Massenauswanderung aus der Schweiz Von Dummheit politisch verfolgt

Nachdem die Anti-Minarett-, die Ausschaffungs- und die Masseneinwanderungs-Initiave an den Urnen erfolgreich waren und dafür eine Verlängerung des Urlaubs, die 1:12-Initiative sowie die Einführung eines Mindestlohns souverän abgelehnt wurden, steht bald der nächste SVP-Coup bevor. Eine neue Volksabstimmung soll verhindern, dass Kinder durch progressiven Sexualkundeunterricht über die Realität verschiedener sexueller Präferenzen aufgeklärt werden. Sie könnten ja auf falsche Gedanken kommen und z.B. schlagartig schwul werden.

Aus den anliegenden Ländern erreichen uns erste Nachrichten von Eidgenossinnen, die es nicht mehr aushalten. «Von soviel Dummheit fühle ich mich politisch verfolgt, ich stelle einen Antrag auf Asyl», sagt Roman aus Zürich nachdem er mit dem Fluchtflugzeug in Berlin gelandet ist. Und Sophie, eine weitere politisch von Dummheit Verfolgte, ergänzt: «Die machen mir Angst und Bange. Ich kann kaum noch schlafen, wenn ich daran denke, was denen als nächstes einfällt!»

Am kommenden Dienstag treffen sich die Innenminister aus Italien, Frankreich, Österreich und Deutschland um zu beraten, wie mit den Massen an Schweizer Asylsuchenden, die in den nächsten Wochen und Monaten über die Grenzen strömen werden, umzugehen ist.

 

Die Transformation ist ein Teamsport

Drum prüfe, wer von revolutionärer Politik spricht, die eigene Eitelkeit. Willst du vor allem Recht haben in der Diskussion, etwas Kluges sagen, eine der Anwesenden beeindrucken?

[Durchbrechung von Principien]

Bei der Anwendung von Principien sollte man sich vor Durchbrechungen nicht scheuen. Man muß sich immer ins Gedächtnis rufen, daß man bei der Errichtung derselben zwar hinreichend viel Gründe besaß, aber daß dies doch nur hieß, daß die Gründe die Gegengründe überwogen. Durch Durchbrechungen läßt man diese zur Geltung kommen.

Bertolt Brecht, Schriften zur Politik und Gesellschaft 1919–1956, Frankfurt a.M.: Suhrkamp, S. 178. 

Berlinale 2014 - Panorama Xi you von Tsai Ming-liang

Xi you (Journey to the West, Tsai Ming-liang, F/TW 2013) Panorama

Für mich der bisherige Höhepunkt im Panorama (aber, zugegeben, viel habe ich aus dieser Sektion nicht gesehen) stammt von Tsai Ming-liang und ist ein Kunst-Film mit ganz großem K. Soll heißen: Es geht hier um ein ästhetisches Konzept und um einen Modus ästhetischer Erfahrung, der mit Spielfilm-Gratifikationen (narrative Spannung, emotionale Einfühlung etc.) nichts zu tun hat. In der ersten sehr langen Einstellung sehen wir in einer wundervollen Großaufnahme das schräg im Bild liegende Gesicht von Denis Lavant, ein Auge im Halbschatten, zu kontemplieren wie ein Gebirgslandschaft. Spätere, oft noch viel längere Einstellungen zeigen dann einen sehr, sehr, sehr langsam durch Marseille gehenden buddhistischen Mönch. Schon die extreme Körperbeherrschung, mit der er seine Bewegung ausführt, ist faszinierend zu betrachten. „<span>Berlinale 2014 — Panorama </span>Xi you von Tsai Ming-liang“ weiterlesen »