send some flowers

Der Prozess gegen die Betreiber von The Pirate Bay (wir berichteten) geht langsam dem Ende ent­ge­gen, und ich möchte vor der Urteilsverkün­dung die Gele­gen­heit nutzen, die let­zten Ereignisse zu resümieren.

Bere­its am Don­ner­stag let­zter Woche gab es inter­es­sante Zeu­ge­naus­sagen. Zuerst erk­lärte Kristof­fer Schollin (Ph. D. Intel­lec­tu­al Prop­er­ty Law), dass die Piraten­bucht im Grunde genom­men nichts anderes erlaubt, als der Such­maschi­nen­be­treiber Google (über dessen Suche man eben­falls tor­rent-files find­en kann), und dass .tor­rent-Dateien nur eine etwas verbesserte Form von Hyper­links sind. Zur Legal­ität von Pirate Bay befragt, ver­trat er den Stand­punkt, dass die Tech­nolo­gie hin­ter der Seite nicht ille­gal ist, und über die Legal­ität der Inhalte ja das Ver­fahren entschei­den solle, in welchem er ger­ade als Zeuge auftrete. Er nahm auch zur (vielle­icht entschei­den­den) Frage des Track­ers Stel­lung:

Once cre­at­ed the .tor­rent file could be uploaded on to the Inter­net. It would then be indexed by Google, which then allows any­one to access the .tor­rent via a Google search.

Dann wurde Roger Wal­lis, seines Zeichens Kom­pon­ist und Pro­fes­sor, in den Zeu­gen­stand gerufen, und nutzte die Gele­gen­heit, um seinen Stand­punkt klar zu machen.

He said that on the whole, file-shar­ing is ben­e­fi­cial to the music and movie indus­tries, point­ing out that the movie indus­try just had its most suc­cess­ful year ever. But the music indus­try doesn’t help itself he argues. Any­one who has bought a Bea­t­les sin­gle in the past, sim­ply can­not buy the same sin­gle in the dig­i­tal domain due to licens­ing issues. “This is mad­ness,” he said.

Die Anklage beg­nügte sich damit, Wal­lis per­sön­lich anzu­greifen, und seine Kom­pe­tenz in Frage zu stellen.
Als er gefragt wurde, ob er für sein Erscheinen vor Gericht kom­pen­siert wer­den möchte, sagte er nur, dass es in Ord­nung gin­ge, wenn sein­er Frau ein paar Blu­men geschickt wür­den. Wom­it er nicht gerech­net haben dürfte, dass schon bald darauf die ersten Sträuße bei sein­er Frau eingin­gen. So waren bei mehreren Blu­men­händlern in Stock­holm bere­its am gle­ichen Abend hun­derte Aufträge einge­gan­gen, alle­samt für Frau Wal­lis, die zu diesem Zeit­punkt bere­its 33 Bou­quets in Emp­fang genom­men hat­te. Passend zu ihrem Geburt­stag am Fre­itag und dem gemein­samen Hochzeit­stag am Sam­stag.

Es men­schelt also gewaltig und die Angeklagten dürften mit dieser Aktion erneut ein paar Sym­pa­thiepunk­te gesam­melt haben, auch wenn sie dafür nicht viel kön­nen. Vielle­icht kon­nten sie deshalb auch heute ihren bekan­nten Über­mut pfle­gen, nach­dem der Staat­san­walt für die Beschuldigten 1 Jahr Haft beantragt hat­te.

I was sur­prised that the nasty old man did not ask for more, I expect­ed he would require two years in prison but he asked for only one!

Mor­gen gibt es das Plä­doy­er der Vertei­di­ger, und das Urteil kön­nte noch diese Woche erge­hen. Dann wird es auch von mir noch einen Schlusskom­men­tar geben.

Schreibe einen Kommentar


*