Jahrbuch der Lyrik am Ende

Trau­rige Nachricht­en für Fre­undin­nen der Poe­sie: Das Jahrbuch der Lyrik ste­ht offen­bar vor dem Aus. Nach­dem der Fis­ch­er Ver­lag bere­its beim Erscheinen der aktuellen Aus­gabe (2009) im Feb­ru­ar mit einem Begleitschreiben angekündigt hat, die Rei­he aufzugeben, hat sich bish­er kein neuer Ver­lag gefun­den, der die mit­tler­weile 30 Jahre alte Tra­di­tion fort­set­zen kön­nte. Seit 1979 hat Christoph …

Lyrik XV

Ein Politgedicht zum 1. Mai. Bitte schön, danke schön. Und jet­zt zurück auf die Bar­rikaden. Inter­na­tionale Arbeit­steilung Sie kön­nen nicht lesen, die Kinder, die in den Straßen Zeitun­gen verkaufen. Sie ken­nen die Schoko­lade nicht, die Tagelöh­n­er, die den Kakao ern­ten. Sie haben kein Mobil­tele­fon, die Bergar­beit­er, die das Coltan abbauen, das für die Her­stel­lung von Mobil­tele­fo­nen unverzicht­bar ist. Diejeni­gen, die Mienen …

Lyrik XIII

An die Nachge­bore­nen 1 Wirk­lich, ich lebe in fin­steren Zeit­en! Das arglose Wort ist töricht. Eine glat­te Stirn Deutet auf Unempfind­lichkeit hin. Der Lachende Hat die furcht­bare Nachricht Nur noch nicht emp­fan­gen. Was sind das für Zeit­en, wo Ein Gespräch über Bäume fast ein Ver­brechen ist. Weil es ein Schweigen über so viele Untat­en ein­schließt! Der dort ruhig über die Straße geht Ist wohl nicht …

Lyrik XII — Das Vorfrühlingsgedicht

Alle reden vom Wet­ter, wir auch. Aus gegeben­em Anlass nach dem Früh­lings- nun ein Vor­früh­lings­gedicht (Vor­früh­ling — ein Wort fast so schön wie Spätkap­i­tal­is­mus, aber dauert nicht so lange und kommt alle Jahre wieder…).   Vor­früh­ling Es läuft der Früh­lingswind Durch kahle Alleen Selt­same Dinge sind Seinem Wehn. Er hat sich gewiegt, Wo Weinen war, Und hat sich geschmiegt In zer­rüt­tetes Haar. Er schüt­telte nieder Akazien­blüten Und kühlte …

Lyrik XI — Das Frühlingsgedicht

Am let­zten Sam­stag war in Köln der erste Früh­lingstag zu bestaunen: 17° — T‑Shirt-Wet­ter, Fris­bee-Wet­ter! Und auch in Berlin scheint die Sonne warm. Aus diesem Anlass hier ein Gedicht von Ger­hard Falkn­er, in dem der Früh­ling und Köln vorkom­men. Wer ein anderes schönes Früh­lings­gedicht ken­nt (es gibt ja noch zwei oder drei), kann uns dies …