PLinks KW 20/11 #spanishrevolution

#spanishrevolutionWeit­ere Hash­tags sind #15M, #nonos­va­mos, #acam­pada­sol, #democ­ra­cia­re­alya, #nolesvotes und noch ein paar andere. Seit Son­ntag, den 15. Mai wird in Spanien demon­stri­ert und die deutschen Medi­en ignori­eren es. Laut Ver­anstal­ter waren lan­desweit 130.000 Demon­stran­ten auf den Straßen, El País spricht von 20.000 allein im Zen­trum von Madrid. Seit­dem sind einige Plätze  im ganzen Land beset­zt (u.a. die Puer­ta del Sol) und es wird ein biss­chen Län­der­domi­no gespielt.

Aus dem Man­i­fest der Ver­anstal­tung lässt sich bewusst keine poli­tis­che Rich­tung her­ausle­sen — offen­sichtlich will man möglichst kon­sens­fähig sein und eine bre­ite Masse ansprechen. Spree­blick und Metro­naut haben das mal ins Deutsche über­set­zt, ich kopiere zitiere:

Wir sind nor­male Men­schen. Wir sind wie du: Men­schen, die jeden Mor­gen auf­ste­hen, um studieren zu gehen, zur Arbeit zu gehen oder einen Job zu find­en, Men­schen mit Fam­i­lien und Fre­un­den. Men­schen, die jeden Tag hart arbeit­en, um den­jeni­gen die uns umgeben eine bessere Zukun­ft zu bieten.

Einige von uns beze­ich­nen sich als fortschrit­tlich, andere als kon­ser­v­a­tiv. Manche von uns sind gläu­big, andere wiederum nicht. Einige von uns fol­gen klar definierten Ide­olo­gien, manche unter uns sind unpoli­tisch, aber wir sind alle besorgt und wütend angesichts der poli­tis­chen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Per­spek­tive, die sich uns um uns herum präsen­tiert: die Kor­rup­tion unter Poli­tik­ern, Geschäft­sleuten und Bankern macht uns hilf- als auch sprach­los.

Und diese Sit­u­a­tion ist mit­tler­weile zur Nor­mal­ität gewor­den – täglich­es Leid, ohne jegliche Hoff­nung. Doch wenn wir uns zusam­men­tun, kön­nen wir das ändern. Es ist an der Zeit, Dinge zu verän­dern. Zeit, miteinan­der eine bessere Gesellschaft aufzubauen. Deswe­gen treten wir ein­dringlich hier­für ein:

  • Gle­ich­heit, Fortschritt, Sol­i­dar­ität, kul­turelle Frei­heit, Nach­haltigkeit und Entwick­lung, sowie das Wohl und Glück der Men­schen müssen als Pri­or­itäten ein­er jeden mod­er­nen Gesellschaft gel­ten.
  • Es gibt Grun­drechte, die unsere Gesellschaft gewähren muss: das Recht auf Woh­nung, Arbeit, Kul­tur, Gesund­heit, Bil­dung, poli­tis­che Teil­habe, freie per­sön­liche Entwick­lung und das Recht auf Kon­sum von Gütern, die notwendig sind um ein gesun­des und glück­lich­es Leben zu führen.
  • In ihrem momen­ta­nen Zus­tand sor­gen unsere Regierung und das Wirtschaftssys­tem nicht für diese Pri­or­itäten, son­dern stellen sog­ar auf viel­er­lei Weise ein Hin­der­nis für men­schlichen Fortschritt dar.
  • Die Demokratie gehört den Men­schen (demos = Men­schen, krá­tos = Regierung), wobei die Regierung aus jedem Einzel­nen von uns beste­ht. Den­noch hört uns in Spanien der Großteil der Poli­tik­er über­haupt nicht zu. Poli­tik­er soll­ten unsere Stim­men in die Insti­tu­tio­nen brin­gen, die poli­tis­che Teil­habe von Bürg­ern mit Hil­fe direk­ter Kom­mu­nika­tion­skanäle erle­ichtern, um der gesamten Gesellschaft den größten Nutzen zu erbrin­gen, sie soll­ten sich nicht auf unsere Kosten bere­ich­ern und deswe­gen vorankom­men, sie soll­ten sich nicht nur um die Herrschaft der Wirtschafts­großmächte küm­mern und diese durch ein Zweiparteien­sys­tem erhal­ten, welch­es vom uner­schüt­ter­lichen Akro­nym PP & PSOE ange­führt wird.
  • Die Gier nach Macht und deren Beschränkung auf einige wenige Men­schen bringt Ungle­ich­heit, Span­nung und Ungerechtigkeit mit sich, was wiederum zu Gewalt führt, die wir jedoch ablehnen. Das ver­al­tete und unnatür­liche Wirtschaftsmod­ell treibt die gesellschaftliche Maschiner­ie an, ein­er immer­fort wach­senden Spi­rale gle­ich, die sich selb­st ver­nichtet indem sie nur weni­gen Men­schen Reich­tum bringt und den Rest in Armut stürzt. Bis zum völ­li­gen Kol­laps.
  • Ziel und Absicht des derzeit­i­gen Sys­tems sind die Anhäu­fung von Geld, ohne dabei auf Wirtschaftlichkeit oder den Wohl­stand der Gesellschaft zu acht­en. Ressourcen wer­den ver­schwen­det, der Plan­et wird zer­stört und Arbeit­slosigkeit sowie Unzufrieden­heit unter den Ver­brauch­ern entste­ht.
  • Die Bürg­er bilden das Getriebe dieser Maschiner­ie, welche nur dazu entwick­elt wurde, um ein­er Min­der­heit zu Reich­tum zu ver­helfen, die sich nicht um unsere Bedürfnisse küm­mert. Wir sind anonym, doch ohne uns würde der­gle­ichen nicht existieren kön­nen, denn am Ende bewe­gen wir die Welt.
  • Wenn wir es als Gesellschaft ler­nen, unsere Zukun­ft nicht mehr einem abstrak­ten Wirtschaftssys­tem anzu­ver­trauen, das den meis­ten ohne­hin keine Vorteile erbringt, kön­nen wir den Miss­brauch abschaf­fen, unter dem wir alle lei­den.
  • Wir brauchen eine ethis­che Rev­o­lu­tion. Anstatt das Geld über Men­schen zu stellen, soll­ten wir es wieder in unsere Dien­ste stellen. Wir sind Men­schen, keine Pro­duk­te. Ich bin kein Pro­dukt dessen, was ich kaufe, weshalb ich es kaufe oder von wem.

Im Sinne all dieser Punk­te, empöre ich mich.

Ich glaube, dass ich etwas ändern kann.

Ich glaube, dass ich helfen kann.

Ich weiß, dass wir es gemein­sam schaf­fen kön­nen.

Geh mit uns auf die Straße. Es ist dein Recht.

Wer unterze­ich­nen möchte, kann das hier tun.

Mehr Infor­ma­tio­nen zum The­ma find­en sich bei:

Tune­sien und Ägypten, wir kom­men…

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