PLinks KW 25/11 Zu den Protesten in Griechenland

Viel ist zu lesen in der deutschen Presse über die griechische Verschuldung, den drohenden Bankrott, die Gefahren für den Euro (ja ganz Europa!), die populistischen Entgleisungen Merkels, Rücktrittsangebote, Vertrauensfragen, gewonnene Abstimmungen usw.; sehr wenig aber über die neuen Formen des Protests, die sich in Griechenland manifestieren. Selbst in linken Medien wurde darüber bislang eher spärlich berichtet. Dabei zeichnen sich gerade dort ungeahnte Potenziale in Richtung einer nachhaltigenden radikaldemokratischen Umstrukturierung der Gesellschaft ab. Heute aber findet sich endlich ein sehr lesenswerter Text von Marga Tsoumo in der Jungle World, und in der taz ein Interview, das sie mit dem Politologen Seraphim Seferiades geführt hat.

Außerdem findet heute abend eine Informationsveranstaltung im Festsaal Kreuzberg statt. Es tut sich was!

Der Präsident protestiert für dieses Wikileaks

Lula, Ricardo Stuckert/PR (CC-BY-SA)Es war zwar nicht alles hundertprozentig transparent in seiner Amtszeit und Korruption ist in Brasilien wahrscheinlich genauso verbreitet und (im kleinen Rahmen) genauso gesellschaftlich akzeptiert wie Fußballspielen oder Sambatanzen oder Drogenhändlerabknallen, trotzdem weiß Brasiliens Präsident Lula manchmal einfach instinktiv, was richtig und was falsch ist, was gut und was schlecht ist, und sagt das dann auch.

So heute im Falle von Wikileaks:

Ich finde es ungewöhnlich, dass ein Junge, der die amerikanische Diplomatie lächerlich gemacht hat… Wie heißt das? Dieses Wikileaks da… Der Junge wurde festgenommen und ich sehe nicht einen Protest gegen die [Einschränkung der] Meinungsfreiheit.

Sagt der Präsident während einer Pressekonferenz (zu einem ganz anderen Thema, PAC 2, tut hier nichts zur Sache) und nutzt – unter dem Applaus der anwesenden Reporter – die Gelegenheit, um weiter auszuteilen. Weiterlesen