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Alles neu

Heynckes kommt [1]

Heynck­es kommt

macht der Mai. Auch die Bay­ern-Ver­ant­wortlichen haben sich an diese ver­meintliche Weisheit gehal­ten und fünf Spielt­age vor Schluss einen neuen Train­er engagiert. Der mit besten Ref­eren­zen (Frank­furt, [2]Schalke [3]) kom­mende Jupp Heynck­es, ein Fußball­ex­perte mit klaren Vorstel­lun­gen (kick­er [4]), wird die Bay­ern auf die Begeg­nung mit den Glad­bach­ern, die er bei sein­er let­zten Beschäf­ti­gung ziel­stre­big in die 2. Liga geführt hat­te, vor­bere­it­en. Und danach wahrschein­lich noch genau vier mal, wobei auf ihm wohl kein­er­lei Erwartun­gen las­ten wer­den, was angesichts sein­er Leis­tun­gen auch nicht weit­er über­rascht. Einen besseren Kon­tra­punkt zum medi­en-spek­take­li­gen Ver­hält­nis zwis­chen Klins­mann und den Bay­ern hätte man fast gar nicht find­en kön­nen, als wür­den die Ver­ant­wortlichen sagen wollen, dass alles ein großer Irrtum war, und sie von nun an keine Ver­ant­wor­tung [5] mehr tra­gen kön­nten. Im Zweifel lässt sich aus der zwin­gend erforder­lichen Train­er­suche im Som­mer beliebig neues Ablenkungs­ma­te­r­i­al gener­ieren.

Dabei ist der Markt guter Train­er sehr über­schaubar, vor allem, wenn neuen Übungsleit­ern noch nicht ein­mal ein Jahr eingeräumt wird, um die Mannschaft nach ihren Vorstel­lun­gen zu verän­dern. Die Uber­ma­cht von Kalle und Uli wird eben­falls nicht zur Attrak­tiv­ität des Arbeit­splatzes beitra­gen, d.h man müsste den Kan­di­dat­en finanziell lock­en, dazu kom­men min­destens drei gelun­gene Trans­fers. Ob die tra­di­tionell eher geizigen Bay­ern sowas auf sich nehmen, ist mehr als fraglich.

Klinsmann geht [6]

Klins­mann geht

Eben­so fraglich ist jedoch die Pro­fes­sion­al­ität der Vere­ins­führung. Klins­mann nur fünf Spielt­age vor Saiso­nende zu ent­lassen, zeugt nicht nur von schlechtem Stil, son­dern auch von absoluter Rat­losigkeit. Klins­mann wurde geholt, weil er Verän­derung ver­sprach, nicht Titel, zumal diese entwed­er sat­is­fak­tion­sun­fähig (Meis­ter­schaft, Pokal, UEFA-Cup), oder unerr­e­ich­bar (CL) gewor­den sind. Nur ist die Verän­derung nicht immer nur pos­i­tiv (obwohl Klin­si das vorher groß ange­sagt hat), was die Vere­ins­führung anscheinend nicht verkraften kann, denn der nationale Titel muss trotz­dem geholt wer­den, auch wenn er seine Strahlkraft schon längst ver­loren hat. Mit ein­er solchen Ein­stel­lung kann man auch Jupp Heynck­es beschäfti­gen, ohne schlaflose Nächte zu fürcht­en. Aber den ersehn­ten europäis­chen Titel holt man damit nicht.