Fiktiver Diskurs Ein Gespräch über die Daseinsberechtigung der Grünen

Folgende Mitschrift einer geheimen Unterredung des Führungsduos der Partei „Die Grünen“ wurde uns zugespielt. (Wahrscheinlich von einem unerkannt bleiben wollenden Fundi der Parteibasis.) Wir wollen den Leak unseren geneigten Lesern natürlich nicht vorenthalten und veröffentlichen das Dokument daher ungeprüft und ungekürzt.

R.: Du Jürgen, ich glaub, wir müssen reden.

J.: Ach ja Renate? Ich dachte, das hätten wir geklärt.

R.: Doch das nicht. Es geht um die Partei.

J.: Ach so, ja was denn?

R.: Unsere Daseinsberechtigung ist weg. Weiterlesen

Wer wählt, wählt verkehrt – die Grünen

© Stephan Morgenstern

Turnschuhministerturnschuhe

Ich mochte die grüne Partei mal. Sogar ausgesprochen gerne. Als es noch die Partei war der Ökos, Multikultis, Pazifisten und Hippies. Die „Vier Säulen“, wie es damals hieß, waren „sozial, ökologisch, basisdemokratisch und gewaltfrei“. Im Grundsatzprogramm von 1980 standen so schöne Dinge wie „Sofortiger Betriebsstop für Atomanlagen“, „Sofortige Auflösung der Militärblöcke NATO und Warschauer Pakt“, „Abschaffung der Bundeswehr“, „Exportverbot für Rüstung“ oder „Verkürzung der Wochenarbeitszeit“, die 35-Stunden-Woche als Einstieg. Gegen die Startbahn West ketteten sie sich an Bäume und es durften auch Steine geschmissen werden.

Auch später, als die Grünen langsam erwachsen wurden, sie 1983 knapp in den Bundestag einzogen, Holger Börner die Dachlatte zur Seite legte und Joschka Fischer 1985 zum ersten grünen Minister machte, war es doch irgendwie sympathisch, dass der Neue zur Amtseinführung weiße Turnschuhe trug. Rebell! 14 Monate hielt die Koalition. Eine frühe, ziemlich kurze Pubertät. Weiterlesen