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Appell, korrigierte FassungWir sind die Dummen!

Wir [1] sind immer die Urheber! Dummen!

Gegen den Diebstahl das Kopieren geistigen Eigentums kultureller Produkte

Mit Sorge und Unver­ständ­nis ver­fol­gen wir als AutorenInnen und Kün­stlerInnen die öffentlichen Angriffe gegen das Urhe­ber­recht Vertei­di­gun­gen des freien Aus­tauschs von Kul­turgütern und Kochrezepten. Das Urhe­ber­recht ist eine his­torische Errun­gen­schaft bürg­er­lich­er Frei­heit der kap­i­tal­is­tis­chen Gesellschaft gegen die Frei­heit der Kul­tur feu­dale Abhängigkeit für die Abhängigkeit vom Markt und vom Mas­sen­geschmack, und es garantiert lei­der keineswegs die materielle Basis für indi­vidu­elles geistiges Schaf­fen.

Der in diesem Zusam­men­hang behauptete Inter­es­sen­ge­gen­satz zwis­chen Urhe­berInnen und “Ver­w­ert­erInnen” entwirft ein abwegiges nicht ganz falsches Bild unser­er Arbeit­sre­al­ität. In ein­er arbeit­steili­gen Gesellschaft geben Kün­stlerInnen die Ver­mark­tung ihrer Werke in die Hände von Ver­la­gen, Gale­rien, Pro­duzentInnen oder Ver­w­er­tungs­ge­sellschaften, wenn diese ihre Inter­essen best­möglich vertreten und vertei­di­gen weil ihnen (unter gegebe­nen Bedin­gun­gen oft) keine andere Wahl bleibt. Die neuen Real­itäten der Dig­i­tal­isierung und des Inter­nets sind kein Grund, den pro­fa­nen Dieb­stahl geisti­gen Eigen­tums das freie Kopieren von Kul­turgütern zu recht­fer­ti­gen oder gar seine Legal­isierung zu fordern. Im Gegen­teil: Es gilt, den Schutz des Urhe­ber­rechts die Repres­sion, die Abmah­n­prax­is, den Ver­w­er­tungszwang zu stärken und den heuti­gen Bedin­gun­gen des schnellen und massen­haften Zugangs zu den Pro­duk­ten geistiger Arbeit anzu­passen.

Das Urhe­ber­recht ver­hin­dert den freien Aus­tausch und ermöglicht, dass wir einige wenige Kün­stlerInnen und AutorenInnen von unser­er Arbeit leben kön­nen und schützt ein paar von uns alle, auch vor glob­al agieren­den Inter­netkonz­er­nen, deren Geschäftsmod­ell die Entrech­tung von Kün­stlerInnen und AutorInnen in Kauf nimmt, und vor Teenagern, die sich Musik und Ebooks run­ter­laden statt dafür mal­ochen zu gehen, wie es sich gehört. Die alltägliche Präsenz und der Nutzen des Inter­nets in unserem Leben kann kein Kopieren keinen Dieb­stahl recht­fer­ti­gen und ist keine Entschuldigung für Spaß und Vergnü­gen Gier oder Geiz.