Advent-Event Mogadischu

Kurz bevor die Nad­ja Uhl ihren Dienst auf der Land­hut antritt, lehnt sie noch schnell den schlampi­gen Heirat­santrag ihres Fre­un­des mit den Worten ab: “Mach das mal bess­er!”.

Das wer­den sich auch die Mach­er des ARD-Fernseh-Events Mogadis­chu gedacht haben, als sie diese “hochemo­tionale Heldengeschichterein­sze­nierten. Geübt in der­lei Kost haben team­Worx einen imposant ein­fall­slosen Geschichts­brei gebraut, in dem auch Veroni­ka Fer­res die Rolle neben Thomas Kretschmann hätte spie­len kön­nen. Ob jet­zt die Patin eine Luft­brücke ein­richtet, damit Stauf­fen­berg während der Sturm­flut in Dres­den die Mauer wieder­auf­bauen kann, ein “Kampf um den Erhalt der Wale dabei auch zum Kampf um ihre Fam­i­lie wird” oder “die Fer­res” gar nicht erst mit­spielt, ist eigentlich auch völ­lig egal, solange nur kon­se­quent der Ansatz weit­er­ver­fol­gt wird, das Erzählen von Geschicht­en bzw. von Geschichte zu einem Ereig­nis wer­den zu lassen, in dem wenig­stens eine Stunde kraftvolle, Epos sug­gerierende, melo­drama­tis­che Hans Zim­mer-artige Film­musik laufen kann, die das Wun­der voll­bringt, jeden eige­nen Gedanken zum The­ma wegzublähen. In diesem Sinne und mit den Worten von Saïd Tagh­maoui: “Don’t fuck­ing move!”

Mulholland Drive

Läuft ger­ade auf Tele5. Hab ich am Anfang auch gar nicht glauben kön­nen. Irgend­wie mag ich den Film ja. Ger­ade stüm­pert sich der Auf­tragskiller durch seine einzige Szene. Wirk­lich Großartig:“Ich glaube, mich hat was gebis­sen.”
Gut, der Film hat ein paar Län­gen, aber die Geschichte mit dem Regis­seur, der das Autos der Mafiosi mit Golf­schläger trak­tiert und der stois­che Cow­boy sind schon ziem­lich unter­hal­tend. Die Ernüchterung der “Realtität” im zweit­en Teil, die Hor­rorvi­sio­nen von Hol­ly­wood. Und zu allem ein richtig guter Score von Lynchs Hauskom­pon­is­ten Ange­lo Badala­men­ti.
Naja, andere kön­nen das viel bess­er beschreiben:

Mul­hol­land Dri­ve is a puz­zle-box of a movie, one that presents hal­lu­ci­na­tion and real­i­ty as equal and indis­tin­guish­able part­ners. Set in an over­ly-ripe Los Ange­les, sat­u­rat­ed with erot­ic col­ors and dark with oblique men­ace, the film glides through a dreamy land­scape where the hyper-real is in con­stant col­li­sion with the fan­tas­tic. Iden­ti­ties shift and merge, false trails are pro­ject­ed and aban­doned, and the viewer’s per­cep­tion is always hostage to the illu­sions of the char­ac­ters. Like the con­tents of the enig­mat­ic blue box at the cen­ter of the film, Lynch allows the log­i­cal core of Mul­hol­land Dri­ve to remain locked away behind a chang­ing façade of smooth, cool sur­faces. Sub­merged beneath the emo­tion­al real­i­ty of the char­ac­ters, we per­ceive some sort of coher­ent sense; but rea­son alone is not enough to under­stand exact­ly what’s going on. The film is a dream, an illu­sion, but not in the usu­al, cheap sense of the term — it’s a Möbius strip, an Esch­er paint­ing, a page from Finnegans Wake; it defies wak­ing log­ic, and yet appears remark­ably com­plete and seam­less.

So, der Film geht noch bis 2 Uhr 20. Ich glaube, ich geh mal ins Bett.

astrein

Dieses Wort stammt bekan­ntlich aus der Forstwirtschaft, und beze­ich­net ein Holzstück, dass frei von ästen isten.
Das hab ich erst gestern erfahren, obwohl; wenn man es weiß (und geschrieben sieht), scheint es ganz klar zu sein. Als würde man gewusst haben, dass Paul Krug­man den Nobel­preis ver­di­ent.

Krug­man – er ist nobel­preisverdächtig – sagt: Die Bun­des­bank macht eine Poli­tik, die schon aus deutsch­er Sicht restrik­tiv wirken muß. Aus europäi­scher Sicht ist sie ger­adezu ver­rückt.

Das ist aus der Rede des desig­nierten deutschen Finanzmin­is­ters vor dem außeror­dentlichen Parteitag der SPD am 25. Okto­ber 1998 in Bonn. Nein, das war nicht Hans Eichel. Der ist immer Säm­ling gewe­sen und hat nie astreines Holz pro­duziert.