Volkssturm“ auf verendet in letzten aufgeboten ; johlende heerscharen der LUne die sich zZ als pflaume gebärdet überantworten’s marine sich selbst mir grünt saulieb ein todestrieb woher die erde such denn dreht (bleibt mein ARKANUM) isz mir ohnehin inzwsichensicht indessen mithinnahme zu sauer ist bewußtseub bzr angesichts des todes & davon druchdrungen leben uns sterben …


Gedicht