Verdeckte Ermittlerin im FSK Wer war verantwortlich für Iris P.?

Eine Polizeibeamtin macht Radio, das über Jahre und keiner will es gewusst haben. Der Fall der Iris P. zeigt, wie sich im Hamburg der 00er Jahre die Polizei von der politischen Kontrolle entkoppelt hatte – die Verletzung der Rundfunkfreiheit und des Presserechts wurden billigend in Kauf genommen.

Nur wenige Meter Luftlinie von der Roten Flora im Hamburger Schanzenviertel entfernt befindet sich der Radiosender „Freies Sender Kombinat“ (FSK). Ein selbstverwaltetes Radio, hauptsächlich durch Spenden finanziert und fest verankert als Inforadio der linksalternativen Szene der Stadt. Dort sitzt Werner Pomrehn in seinem Büro, im Mundwinkel der glühende Stummel einer Selbstgedrehten, vor ihm stapelweise Zeitungen, Bücher und dazwischen ein flimmernder Bildschirm.

Vertrauen wurde zertrümmert

Iris P.

Seit die Radiomacher im vergangenen Jahr die Geschichte der verdeckten Ermittlerin Iris P. öffentlich machten, ist das Thema in der Redaktion allgegenwärtig. Pomrehn hat, wie er sagt, schon unendlich viele Gespräche mit Kollegen geführt. Nicht wenige von ihnen sind beruflich und persönlich tief getroffen:

Jede Kommunikation, jede Arbeitsbeziehung, jedes Vertrauen, aber auch bestimmte Sicherheiten nach außen und dass Leute, die Informationen für uns haben, immer noch wissen, dass sie an der richtigen Adresse sind mit ihren Informationen, das ist alles komplett in Frage gestellt worden; bis dahin, dass es ja auch Freundschaften gab, also tiefere, persönlichere Beziehungen, wo ja für die Betroffenen auch ganz viel Wüste überbleibt. Trümmer.

Dieser Aufbauprozess, so der Redakteur des „Nachmittagsmagazins für subversive Unternehmungen“, dauere immer noch an. Er ist sich sicher, dass die verdeckte Ermittlerin gezielt in den Sender eingeschleust wurde – um das FSK zu kriminalisieren und strukturell zu schwächen. Weiterlesen

Bundesliga live!

Endlich! Es gibt eine Alternative zur ARD-Bundesliga-Konferenz: Auf 90elf wird seit dieser Saison täglich 24 Stunden Fußball-Radio gesendet, inklusive Live-Konferenzen aus der 1. und 2. Bundesliga und der Möglichkeit nur ein Spiel zu verfolgen. Und das beste: ohne Musik! Regiocast Digital aus Leipzig hat dafür im vergangenen Jahr die Rechte von der DFL gekauft. Geplant war ursprünglich die Verbreitung über DVB-H. Aus dem „audiobasiertes Multimediaprogramm über Handy-TV“ wurde dann nichts. Geschadet hat das anscheinend nicht, mittlerweile hat 90elf an den Spieltagen bis zu 370.000 Hörer. Und jetzt die Schlusskonferenz…