Werbe-Titel

freitag screenshotErstmals in ihrer Geschichte hat die ehrwürdige New York Times diese Woche Werbung auf ihrer Titel-Seite zugelassen. Die Reaktionen waren vielfältig. Die Grenzen sind nun anscheinend gefallen und die “Ost-West-Wochenzeitung” Freitag geht noch einen Schritt weiter. Nachdem in der gedruckten Ausgabe bereits eine ganze Seite ersatzlos durch Anzeigen ersetzt wurde, wird ebenfalls seit dieser Woche die gesamte Homepage mit Werbung überdeckt. Ein Countdown zählt die Zeit bis zum “neuen Freitag”. Wie der aussehen wird, hat Neubesitzer Jakob Augstein der Springer-Presse erklärt.

Kießling auf der Mauer

Stefan Kießlings Sohn heißt Tayler-Joel?? Noch deutlicher kann man sich kaum um eine Verpflichtung bei Rostock bewerben. Mike Hanke dagegen zieht es nicht in die Zone. Der hat seine Kinder zwar Jayron-Cain und Janatha-Fay genannt, dies aber nur deshalb, um seine Kombinationen beim Scrabble rechtfertigen zu können… bis ihm dann jemand gesagt hat, dass Eigennamen nicht zählen. Schöne Scheiße Mike. Darüber hätte man sich ja auch mal früher erkundigen können.

Advent-Event Mogadischu

Kurz bevor die Nadja Uhl ihren Dienst auf der Landhut antritt, lehnt sie noch schnell den schlampigen Heiratsantrag ihres Freundes mit den Worten ab: “Mach das mal besser!”.

Das werden sich auch die Macher des ARD-Fernseh-Events Mogadischu gedacht haben, als sie diese “hochemotionale Heldengeschichtereinszenierten. Geübt in derlei Kost haben teamWorx einen imposant einfallslosen Geschichtsbrei gebraut, in dem auch Veronika Ferres die Rolle neben Thomas Kretschmann hätte spielen können. Ob jetzt die Patin eine Luftbrücke einrichtet, damit Stauffenberg während der Sturmflut in Dresden die Mauer wiederaufbauen kann, ein “Kampf um den Erhalt der Wale dabei auch zum Kampf um ihre Familie wird” oder “die Ferres” gar nicht erst mitspielt, ist eigentlich auch völlig egal, solange nur konsequent der Ansatz weiterverfolgt wird, das Erzählen von Geschichten bzw. von Geschichte zu einem Ereignis werden zu lassen, in dem wenigstens eine Stunde kraftvolle, Epos suggerierende, melodramatische Hans Zimmer–artige Filmmusik laufen kann, die das Wunder vollbringt, jeden eigenen Gedanken zum Thema wegzublähen. In diesem Sinne und mit den Worten von Saïd Taghmaoui: “Don’t fucking move!”

Mulholland Drive

Läuft gerade auf Tele5. Hab ich am Anfang auch gar nicht glauben können. Irgendwie mag ich den Film ja. Gerade stümpert sich der Auftragskiller durch seine einzige Szene. Wirklich Großartig:”Ich glaube, mich hat was gebissen.”
Gut, der Film hat ein paar Längen, aber die Geschichte mit dem Regisseur, der das Autos der Mafiosi mit Golfschläger traktiert und der stoische Cowboy sind schon ziemlich unterhaltend. Die Ernüchterung der “Realtität” im zweiten Teil, die Horrorvisionen von Hollywood. Und zu allem ein richtig guter Score von Lynchs Hauskomponisten Angelo Badalamenti.
Naja, andere können das viel besser beschreiben:

Mulholland Drive is a puzzle-box of a movie, one that presents hallucination and reality as equal and indistinguishable partners. Set in an overly-ripe Los Angeles, saturated with erotic colors and dark with oblique menace, the film glides through a dreamy landscape where the hyper-real is in constant collision with the fantastic. Identities shift and merge, false trails are projected and abandoned, and the viewer’s perception is always hostage to the illusions of the characters. Like the contents of the enigmatic blue box at the center of the film, Lynch allows the logical core of Mulholland Drive to remain locked away behind a changing façade of smooth, cool surfaces. Submerged beneath the emotional reality of the characters, we perceive some sort of coherent sense; but reason alone is not enough to understand exactly what’s going on. The film is a dream, an illusion, but not in the usual, cheap sense of the term — it’s a Möbius strip, an Escher painting, a page from Finnegans Wake; it defies waking logic, and yet appears remarkably complete and seamless.

So, der Film geht noch bis 2 Uhr 20. Ich glaube, ich geh mal ins Bett.

astrein

Dieses Wort stammt bekanntlich aus der Forstwirtschaft, und bezeichnet ein Holzstück, dass frei von ästen isten.
Das hab ich erst gestern erfahren, obwohl; wenn man es weiß (und geschrieben sieht), scheint es ganz klar zu sein. Als würde man gewusst haben, dass Paul Krugman den Nobelpreis verdient.

Krugman – er ist nobelpreisverdächtig – sagt: Die Bundesbank macht eine Politik, die schon aus deutscher Sicht restriktiv wirken muß. Aus europäi­scher Sicht ist sie geradezu verrückt.

Das ist aus der Rede des designierten deutschen Finanzministers vor dem außerordentlichen Parteitag der SPD am 25. Oktober 1998 in Bonn. Nein, das war nicht Hans Eichel. Der ist immer Sämling gewesen und hat nie astreines Holz produziert.