Gegenentwurf Auch wir sind Urheber/innen!

Eine Gruppe von Autor/innen und Künstler/innen macht sich derzeit gemeinsam mit den Rechteverwertern und mit Unterstützung von Teilen der Presse unter der Überschrift „Wir sind die Urheber“ zum Sprachrohr aller Urheber/innen. Ziel ihrer Kampagne ist es, die Möglichkeiten und Freiheiten des Internets durch technische Maßnahmen und Gesetze zu beschneiden, um das Quasi-Monopol einiger weniger auf die Veröffentlichung von und den Zugang zu immateriellen Gütern aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen.

Auch wir sind Urheber/innen von Texten, Musik, Bildern, Software und anderen Kulturgütern, doch diese Gruppe repräsentiert uns nicht und wir distanzieren uns von ihrem Anliegen.

Während die traditionellen Medien – vom Buch bis zur Tageszeitung, vom Theater bis zum Kinofilm, von der Schallplatte bis zur DVD – immer der Kontrolle kleiner Gruppen unterlagen, ist mit dem Internet zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein allgemein zugängliches Medium für das (individuelle oder gemeinschaftliche) Schaffen, Teilen und Verteilen von Kulturgütern entstanden. Damit verwischen zunehmend auch die Grenzen zwischen Produzent/innen und Konsument/innen dieser Güter.

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Appell, korrigierte FassungWir sind die Dummen!

Wir sind immer die Urheber! Dummen!

Gegen den Diebstahl das Kopieren geistigen Eigentums kultureller Produkte

Mit Sorge und Unverständnis verfolgen wir als AutorenInnen und KünstlerInnen die öffentlichen Angriffe gegen das Urheberrecht Verteidigungen des freien Austauschs von Kulturgütern und Kochrezepten. Das Urheberrecht ist eine historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit der kapitalistischen Gesellschaft gegen die Freiheit der Kultur feudale Abhängigkeit für die Abhängigkeit vom Markt und vom Massengeschmack, und es garantiert leider keineswegs die materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen.

Der in diesem Zusammenhang behauptete Interessengegensatz zwischen UrheberInnen und „VerwerterInnen“ entwirft ein abwegiges nicht ganz falsches Bild unserer Arbeitsrealität. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft geben KünstlerInnen die Vermarktung ihrer Werke in die Hände von Verlagen, Galerien, ProduzentInnen oder Verwertungsgesellschaften, wenn diese ihre Interessen bestmöglich vertreten und verteidigen weil ihnen (unter gegebenen Bedingungen oft) keine andere Wahl bleibt. Die neuen Realitäten der Digitalisierung und des Internets sind kein Grund, den profanen Diebstahl geistigen Eigentums das freie Kopieren von Kulturgütern zu rechtfertigen oder gar seine Legalisierung zu fordern. Im Gegenteil: Es gilt, den Schutz des Urheberrechts die Repression, die Abmahnpraxis, den Verwertungszwang zu stärken und den heutigen Bedingungen des schnellen und massenhaften Zugangs zu den Produkten geistiger Arbeit anzupassen. Weiterlesen

They did it again Gähn!

Heute mal wieder ein großer Appell von «Urheberinnen» gegen den «Diebstahl» von «geistigem Eigentum». Es wird langsam langweilig so was zu kommentieren, da auch keine neuen Argumente zu erblicken sind. Wiedermal (und dreimal wiederholt) der Diebstahlvorwurf, der doch schon hundert mal argumentativ entkräftet wurde. Also noch mal, liebe Charlotte Roche, liebe Karen Duve, lieber Feridun Zaimoglu und wie ihr alle heißt, eine Datei im Netz zu kopieren ist kein Diebstahl, da dadurch nix weniger wird. Es ist einfach kopieren, aus 1 mach 2. Wenn ihr das Gegenteil sagt, lügt ihr, oder habt nicht nachgedacht. Das aber solltet ihr doch besser tun, bevor ihr etwas unterschreibt, sonst glaubt euch niemand. Und überdies verliert ihr jeden Respekt.

Acht Brücken für John Cage

Konzerthinweis

Im Rahmen des ACHT BRÜCKEN–Festivals in Köln, dessen Schwerpunkt dieses Jahr auf dem Werk des Amerikaners John Cage liegt, gibt es am Samstag in der Kölner Philharmonie einen Ensembletag. Gespielt werden u.a. Werke von Cage, Varese, Reich, Zappa und Feldman. Beginn ist um 16:00 Uhr, gespielt wird bis ca. 24:00. Eintrittspreis für den gesamten Ensembletag ist €25,-. Hingehen lohnt sich!