Jan 23 2009

Stauffenbergfilm

Der sympathische Pressesprecher von nevergoinghome bei einer Infoveranstaltung

Der sym­pa­thi­sche Pres­se­spre­cher von never­go­ing­home bei einer Info-Veranstaltung

Ges­tern ist der ja nun wirk­lich ange­lau­fen. Angeb­lich soll er fil­misch sogar recht gelun­gen sein. Aber ich weiß nicht: ein Thril­ler bei dem man schon vor­her weiß, was pas­siert und wie er aus­geht? Gähn.

Den gan­zen feuille­to­nis­ti­schen Debat­ten­murks mit dem Tenor „posi­ti­ver Held trotz Demo­kra­tie­de­fi­zit blah­blah“ und das unsäg­li­che „Anse­hen Deutsch­lands in der Welt“-Geschwafel kann man sich natür­lich eh schen­ken und alles Wesent­li­che nach­le­sen in einer Bro­schüre der sym­pa­thi­schen Gruppe never­go­ing­home. (Die SZ hat heute ein Kurz­ver­sion in schlecht in ihrem Maga­zin gebracht, naja wird ver­mut­lich mehr Lese­rIn­nen fin­den…)
 

 

Ah ja: bes­ser als den Film gucken ist immer noch das hier.


Jan 21 2009

Directing


Jan 20 2009

Der erste Präsident…

…mit einem Blog! Ach ja, und einem Tele­fon.

Und noch was ist neu. Er hatte es zwar im Wahl­kampf ange­kün­digt — dass er es dann aber tat­säch­lich auch macht:

One signi­fi­cant addi­tion to WhiteHouse.gov reflects a cam­paign pro­mise from the Pre­si­dent: we will publish all non-emergency legis­la­tion to the web­site for five days, and allow the public to review and com­ment before the Pre­si­dent signs it.

Vor­bild­lich. Ob es da jemand wirk­lich ernst mei­nen sollte?


Jan 20 2009

Gratulation


[…] For we know that our patch­work heri­tage is a strength, not a weak­ness. We are a nation of Chris­ti­ans and Mus­lims, Jews and Hin­dus — and non-believers. We are shaped by every lan­guage and cul­ture, drawn from every end of this Earth; and because we have tas­ted the bit­ter swill of civil war and segre­ga­tion, and emer­ged from that dark chap­ter stron­ger and more united, we can­not help but believe that the old hat­reds shall some­day pass; that the lines of tribe shall soon dis­solve; that as the world grows smal­ler, our com­mon huma­nity shall reveal its­elf; and that Ame­rica must play its role in ushe­ring in a new era of peace. […]


Jan 20 2009

Lyrik III

Die von mir geschätzte Auto­rin Ulla Hahn, eini­gen Lesern viel­leicht durch ihren Roman Juden­bu­che, ach Quatsch, Das ver­bor­gene Wort bekannt, gelangte zunächst als Lyri­ke­rin (Stich­wort: Neue Sub­jek­ti­vi­tät) zu grö­ße­rer Bekanntheit.

Allein

Ich hab die Schnauze voll ich
bin auch müde und fürcht mich
jetzt schon vor dem ers­ten war­men Tag
den klei­nen Kin­dern und den
schwan­gern Frauen und was das
Früh­jahr noch erzeu­gen mag.

Ich bin allein ich hab nichts
zu ver­lie­ren als ein paar
Tage vom ver­gang­nen Jahr
und Angst mit mir was Neues
zu pro­bie­ren nicht zu kre­pi­ern
an dem was nie­mals war.


Jan 19 2009

Frage

Hat eigent­lich irgend­wer mal was Klu­ges geschrie­ben zur Dif­fe­renz von ästhe­ti­scher Wert­schät­zung und ästhe­ti­schem Genuss?

Z.B. halte ich die Musik von Oval für eine der ästhe­tisch inter­es­san­tes­ten Posi­tio­nen der 90er Jahre — und hör sie trotz­dem nicht oft gern. Oder: der Film Gomor­rha ist m.E. extrem gelun­gen, aber im Kino habe ich mich trotz­dem sehr gelangweilt…

Oder, noch nahe­lie­gen­der viel­leicht: viele Werke der zeit­ge­nös­si­schen Kunst. Ich denke etwa an Damien Hirsts (das ist der mit dem 74 Mil­lio­nen teu­ren Dia­man­ten­schä­del) große (ca. 3,5 m Durch­mes­ser) schwarze kreis­runde Flä­che, die aus einer Unzahl toter Flie­gen besteht. Die ist zur Zeit, bis zum 25.1. noch, in der Austel­lung political/minimal in den Ber­li­ner Kunst­wer­ken zu sehen — und bei nähe­rem Her­an­tre­ten auch zu riechen (!).


Jan 19 2009

Konkurrenzempfehlung Filmblog

Hier eine Emp­feh­lung für den schö­nen klu­gen Film­blog cargo (viel­leicht was für die rechte Seite, Herr Admi­nis­tra­tor?), auch wenn dort die ansons­ten von mir durch­aus geschätz­ten Kri­ti­ke­rIn­nen Nord (taz) und Dell (Frei­tag) den Film Revo­lu­tio­nary Road - ja, das ist die­ser Winslet/diCaprio-Wiedervereinigungsfilm — knall­falsch bewer­tet haben, näm­lich viel zu schlecht. Meine Ver­mu­tung: da spielt eine impli­zite Auto­ren­po­li­tik mit rein, Sam Men­des, der Regis­seur ist immer noch als Macher des gräss­li­chen Ame­ri­can Beauty abge­spei­chert und man ist dann schon nega­tiv geprimt. Ich hatte beim Gucken zum Glück ver­ges­sen, dass der der Regis­seur ist, war dann beim Abspann kurz irri­tiert und mochte den Film sehr.


Jan 18 2009

Lyrik II

kippenberger2Einer der inter­es­san­tes­ten — wit­zigs­ten jeden­falls — deutsch­spra­chi­gen Poe­ten ist kei­ner, son­dern war bil­den­der Künst­ler, Mar­tin Kip­pen­ber­ger, jung ver­stor­ben mit äußert schma­lem lyri­schen Nach­lass (wenn man die vie­len bril­lan­ten Titel sei­ner Kunst­ar­bei­ten nicht mit zählt). Aber immer­hin fin­det sich da z.B. das:

formel-1-poem

heute den­ken
mor­gen fertig

Zum Wei­ter­le­sen eine hüb­sche Kri­tik zu der von Didi Diede­rich­sen her­aus­ge­ge­be­nen Kippenberger-Lyrik-und-Prosa-Auswahl, die vor ca. 1,5 Jah­ren bei suhr­kamp erschie­nen ist: da.

Jetzt muß ich den Bir­ken­wald
Denn meine Pil­len wir­ken bald


Jan 17 2009

Atomaraskese

Ein wenig Gehirn­jog­ging fürs Wochen­ende. Zunächst ein klei­ner Test für das Erin­ne­rungs­ver­mö­gen: Was war noch­mal mit Asse II? Im Herbst letz­ten Jah­res erschien ein Bericht des nie­der­säch­si­schen Umwelt­mi­nis­ters, der detail­liert über die radio­ak­tive Kon­ta­mi­na­tion der Lauge in der Schacht­an­lage Aus­kunft gab. Aus­schlag­ge­bend war zum einen die Bericht­er­stat­tung der Braun­schwei­ger Zei­tung, zum ande­ren eine kleine Anfrage der nie­der­säch­si­schen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Chris­tel Weg­ner (wer war das noch gleich?), die her­aus­fin­den wollte, wo die aus Asse abge­lei­tete Lauge eigent­lich hin­ge­bracht wird.
Die ganze Geschichte wuchs sich dann zu einem hand­fes­ten Skan­däl­chen aus, eine Stern­stunde für den Ex-Pop-Beauftragten Sig­mar Gabriel:

Gabriel rich­tete schwere Vor­würfe gegen den Betrei­ber und die berg­recht­li­che Geneh­mi­gungs­be­hörde. Beide hät­ten atom­recht­li­che Maß­stäbe ver­mis­sen las­sen. Die Ein­la­ge­rung von Kern­brenn­stof­fen wider­spre­che frü­he­ren Aus­sa­gen. „Unglaub­lich“ sei auch, dass die Undich­tig­keit des Berg­werks bereits seit 1967 bekannt sei und nicht erst seit 1988. Da „grob fahr­läs­sig“ gehan­delt wor­den sei, müsse auch die Frage von Straf­an­zei­gen geprüft wer­den. Die Ein­la­ge­rung der Atommüll-Fässer sei damals in feuch­ten Kam­mern erfolgt, wie die Befra­gung von Mit­ar­bei­tern erge­ben habe. „Es gab nie ein siche­res End­la­ger Asse, son­dern es wur­den bewusst Infor­ma­tio­nen zu Lau­gen­zu­trit­ten unter­drückt“, kri­ti­sierte Gabriel.

Je nun, wie komm‘ ich drauf? Achja, Asse droht ein­zu­stür­zen, genauer gesagt, eine radio­ak­tiv ver­müllte befüllte Kam­mer. Bitte gehen sie wei­ter, es gibt nichts zu sehen.
Unter dem poe­ti­schen Titel „Die wei­ßen Sümpfe von Witt­mar“ ist nun auf Tele­po­lis eine kurze Geschichte des Atom­müll­end­la­gers Asse II erschie­nen.Gut, nicht unbe­dingt wirk­lich kurz, aber sehr inter­es­sant. Ergän­zend dazu sei ein Arti­kel aus der Zeit empfohlen:„Die Legende vom Salz­stock“. › Wei­ter­le­sen


Jan 16 2009

Follow me! [Update]

nonofollow-LogoAls anfan­gen­der Blog­ger (≠ blog­gen­der Anfän­ger) gibt es eini­ges zu ent­schei­den: Nach der Wahl des Blog-Tools, muss man sich neben der Wahl des rich­ti­gen The­mes für sein Spiel­zeug auch dar­über Gedan­ken machen, ob es jetzt nofol­low oder nono­fol­low bzw. dofol­low heißt.

Zur Erklä­rung: Google, Yahoo! und MSN haben 2005 das Attri­but rel=„nofollow“ ein­ge­führt. Es teilt Such­ma­schi­nen mit, dass sie einen Link nicht berück­sich­ti­gen sol­len. Die Ein­füh­rung wurde als Vor­beu­gung gegen Kom­men­tar­spam erdacht — funk­tio­niert aber nicht…

Die Blo­go­sphäre lebt von Ver­lin­kung. Wir haben uns daher gegen diese Ein­schrän­kung ent­schie­den. Dafür spre­chen min­des­tens diese 11 Gründe:

  1. nofol­low ver­hin­dert Kom­men­tar­spam nicht
  2. nofol­low ist seman­tisch unkorrekt
  3. nofol­low zer­stört Ver­bin­dun­gen zwi­schen Websites
  4. nofol­low ist nur nütz­lich für Such­ma­schi­nen, nicht aber für Menschen
  5. nofol­low könnte genutzt wer­den um Web­sites auszusperren
  6. nofol­low dis­kri­mi­niert regu­läre Benut­zer als Spammer
  7. nofol­low nimmt Kom­men­ta­to­ren die ver­diente Aufmerksamkeit
  8. nofol­low könnte genutzt wer­den um Web­logs zu diskriminieren
  9. nofol­low hin­dert das Web daran, ein Netz zu sein
  10. nofol­low unter­bin­det die Ver­brei­tung von freier Meinungsäußerung
  11. nofol­low wurde im Stil­len ent­wi­ckelt, und nur Such­ma­schi­nen­be­trei­ber waren an der Dis­kus­sion beteiligt

› Wei­ter­le­sen