Spendenaufruf für das Watch The Med Alarm Phone

Ein Notruftele­fon bietet seit über sechs Monat­en Unter­stützung für Flüchtlinge und Migran­tInnen in Seenot. Das Pro­jekt doku­men­tiert die SOS-Rufe und ver­sucht sofort, bei den Ver­ant­wortlichen Druck zu machen, damit gerettet wird, wo immer das möglich ist.

  1. April 2015: Um 7:40 Uhr erre­icht ein erster SOS-Ruf das Alarm-Phone. Er kommt aus dem Zen­tralen Mit­telmeer. Bis zum späten Nach­mit­tag ste­hen die Schicht­teams via Satel­li­ten­tele­fon mit Flüchtlin­gen auf ins­ge­samt neun Booten in Verbindung. GPS-Dat­en wer­den aufgenom­men und aktu­al­isiert und sofort an die Küstenwachen weit­ergeleit­et. Kon­takt mit den Betrof­fe­nen hal­ten, sie regelmäßig informieren, beruhi­gen, ermuti­gen. Vor allem: bei den Küstenwachen solange nach­hak­en und Druck machen, bis die Ret­tung bestätigt ist. Das klappt an diesem Tag let­ztlich bei allen neun Booten, doch solch einen Gros­sein­satz hat­te es für das transna­tionale Unter­stützung­spro­jekt zuvor nicht gegeben.

Bere­its seit Okto­ber 2014 ist das Alarm Phone rund um die Uhr erre­ich­bar. Über ein selb­stor­gan­isiertes Call­cen­ter koor­dinieren die rund 100 ehre­namtlich Aktiv­en ihre Tele­fon­di­en­ste. Sie kom­men aus Europa und Nordafri­ka und engagieren sich großteils seit Jahren an den Außen­gren­zen der EU. Sie haben sich mit Hand­büch­ern geschult, an inter­ak­tiv­en geo­graphis­chen Karten geübt und Alarm­pläne aus­gear­beit­et. Über den Win­ter kam es im Durch­schnitt ein­mal wöchentlich zum ern­sthaften Ein­satz, in den let­zten Wochen wur­den es stetig mehr: mit Notrufen auch aus dem west­lichen Mit­telmeer sowie aus der Ägäis.

In Marokko lassen sich die schar­fen Zäune der spanis­chen Enklaven immer schwieriger über­winden, zudem wur­den nun direk­te Rückschiebun­gen legal­isiert. Ver­mehrt steigen deshalb auch hier die Betrof­fe­nen in Boote, um nach Spanien zu gelan­gen.

Aktuell ver­suchen täglich Hun­derte von Flüchtlin­gen, über die Türkei die griechis­chen Inseln zu erre­ichen. Die griechis­che Küstenwache ist seit Jahren für ille­gale Push-Backs bekan­nt. Flüchtlings­boote wer­den sys­tem­a­tisch in türkische Gewäss­er zurück­ge­zo­gen. Die neue Syriza-Regierung hat offen­sichtlich Anweisung gegeben, diese Men­schen­rechtsver­let­zun­gen zu stop­pen. Der Alarm der Hot­line ist nun umso wichtiger, wenn sich nicht daran gehal­ten wird.

Über 1700 Opfer des EU-Gren­zregime sind für 2015 bere­its zu bekla­gen, die meis­ten im zen­tralen Mit­telmeer, nicht zulet­zt weil dort auf Drän­gen der mit­teleu­ropäis­chen Regierun­gen die Seenotret­tung sys­tem­a­tisch reduziert wurde. Es ste­ht zu befürcht­en, dass es zu noch weitaus mehr Toten kommt, wenn kein grundle­gen­der Wan­del ein­geleit­et wird. Die ver­ant­wortlichen Poli­tik­erIn­nen hal­ten erbit­tert an ihrer bru­tal­en Abschot­tungspoli­tik fest und wollen die Migra­tionskon­trolle in die Tran­sitlän­der vorver­lagern. Dage­gen fordert das Alarm Phone sichere und legale Ein­reisemöglichkeit­en und mit “Fähren statt Fron­tex”, das Ster­ben auf See wirk­lich zu been­den. Gle­ichzeit­ig bedarf es drin­gend weit­er der alltäglichen Unter­stützung mit Inter­ven­tio­nen in Echtzeit, wenn Boots­flüchtlinge in Seenot ger­at­en.

Vor diesem Hin­ter­grund bit­tet das Alarm Phone-Pro­jekt um Unter­stützung:

- um das Tele­fon­sys­tem zu betreiben, um Satel­li­ten­tele­fone der Boat­peo­ple anzu­rufen und diese online mit Guthaben aufzu­laden;

- um mit­tels mehrsprachi­gen Vis­itenkarten die Notrufnum­mer in den migrantis­chen Com­mu­ni­ties zu ver­bre­it­en;

- um Infor­ma­tions­fly­er zu den Risiken auf See zu verteilen;

- um Kam­pag­nen­ma­te­r­i­al gegen Fron­tex und das Gren­zregime zu erstellen;

- um Kon­takt- und Recherchereisen in die ver­schiede­nen Tran­sitre­gio­nen zu unternehmen.

Alle Spenden sind steuer­lich abset­zbar.

Regelmäßige Berichte des Alarm Phones auf:

http://watchthemed.net/

Weit­ere Infor­ma­tio­nen und Mate­ri­alien:

http://www.watchthemed.net/index.php/page/index/12

Kon­takt: wtm-alarm-phone@antira.info

Spendenkon­to:

Forschungs­ge­sellschaft Flucht & Migra­tion

Sparkasse der Stadt Berlin

Kto.-Nr.: 61 00 24 264

BLZ: 100 500 00

IBAN: DE68 10050000 0610024264

BIC: BELADEBEXXX

Stich­wort: WatchTheMed-AP

Eine Meinung zu “Spendenaufruf für das Watch The Med Alarm Phone

  1. avatar

    […] Vielle­icht, so meine Hypothese, lei­det die Linke tat­säch­lich unter einem Man­gel an Willen, zu Sach­fra­gen, gegebe­nen Tat­sachen Posi­tion zu beziehen, sich dabei gele­gen­lich schmutzig zu machen und dabei in […]

Schreibe einen Kommentar


*