…idiots, analphabètes, mongoloides! Zum 20. Todestag von Klaus Kinski:
Dagegen
16. November 2011 | 1 Kommentar
Ich möchte an dieser Stelle mal eine Lanze brechen – und zwar für die NPD. Nicht, weil ich diese Partei, deren Inhalte oder auch nur beteiligte Personen in irgendeiner Weise gutheißen würde. Nein, alle drei sind zutiefst verachtenswert und ich hätte nichts dagegen, wenn erwähnte Lanze in beliebigen Körperteilen derer Mitglieder landen würde. Aber wenn ich dieser Tage mal wieder von dem sich über Partei– und Mediengrenzen hinwegziehenden Konsens lesen und hören muss, nach dessen Verständnis es legitim und sowieso nur noch eine Frage der Zeit wäre, dass diese Partei verboten würde, frage ich mich doch ernsthaft, welches Demokratieverständnis in diesen Institutionen vorherrschen mag.
Es geht den selbsternannten Verteidigern der Demokratie in den anderen Parteien nicht um die legitime Eroberung des ohnehin mickrigen Intellekts der Sympathisanten von Rechtsaußen, es geht ihnen auch nicht – wie man meinen könnte – ausschließlich um Macht und Wählerstimmen, was zwar perfide, aber in unserer Parteiendemokratie durchaus zu legitimieren wäre.
Sicher, derlei Überlegungen spielen sicher immer eine Rolle, und am rechten Rand hat ausnahmslos jede Partei, ob Schwarz, Gelb, Grün, Rot, Rosa oder Orange, einige hässliche braune Flecken, die nur darauf warten, sich noch weiter mit der jeweiligen Grundfarbe zu vermengen. Dass Schwarz da bekanntermaßen am meisten zu tendiert, liegt nicht nur an der Farbenlehre, sondern vor allem am Strauß’schen Credo „Rechts neben uns ist nur noch die Wand“.
Was hinter dem Verbotskonsens steckt, hat bei näherem Hinsehen sehr viel weniger mit Parteitaktik als mit dem menschlichen Herdentrieb zu tun: » Weiterlesen… «
Wo kommen denn bloß die Nazis auf einmal her?
14. November 2011 | 2 Kommentare
„Republik im Schockzustand“, „Banküberfälle, Rohrbomben und Mordanschläge“, „Die Braune Armee Fraktion“ oder besonders schön „Deutsche Zivilgesellschaft mit dem Tode bedroht“, um nur ein einige der Stilblüten von heute zu nennen. Die deutsche Presse überschlägt sich gemeinsam mit der Politik in hohler Betroffenheit; es trieft nur so von hysterischer Angstmache und heuchelnder Anklage. Ob da wohl die jahrelange Ignoranz oder zumindest die Verharmlosung überkompensiert werden will?
Wen die „neue Qualität“ des Terrorismus von Rechts nun so sehr überrascht, kann nicht nur auf dem rechten Auge blind, der muss auch auf dem anderen blöd gewesen sein oder — noch schlimmer — wissentlich weggeschaut haben. Nur so lässt sich erklären, dass die zuständige Familienministerin Kristina Schröder, geb. Köhler, erst im Oktober eine Broschüre für Lehrer und Lehrerinnen im Zeitbild-Verlag herausgegeben hat mit dem Titel „Demokratie stärken — Linksextremismus verhindern“. (Wer sich das an dieser Stelle fragt: Nein, ein entsprechendes Gegenstück zu Rechtsextremismus gibt es nicht. Die absurde Analogie von rechtem und linkem Extrem gilt wohl nur in die andere Richtung.) Die Extremismusklausel ergänzt das Bild der rechtslastigen Politik der Ministerin.
Auch der Herr Innenminister Hans-Peter Friedrich schwadronierte noch im September im Bild-Interview (verlinke ich jetzt nicht, mehr dazu findet sich aber hier) von 1000 islamistischen Terroristen in Deutschland, und Wolfgang Schäuble kürzt dem Anti-(Rechts-)Extremismus-Programm für 2012 so nebenbei zwei Millionen Euro, ohne irgendeine fiskalische Notwendigkeit. Und Kanzlerin Merkel? Spricht von Strukturen, „die wir uns so nicht vorgestellt haben“.
Angela Merkels Phantasielosigkeit ist ja wahrlich kein Geheimnis, aber „vorstellen“ war ja in diesem Fall nicht einmal nötig! » Weiterlesen… «
Seeßlens «Brief an eine junge Polizistin, an einen jungen Polizisten»
31. Oktober 2011 | 1 Kommentar
«Was haben Schuldenkrisen, Staatskrisen, Bankenkrisen, die starr neoliberale Politik der meisten europäischen Regierungen und die neuen „bürgerlichen“ Oppositionsbewegungen gegen sie mit der Polizei und ihrer Rolle in der Gesellschaft miteinander zu tun? Eine ganze Menge, insofern es um die staatlichen Reaktionen auf die verschiedenen Formen des zivilen Ungehorsams gegen eine Politik geht, die sich um das Wohl von Banken mehr kümmert, als um das der eigenen Bevölkerung. Es ist abzusehen, dass der Widerstand in der Bevölkerung gegen diese Politik der ungerechten Verteilung der Gewinne und der Lasten zunehmen wird, und dass an mehreren Orten, wie jetzt in Griechenland, entstehen wird, was unsere Medien „bürgerkriegsähnliche Zustände“ nennen.»
Weiter: drüben beim Georg Seeßlen-Blog.
Batman on Wall Street
19. Oktober 2011 | Kommentieren
Das ist doch mal eine interessante Boulevard-Meldung: Laut 24 Frames will Christopher Nolan The Dark Knight Rises in den Occupy Wall Street Demos drehen. Wenn man darüber nachdenkt, ist das Setting auch ziemlich naheliegend, schließlich ist Gotham City laut Casting Call auch „a city besieged by crime and corruption“. Und das ausführende Studio Warner Bros. hat schon mit V for Vendetta bewiesen, wie gut es zivilen Ungehorsam und soziale Proteste gewinnbringend in ein Franchising-Unternehmen packen kann.
Die Frage ist nur, wie werden die Demonstranten reagieren? Werden sie den Dreh als Hollywood-Big Studio-Produktion entlarven und verhindern wollen; oder werden sie den Film als Möglichkeit wahrnehmen wollen, um ihre Message zu verbreiten, i.S.v.: „Wäre doch jeder der 1 Prozent wie Bruce Wayne“?
Ach was! Der Hipster-Demonstrant wird denken: Awesome, Batman’s coming!














