lyrik V

Liebeslied Hui über drei Oktaven Glissando unsre Lust. Laß mich noch einmal schlafen An deiner Brust. Fern schleicht der Morgen sachte, Kein Hahn, kein Köter kläfft. Du brauchst doch erst um achte Ins Geschäft. Laß die Matratze knarren! Nach hinten schläft der Wirt. Wie deine Augen starren! Dein Atem girrt! Um deine Stirn der Morgen Flicht einen bleichen Kranz. Du ruhst in ihm geborgen Als eine Heilige und Jungfrau ganz. Klabund 

sexualität II

Liebe Marie, Seelenbraut Liebe Marie, Seelenbraut: Du bist viel zu eng gebaut. Eine solche Jungfernschaft Braucht mir zu viel Manneskraft. Ich vergieße meinen Samen Immerdar schon vor der Zeit: Wohl nach einer Ewigkeit Aber lange vor dem Amen. Liebe Marie, Seelenbraut: Deine dicke Jungfernhaut Bringt mich noch zur Raserei. Warum bist du auch so trei? Warum soll ich, sozusagen: Nur weil du lang sitzenbliebst Grade ich, den du doch liebst Mich …