Von Margarita Tsoumo Nach- und Vortrag

Ein Tag danach: keiner spricht von Niederlage
Zu meiner Überraschung hat die Abstimmung der neuen Hilfskredite und der damit einhergehende Polizeiterror keinen davon abgehalten schon am nächsten Tag wieder auf den Syntagma-Platz zu gehen und der größten Generalversammlung seit Wochen beizuwohnen. Die Menschen auf dem Platz waren nicht demoralisiert, sondern wütender und noch entschiedener. Eine Lehrerin meinte charakteristisch: «Gewählt haben sie, aber jemand muss das Gesetz auch umsetzen. Wir erkennen die Entscheidung nicht an und werden uns weigern sie anzuwenden» – alle Interviews auf dem Platz an diesem Tag hatten ähnliche Aussagen. Die Wut gegenüber dem Staat, der sie zwei Tage lang mit Tränengas beschossen hat, war enorm. Es geht also weiter, die Menschen stellen sich auf eine Langfristigkeit ein. Das Ende ist unbekannt und fern…

Ich lasse die Pressemitteilung des Platzes sprechen:
http://www.real-democracy.gr/en/teamvotes/2011-07-03-warning-troica-banks-and-investors

Und: Ich berichte heute über die Woche in Athen mit Film und Fotos auf der Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Festsaal Kreuzberg. Zusammen mit Stephan Kaufmann von der Frankfurter Rundschau. Ich werde viel Material zeigen. Hier die Ankündigung.

Von Margarita Tsoumo Depesche aus Athen (II)

Good News für den IWF

Während gestern Nachmittag der IWF nach der gelungen Abstimmung für die weiteren Kredite von “guten Nachrichten” sprach und sich Merkel erleichtert zeigte, wurde die Bevölkerung vor dem Parlament mit unvorhergesehenen Tränengas-Mengen bombardiert und schließlich auseinandergetrieben – 500 Verletzte und Menschen mit Atemproblemen sind ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Das Bild könnte plakativer nicht sein: manche atmen auf, während andere erstickt werden – ich wünschte, ich könnte es komplexer darstellen, aber auf dem Platz haben wir diese Gleichzeitigkeit von Ereignissen gespürt. Weiterlesen