Von vorletzten und letzten Krisen

«Die nächste Krise ist die letzte!» So oder so ähnlich stand es Anfang 2009 in der konkret. Das klang für mich damals optimistisch, aber nicht unrealistisch. Es müsste doch möglich sein, aus den Versäumnissen der Finanzkrise zu lernen und als internationale antikapitalistische Linke bei der nächsten größeren Krise etwas opportunistischer zu reagieren – statt verhalten oder gleich gar nicht. Aus verschiedenen Gründen erscheinen mir meine damaligen Gedanken heute erschreckend naiv. Aber noch stärker irritiert mich, dass die vermeintlich vorletzte Krise überhaupt nicht zu enden gedenkt. Allerorten Krisen- und Zusammenbruch-Szenarien bei gleichzeitiger Emergenz von scheinbar selbst überforderten und ohnmächtigen sozialen Aufständen. Es wirkt durchaus nicht so, als würde(n) die Krise(n) noch enden, als würde der Kapitalismus noch zu einer Art Normalbetrieb zurückkehren können. Alles deutet auf Endstadium hin. Und das Seltsamste daran: Gut fühlt sich das nicht an. (Mich würde interessieren, wie andere das erleben.)

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