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Hurra, die Popkomm ist tot!

Als let­zte Woche gemeldet [1] wurde, dass die Pop­komm [2] in diesem Jahr aus­fall­en würde, wird das nicht viele über­rascht [3] haben. Die Musikmesse war musikalisch schon tot, bevor sie 2004 von Köln nach Berlin umge­zo­gen ist. Seit Kat­ja Bit­tner die Leitung über­nom­men hat, ste­ht vor allem der wirtschaftliche Aspekt im Vorder­grund [4]. Kul­tur oder Kun­st gar sind zur Neben­sache verkom­men. Auch die voll­mundi­ge Ankündi­gung [5] eines neuen Ver­anstal­tung­sorts kon­nte keine neuen Aussteller hin­ter ihren Öfen her­vor­lock­en bzw. sie über die Sinn-Krise der Pop­komm hin­wegtäuschen. Dieter Gorny [6] wäre aber nicht Dieter Gorny [7], würde er nicht in völ­liger Verken­nung der Tat­sachen [8], wieder ein­mal gegen das böse Inter­net wet­tern. Und Die Welt wäre nicht Die Welt, wenn sie die “Argu­mente” nicht ungeprüft übernehmen [9] würde.

Die dig­i­tale Krise schlägt voll auf die Musik­wirtschaft durch. Viele Unternehmen kön­nen es sich wegen des Dieb­stahls im Inter­net nicht mehr leis­ten, an der Pop­komm teilzunehmen. Die Großen kön­nen das noch weg­steck­en, die Kleinen aber nicht — und die sind mit 95 Prozent auf der Pop­komm in der Mehrzahl.“

Geht’s noch [10]? Ich wette, dem­nächst taucht die näch­ste Pseu­do-Sta­tis­tik [11] auf, die uns weiß machen will, dass der Down­load von Musik auf dem direk­ten Weg zur Pleite von Lehman Broth­ers geführt hat, was dann zur Wirtschaft­skrise führte, war wiederum unmit­tel­bar zur Folge hat­te, dass kein­er zu Gornys Musik­tr­e­f­fen kom­men will. Der ste­ht jet­zt da und weiß nicht, wie er sein Handy-Klin­gel­ton-Abo bezahlen soll und sucht — natür­lich — nach Schuldigen.

Das Schöne ist, die Schuldigen (nicht ganz, aber es passt so gut) schla­gen [12] zurück [13]. Gemein­sam mit Motor [14] und Radi­al Sys­tem [15] haben die Blog­be­treiber von new­think­ing [16] eine Alter­na­tive ges­tartet: all2gethernow! Berlin Music Mar­ket [17].

Dem Open Source — Prinzip fol­gend, soll in den näch­sten Wochen gen­reüber­greifend eine zeit­gemäße und zukun­fts­fähige Musik­busi­ness-Plat­tform entste­hen, bei der die aktuellen und brisan­ten The­men besprochen wer­den.

Hört sich vielver­sprechend an! Wenn nur der Name nicht wäre… all2gethernow! Das hört sich an wie 2unlimited oder 4U-Ruck­sack. Geht gar nicht!