Ökologie

Mangroven statt Müll

Die größte Müllde­ponie Lateinamerikas nahe Rio de Janeiro wurde geschlossen. Sie soll durch ein mod­ernes Abfal­lver­ar­beitungszen­trum erset­zt wer­den. Für ehe­ma­lige Müll­samm­ler gibt es Sozialpläne.

Wer auf dem 50 Meter hohen Hügel in Jardim Gra­ma­cho ste­ht, an der Küste von Duque de Cax­i­as, der Nach­barstadt am nördlichen Rand von Rio de Janeiro, hat einen wun­der­baren Blick auf die malerische Gua­n­abara-Bucht. Einge­fasst von den Aus­läufern der Ser­ra do Mar, lässt sich im Süden, wenn das Wet­ter es erlaubt, sog­ar der Zuck­er­hut erken­nen. Sollte jemand trotz der atem­ber­auben­den Land­schaft unbe­dachter­weise atmen, wird er oder sie schnell merken, woraus der Hügel beste­ht. Auf 140 Hek­tar tür­men sich hier 60 Mil­lio­nen Ton­nen Müll, die in 34 Jahren ange­häuft wur­den. Nur mit einem löchri­gen Zaun begren­zt, erstreckt sich das Gelände bis an die Küste. Die giftige Gülle fließt ungek­lärt in die Bucht und hin­ter­lässt einen dun­klen, kilo­me­ter­lan­gen Film im Wass­er. Es stinkt zum Himmel.

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Film und Zuckerhut

Das „Fes­ti­val do Rio“ gilt als das größte Film­fes­ti­val Lateinamerikas. Vom 23. Sep­tem­ber bis 7. Okto­ber wur­den in 15 Sek­tio­nen mehr als 300 Filme vorgestellt. 17 Lang- und 21 Kurz­filme aus Brasilien konkur­ri­erten beim Pub­likum um die Ausze­ich­nung als bester Film. Mit der Ver­lei­hung der „Troféu Reden­tor“ geht das „Fes­ti­val do Rio 2010“ nun zu Ende.

Mit allein fünf Ausze­ich­nung in den wichtig­sten Kat­e­gorien (Bester Film, Bester Schnitt, Bester Schaus­piel­er, Beste weib­liche und männliche Neben­rolle) ste­ht auch ein klar­er Gewin­ner fest: VIPs von Toniko Melo.

Pro­duziert von City of God-Regis­seur Fer­nan­do Meirelles und mit The Elite Squad-Darsteller Wag­n­er Moura in der Haup­trol­le ist die Entschei­dung allerd­ings keine große Über­raschung. Der Film erzählt Catch-Me-If-You-Can-artig die (beina­he) wahre Geschichte des Betrügers Marce­lo Nasci­men­to da Rocha, der sich durch sämtliche Gesellschaftss­chicht­en Brasilien trick­ste, bis seine eigene Über­he­blichkeit ihn schlussendlich auf­fliegen ließ. Ras­ant geschnit­ten, schön fotografiert und schlüs­sig umge­set­zt bringt VIPs das Kun­st­stück fer­tig, gle­ichzeit­ig kurzweilig amüsant und in sein­er Vorherse­hbarkeit unglaublich lang­weilig zu sein.

Sehr viel inter­es­san­ter war da die Sek­tion „Foco Argenti­na“, deren Fokus auf dem Nach­bar­land Argen­tinien liegt. Weit­er­lesen