Lyrischer Adventskalender 19 — Lehnert

Lichte­in­fall (I) Wie die Nägel in den Gliedern Gottes, Streben in einem Dach, das west­wärts kriecht, wie Bohlen sind Nebel aufgeschichtet. Hier erheben sich Flam­men, wehen über die Molen, die aufgewühlte See? … Ein leck­er Tanker? Die Explo­sion von Gras aus vagen Tiefen? Die sich im Auge fes­thakt wie ein Anker und Kreise zieht, die blendend weit­er­liefen, bist du die Lohe schautest, Leere, nichts? Du …

Lyrischer Adventskalender 18 — Schinkel

Cetacea das zärtliche Miß­traun der Riesen, Ver­schüchtert­er in ihren Pock­en­häuten, rührt uns, die Göt­ter des Krills, wenn in den Met­all­bäuchen von Schif­f­en, hin­ter den Schildern wir unsere Kör­p­er bewahren. und in den Tagen, wenn wir Mäuler nur stre­icheln, — die metrischen Bögen, an denen die Hände zer­brechen mit der schäu­menden Ohn­macht der See, schnaufen die Tiere ein weit­eres winziges Mal -: Gesänge in Trauer. (André Schinkel, 1998, Die Spur der Vogel­men­schen, Mit­teldeutsch­er Ver­lag)

Lyrischer Adventskalender 17 — Falkner

lim­bus er trat hin­aus in die schäu­mende küh­le des mor­gens hin­ter ihm sein haus ver­har­rte noch in den tiefen atemzü­gen, das gras was knus­prig vom frost sein haus stand funkel­nd und erstar­rt am rand des tages, geläutert wie eine wein­traube, die sorge der fre­itag, das echo — waren ver­hallt. er sah sie am fen­ster bei ein­er ihrer betäuben­den bewe­gun­gen nie­mand, nicht ein­mal der …

Lyrischer Adventskalender 16 — Papenfuß-Gorek

gesicht im pflau­men­schein der stahlum­man­telung ent-täuscht ver­bar­rikadiert sich die sonne hin­term asbest­plat­ten barakkendach het­zt sie zum “Volkssturm” auf veren­det in let­zten aufge­boten ; johlende heer­scharen der LUne die sich zZ als pflaume gebärdet überantworten’s marine sich selb­st mir grünt saulieb ein tode­strieb woher die erde such denn dreht (bleibt mein ARKANUM) isz mir ohne­hin inzwsichen­sicht indessen mithin­nahme zu sauer ist bewußt­seub bzr angesichts des todes & davon druch­drun­gen leben uns ster­ben …

Lyrischer Adventskalender 15 — Pastior

Über meinen Schlaf Früher, wenn ich ein­schlief, kam der Schlaf. Heute, wenn der Schlaf kommt, schlaf ich schon tief. Der Schlaf kam damals später, jet­zt schlafe ich früher ein. Wenn ich tief schlafe, kommt es vor, daß der Schlaf, wenn er dann kommt, mich noch ein­mal weckt, bevor ich weit­er tief schlafe. Früher war das so: ich schlief, und der Schlaf kam. …