Mrz 23 2010

Urbanizm

WUF5-LogoHeute ging es los in Rio de Janeiro mit dem World Urban Forum in sei­ner fünf­ten Aus­gabe. Das (soweit ich weiß) jüngste und kleinste aller UN-Agenturen, die UN-Habitat, ist Aus­rich­ter der gan­zen Geschichte. Und weil — wie man so hört — die UN mal wie­der total pleite sind und Habi­tat sowieso, nutze ich doch die Chance, dem wahr­schein­lich letz­ten WUF beizuwohnen.

Die Dis­kus­sion zwi­schen Urban Citi­zen und old school citi­zen ver­spricht amü­sant zu wer­den, und der Bür­ger­meis­ter von (und jetzt nicht ver­wech­seln) Ahmeda­bad hat schon im Vor­feld ein Schlag­wort in den Ring gewor­fen, das die fünf Tage domi­nie­ren soll: rur­ban. Urbanrural ist gemeint und soll das Kon­zept beschrei­ben, wenn länd­li­che Ideen in die Städte inte­griert wer­den, wenn also Leute vom Land sich wie Bau­ern in der Stadt beneh­men. › Wei­ter­le­sen


Mrz 21 2010

Anna Karina im Remix

Video von Toad­vine mit Aus­schnit­ten aus Vivre sa vie (Jean-Luc Godard, F 1961) zu Basic Space von The XX im Remix von Pariah

Erstaun­lich, wie wun­der­bar das funk­tio­niert.
Dank an René für den Hinweis!


Mrz 20 2010

Der Räuber

Ges­tern abend habe ich nun end­lich auch Der Räu­ber (Ben­ja­min Hei­sen­berg, D 2010) gese­hen, der im Berlinale-Wettbewerb lief und den ich dort ver­passt hatte.

Er ist ganz großartig. Nicht makel­los — er hat Schwä­chen, wo die meis­ten Berliner-Schule-Filme Schwä­chen haben: bei den Dia­lo­gen — aber doch groß­ar­tig. Die Kame­ra­ar­beit von Rein­hold Vor­schnei­der scheint mir hier noch bril­lan­ter als bei Angela Schan­elecs Orlyund Tho­mas Ars­lans Im Schat­ten (die beide auch sehr schön sind), weil er hier weni­ger form­streng zu Werke gehen durfte. Sie funk­tio­niert beson­ders in Zusam­men­hang mit der Mise en scène, z.B. der Figu­ren­a­n­ord­nung und –cho­reo­gra­fie. Oft kommt es zu Rücken­an­sich­ten, zu Ver­de­ckun­gen, also Ein­schrän­kun­gen der Sicht­bar­keit. Gleich­zei­tig blei­ben die Ein­stel­lun­gen aber funk­tio­nal inte­griert. Das ist keine artis­ti­sche Ange­be­rei, keine orna­men­tale Ver­schnör­ke­lung, son­dern macht nar­ra­tiv Sinn. Was den Film über­haupt aus­zeich­net: Er funk­tio­niert wun­der­bar ein­fach als packende Geschichte. › Wei­ter­le­sen


Mrz 6 2010

Best Picture Noms of 1962 vs. 2010

I was lis­ten­ing to a recent All Things Con­side­red epi­sode on NPR the other night about basi­cally how shitty this year’s Oscar nominees are (agreed, espe­cially con­side­ring it’s 5 more than the usual) com­pa­red to 1962’s Oscars, a year that SHOULD have had 10 nominees. And no I haven’t, nor do I EVER plan on see­ing The Blind Side, but I can’t help but think that des­pite how ama­zing San­dra Bullock’s per­for­mance might have been (totally doubt­ful), the bot­tom line is, she’s nomi­na­ted and these films WERE NOT. Dig: › Wei­ter­le­sen


Feb 26 2010

female popsong of the week

Dass man sowas aber auch erst mit­be­kommt, wenn man mit sei­nem Nef­fen im Netz unter­wegs und scharf auf Sesam­straße ist.


Feb 23 2010

Vorfreude

Der erste ‚tea­ser‘ zur neuen Serie der Macher von The Wire, die in New Orleans spielt und u.a. natür­lich Kat­rina, Armut, Jazz ver­han­delt. Geht im April bei HBO auf Sendung.

http://www.youtube.com/watch?v=4jH_KkUyZsw


Feb 22 2010

random picture

© Are Sund­nes / Para­naiv


Feb 18 2010

Berlinale: Por tu culpa

Einer der bes­ten Filme die­ser Ber­li­nale läuft über­ra­schen­der­weise in der Panorama-Sektion. Die Rede ist von Por tu culpa (It’s your fault, ARG/F 2010) von der argen­ti­ni­schen Regis­seu­rin Anahí Berneri.

Gleich zu Beginn des Films musste ich an Lars von Triers Credo denken, ein Film müsse sein wie ein Stein im Schuh. Die erste Sequenz spielt in der Woh­nung einer allein­er­zie­hen­den Mut­ter, die von ihren hyper­ak­ti­ven Söh­nen völ­lig über­for­dert ist. Nor­ma­ler­weise, so erfah­ren wir, gibt es ein Kin­der­mäd­chen, das sich um die bei­den küm­mert, und einen Vater, von dem sie aber getrennt lebt und der gerade auf Geschäfts­reise ist. Uner­träg­lich lang wirkt diese Sequenz; der Stress, den die Mut­ter erlebt, ihre Hilf­lo­sig­keit über­trägt sich auf die Zuschaue­rin­nen. Nichts wünscht man sich sehn­li­cher als einen erlö­sen­den Schnitt zu einem ande­ren Ort, einer ande­ren Situa­tion, einer ande­ren Figu­ren­kon­stel­la­tion. Aber den gönnt einem die Regis­seu­rin nicht. › Wei­ter­le­sen


Feb 16 2010

Zitat des Monats

Die schwers­ten Jahre des Lebens sind die zwi­schen zehn und siebzig.

(Helen Hayes)


Feb 15 2010

Berlinale: Rumänischer Wettbewerbsbeitrag

Eigent­lich ist es in jedem Jahr das glei­che. Erst stürze ich mich wie ein Doo­fer in jede ange­bo­tene Pres­se­vor­füh­rung, stelle dann fest, dass da viel Mist läuft, bekomme schlechte Laune und einen gehö­ri­gen Hass auf die Ver­an­stal­ter der Ber­li­nale: Wie kann man dem Publi­kum so einen Schrott vor­set­zen? Nach einem Tag Retrospektiven-Katharsis wird meine Wahl dann selek­ti­ver, und siehe da: Auch unter den neuen Fil­men, selbst jenen, die im Wett­be­werb lau­fen, fin­den sich ein paar Perlen.

Die bis­he­rige Ent­de­ckung ist für mich Eu cand vreau sa flu­ier, flu­ier (If I Want to Whistle, I Whistle, ROM 2010) von Flo­rin Ser­ban. An ande­rer Stelle hat Lukas Förs­ter auf die ästhe­ti­sche Ver­an­ke­rung in der neuen rumä­ni­schen Film­be­we­gung hin­ge­wie­sen (alles deu­tet dar­auf hin, dass das rumä­ni­sche zur Zeit das inter­es­san­teste euro­päi­sche Kino ist), und auf die Finesse und den Rea­lis­mus, mit der die räum­li­chen wie sozia­len Ver­hält­nisse im Jugend­knast dar­ge­stellt werden. Er moniert jedoch Schwä­chen im Dreh­buch. Und da bin ich aus­nahms­weise nicht sei­ner Mei­nung (son­dern eher der des Kom­men­tars von Ekke­hard Knörer).

Ich kann zwar den Wunsch ver­ste­hen, lie­ber noch mehr über die Knast­ver­hält­nisse erfah­ren zu wol­len. Aber die Wen­dung, die der Plot nimmt, scheint mir kon­se­quent — durch die vor­he­ri­gen Ereig­nisse sogar sehr gut moti­viert — und dar­über hin­aus poli­tisch klug. › Wei­ter­le­sen