Fotorealismus

Zunächst mag man das für eine recht bescheuerte Idee halten: über Monate hinweg mit großer Mühe um Detailtreue ein Ölbild zu malen, das am Ende aussieht wie ein Foto. Oder für einen mehr oder minder gelungenen kunstdiskursiven Gag zur Verdrängung der gegenständlichen Malerei durch die Fotografie. Wenn man die Bilder dann aber sieht, wozu sich momentan noch für eine Woche im Berliner Guggenheim die Gelegenheit bietet – und am morgigen Montag zum letzten Mal für lau -, bekommt man eher den Eindruck, dass es sich in manchen Fällen um veritable (wenn auch recht unbekannte) Meisterwerke  der Malerei des 20. Jahrhunderts handelt.

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dreimal Hacks, bitte

hacks_peter_1823632propertyzoomDer Dichter und Theaterautor Peter Hacks hat zum Thema DDR bekanntlich eine ganze Menge Blödsinn zusammenfabuliert.  (Er ist freiwillig hingegangen, weil da der Klassenkampf beendet war und er als kommunistischer Dichter und Dramatiker endlich in Ruhe Kunst machen konnte…) Nichtsdestotrotz war er einer der brillantesten, sprachgewandtesten, lustigsten nicht zuletzt, Polemiker in deutscher Sprache. Ein sehr langer und – ich verbürge mich dafür – höchst lesenswerter Text von Hermann L. Gremliza (konkret) zu ihm hier. Ein etwas weniger toller, aber auch nicht ganz schlechter, stammt von Ex-Fazist D. Dath und ist hier zu finden.

Und dann noch drei Zitate vom Meister selbst:

Der heilige Benediktus, der, wie man mir sagt, im Jahre 480 geboren wurde, befasste sich vornehmlich mit der Lösung des Problems, wie einer auf Erden möglichst glücklich leben und doch eben noch in den Himmel kommen könne. Ich, der ich, wie man mir sagt, im Jahre 1928 geboren bin, befasse mich (das zu Ändernde geändert) ganz mit demselben Problem. (‚Autobiographie‘)

Das manipulierende Vermögen der Illusion, die dröhnende Feier ununtersuchter Größe, das Zusammenschmelzen denkängstlicher Vereinzelter durch die magische Gefühlskollektivierung im Untergemütlichen: das sind die sehr genauen Zwecke, welche der Imperialismus der Kunst abfordert. (aus ‚Versuch über das Libretto‘)

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Und zu guter Letzt ein überliefertes ((Es lässt sich nicht genau belegen. Ich habe es von Felix Klopotek, seines Zeichens – und zu Kölns Glück – Musikredakteur der StadtRevue; der wiederum weiß nicht mehr genau, woher es stammt.)) Bonmot von Peter Hacks, das – soweit ich sehe – hier Netzpremiere feiert, und das ich Daniel ganz herzlich vorträglich zum Geburtstag schenke:

Trau keinem Kommunisten unter Dreißig!